Bergzoo Halle – Vizedirektor: “Täter” oder Held?

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Am 13.4.2017 titelt Bildplus:

Vogelgrippe-Skandal im Bergzoo
Vizedirektor versteckte acht tote Vögel im Kühlaus

wenige Stunden später ziehen diverse Medien mit ähnlicher Berichterstattung nach.
Viele Tierfreunde haben Verständnis für das Handeln des Vizedirektors Timm Spretke.
Zahlreiche Menschen haben die Zeitungsberichte kommentiert und ihre Solidarität sowie die Bitte um dessen Rückendeckung auf der FB Seite des Zoos und bei den Zeitungen bekundet.
Der Bergzoo entfernte die entsprechenden Besucherbeiträge auf seiner Homepage. Die Mitteldeutsche Zeitung hat  den ersten Kommentar wieder gelöscht und die Kommentarfunktion gleich ganz abgestellt.…..
Damit die Kommentare,  Briefe und Stellungnahmen trotzdem gelesen werden können, veröffentlichen wir sie hier auf Wunsch.
Bitte senden Sie uns Ihren (sachlichen) Kommentar an info@k-zoller.de Betreff: Bergzoo mit Hinweis an wen (link)  und von wem (Namen oder Sononym) ihr Kommentar gerichtet ist.
Bitte beachten Sie die Netiquette. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen und persönlichen Angriffe.
Das Aktionsbündnis VogelFrei wird ebenfalls eine entsprechende Seite einrichten und die Kommentare dort veröffentlichen. Wenn Sie eine Weiterleitung an das AVF zwecks Veröffentlichung nicht wünschen, vermerken Sie es bitte in Ihrer mail.

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Halle Spektrum 14.4.2017
Gnade für Zoo-Vize Timm Spretke
Kommentarforum
und FB Kommentar “Du bist Halle”
Timm Spretke sollte man einen Orden verleihen für sein Handeln.
Wer sich etwas intensiver mit der Aviären Influenza, der Geflügelpestschutzverordnung und dem, was Behörden und Politik in den letzten fast 6 Monaten in Deutschland veranstaltet haben, befasst hat, wird erkennen, warum er das gemacht hat.
Über 1,7 Mio gesunde Geflügel und andere Vögel wurden seit November bis zum 25.3.2017 nur aufgrund eines Verdachts vorbeugend vergast, erschlagen oder mit Strom getötet – wegen ganzer 11.500 verendeter Tiere in Gefangenschaft – davon die aller-, allermeisten in Massentierhaltungen – genauer gesagt Puten. ( www.wildvogel-rettung.de/vogelhilfe-vorwort/kirstin-zoller/zahlen-daten-fakten-fallzahlen-im-einzelnen/ )
Man schaue sich die Vorgänge an in Schwante ( www.wildvogel-rettung.de/vogelhilfe-vorwort/kirstin-zoller/massenmord-unter-dem-deckmantel-der-verordnung/ ) oder die im Wildpark Höllohe ( www.wildvogel-rettung.de/vogelhilfe-vorwort/kirstin-zoller/notfall-wildpark-hoellohe-bayern/)
Oder die 5000 kerngesunden Gänse eines Erzeugers in Dithmarschen, dessen einziger Fehler es war, eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen. Die Erprobung einzelner Tiere erbrachte H5N2 – ein niedrigpathogenes Virus, was laut FLI Präsidenten völlig normal in praktisch jedem Wassergeflügelbestand vorkommt und wenn überhaupt leichte Erkältungssymptome beim Vogel hervorruft. Alle 5000 Gänse wurden vorbeugend “gekeult”.  
Hätte Spretke diese toten Vögel gemeldet, hätte es einen Schnelltest gegeben (ELISA). Abgesehen davon, dass dieser Test bis zu 50% falsch positive Ergebnisse liefert, reagiert er positiv auf alle H5 Viren – auch die niedrigpathogenen, die in Vögeln ganz normal vorkommen können, wie bei uns ein Erkältungsvirus.
Dieses Ergebnis reicht, um schon mal vorbeugend alles zu keulen, was in irgendeiner Form in der Nähe oder direkt oder indirekt über Kontaktpersonen in Kontakt war.
Ganz egal, was der spätere PCR Test im FLI ergibt – die Vögel sind dann ggf. längst tot.
Es heisst ja immer von offizieller Seite, dass H5N8 so unendlich gefährlich und hochansteckend sei. . Wären also die toten Vögel infiziert gewesen, dann hätten vermutlich zumindest andere aus derselben Gruppe massive klinische Symptome gezeigt.
Als Ornithologe wird Spretke das gewusst haben und auch das dieses Vorgehen bei einem Verdacht genau gekannt haben.
Und er hat sich durch sein Handeln schützend vor seine gesunden Vögel gestellt. Er hat dadurch, dass er niemanden einweihte verhindert, dass noch mehr Menschen an den Pranger gestellt werden.
Spretke hat Widerstand geleistet gegen eine Verordnung, die auf einer nicht bewiesenen Theorie basiert und dem Tierschutzgesetz entgegen steht.
Spretke hat für die Vögel getan, was man den Mauerschützen von einst heute vorhält, für die Menschen nicht getan zu haben.

2. Kommentar
Zitat fractus:
Wenn die Verordnung dem Tierschutzgesetz entgegenstände, also gesetzeswidrig wäre, dann wäre diese unwirksam.
Es gibt genug Möglichkeiten, so etwas feststellen zu lassen, mit parlamentarischer Hilfe eigentlich auch schon vor Erlaß der Verordnung. Und die Verordnung ist erst nicht seit gestern in Kraft.
Auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass die Handlungen einer Regierung prinzipiell gesetzestreu sind, so halte ich das Vorgehen allenfalls einer Räuberpistole für angemessen.
Zitat Ende

Genau Das, nämlich die Verordnung bzw. deren Umsetzung mit rechtstaatlich zulässigen und jeweils möglichen Mittel anzugreifen, versuchen sowohl das AVF (Aktionsbündnis Vogelfrei) als auch die AgV Cimbria (Aktionsgemeinschaft Vogelfrei Cimbria) seit November 2016.
Die Verordnung ist nicht direkt durch eine Klage angreifbar. Man kann aber Widerspruch einlegen gegen verordnete Maßnahmen auf Basis der Verordnung.

Bei diversen einstweiligen Verfügungen gegen die ABlehnung einer Ausnahmegenehmigung in verschiedenen Bundesländern wurden durch die entsprechenden Behörden Klagen wohlwissentlich verhindert, indem man in letzter Sekunde den Klagegrund ausser Kraft setzte, indem man die Ausnahmegenehmigung doch erteilte.
Dasselbe mit der Aufstallpflicht selbst – die letzte angestrebte Klage gegen die Aufstallpflicht durch das Gut Wardow (Erzeuger) wurde verhindert, indem Backhaus urplötzlich die landesweite Aufstallpflicht aufhob – wo er nur wenige Tage zuvor noch „absolut keine absehbare Entspannung“ sah.
Als nichts mehr ging, rief die AgVCimbria in Schleswig Holstein zum Widerstand auf ( https://drive.google.com/file/d/0B3yN0ZTsVMtYUE1oNWRmY0hLNmM/view ) und, wie nicht anders zu erwarten war, hob Minister Habeck völlig unerwartet und entgegen aller Prognosen seinerseits noch wenige Tage vor Ankündigung des Aufstandes, die landesweite Verfügung auf.
Diverse Parteien haben bereits diverse Anfragen bzgl. der Verordnung auf den Weg gebracht – vieles lässt sich beim AVF ( http://www.aktionsbuendnis-vogelfrei.com ) genauestens nachlesen.
Sämtliche Politiker durch alle Parteien hindurch und Behörden, die aus unterschiedlichsten Gründen Schulterschluss mit der industriellen Massentierhaltung suchen, setzen alles daran, eine Klage unsererseits zu vermeiden. Denn jede von uns gewonnene Klage brächte das, was hier geschieht mehr ins Wanken – und das wissen sie alle.
Die Politiker, die sich für einen vernünftigen Umgang mit der Sache einsetzen, beziehen Prügel ohne Ende (Beispiel Niedersachsens grüner Minister Meyer).
Allerdings wird es unruhig in den seit 10 Jahren geschlossenen Reihen zwischen Massentierhaltungswirtschaft und gewissen Behörden und Politikern.

Niemand dort hat wohl damit gerechnet, dass sich aus dem Nichts tausende private Geflügelhalter, Tierfreunde, kleine Freilanderzeuger, Zoos, Wildparks und Tierheime zu einer Protestbewegung zusammenfinden, die Tag und Nacht recherchieren und dann laut machen, was so lange schön im Hintergrund ablief.
Es hat wohl auch keiner erwartet, dass dieses Bündnis mal eben aus dem Nichts für die erste Klage innerhalb einer Woche rund 5tsd Euro an Spenden sammeln konnte, um diesen Prozess zu finanzieren.
Es hat auch keiner damit gerechnet, dass wir weiter machen und vorhaben, genau diese Verordnung zu Fall zu bringen, auch, wenn wir dafür bis zur EU klagen müssen und es hat keiner damit gerechnet, dass wir Spender finden, die das mit finanzieren ( https://www.aktionsbuendnis-vogelfrei.com/rechtsweg/langfristige-klageperspektive/ , https://www.aktionsbuendnis-vogelfrei.com/rechtsweg/gemeinsam-gegen-die-willk%C3%BCr/ )
Es hat jeder immer angenommen, dass „der kleine Mann“ mit seinen 5 Hühnern sich sowieso nicht wehren kann, weil er sich die Klage gar nicht leisten könnte.
…und dass wir keine „Räuberpistole“ verbreiten, dafür dürfte sprechen, dass die auf den o.g. Seiten verlinkte Kanzlei unser Mandat übernimmt…

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MDR Sachsen Anhalt 13.4.2017
Viele weitere Kommentare unter dem Artikel freigeschaltet!
KizoDur am 13.4.2017
Kommentar:
Frau Dalbert, Ihre Aussage ist Unsinn.
Im Zusammenhang mit der verfügten Stallpflicht wurde die Umsetzung und EInhaltung strengster Biosicherheitsmaßnahmen mit verfügt. Nachzulesen in der Verfügung Ihres Amtsveterinärs. Schon allein im Interesse der Sicherheit der Tiere wird vermutlich gerade Herr Spretke, dem die Vögel so sehr am Herzen liegen, dafür gesorgt haben, dass eben diese Maßnahmen auch umgesetzt werden. Bei korrekter Umsetzung der Biosicherheitsmaßnahmen wäre also eine Übertragung unwahrscheinlich und die Biosicherheitsmaßnahmen waren bereits voll verfügt. Außerdem sieht es ja so aus, als habe es keine klinisch kranken Tiere gegeben – das aber wäre wohl das Erste, was im Falle einer H5N8 Infektion aufgetreten wäre. Ich glaube nicht, dass Herr Spretke die Vögel gefährdet hat – er wird wohl eher einige gerettet haben…..

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An die Stadt Halle als Gesellschafterin des Zoos
und
den Oberbürgermeister der Stadt Halle als Aufsichtsratsvorsitzenden
von K. Zoller 13.4.2017

Sehr geehrte Damen und Herren
(sehr geehrter Herr Dr. Wiegand),

Ihre Stadt ist Gesellschafter des Zoos.
(Sie sind Aufsichtsratsvorsitzender des Zoos),
In dieser Eigenschaft bitte ich Sie inständig, helfen Sie Herrn Spretke, der jetzt für sein mutiges Handeln an den Pranger gestellt wird und stehen Sie zu ihm.
Herrn Spretke gehört ein Orden verliehen und der Zoodirektor sollte sich bedanken.
Hoffentlich hat Herr Spetke einen guten Rechtsbeistand!
Angesichts der teilweise unberechenbaren Behördenwillkür, die wir gerade im Osten Deutschlands teilweise beobachten durften (Beispiel Schwente aber auch Teublitz in Bayern ), hätte jeder, der seine Tiere nicht nur als austauschbare Gegenstände betrachtet, so handeln müssen.
Mit Chance hat er im Zoo vielen Vögeln das Leben gerettet, denn die Wahrscheinlichkeit auf ein falsch positives Testergebnis im ELISA Schnelltest und das damit verbundene Risiko einer darauf folgenden erstmal vorbeugenden Keulung war sicher hoch!!!
Wer sich mit dem, was sich vielerorts in Deutschland mit Berufung auf eine fragwürdige Verordnung rund um die Vogelgrippe diesen Winter abgespielt hat, etwas intensiver befasst hat, der wird Herrn Spretke verstehen und applaudieren. Er hat für die Vögel getan, was man den Mauerschützen von einst heute vorhält, für die Menschen nicht getan zu haben.

Ein inhaltlich ähnlicher Brief ging gestern an den Zoo direkt.
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Mitteldeutsche Zeitung 13.4.2017
Claudia Voget – Kommentarfunktion wurde abgestellt:
In einer Welt, in der ausschließlich erkrankte Tiere tierschutzgerecht getötet und die anderen, nicht erkrankten Vögel in Quarantäne gehalten würden, bis die Gefahr vorüber ist, würde ich Frau Dalbert sogar zustimmen.
Nur leider leben wir nicht in so einer Welt!
In unserer Welt werden gesunde Tiere ohne Befund oder mit negativem Befund als Kontakttiere getötet, werden ganze Bestände wegen eines Verdachtes niedergemetzelt, der sich hinterher als falsch herausstellt.
In unserer Welt werden diese Tiere nicht tierschutzgerecht erlöst, sondern das sogenannte “Keulen” bedeutet nichts anderes, als dass die Tiere brutal vergast, mit Knüppeln erschlagen oder mit Strom getötet und auf den Müll geworfen werden.
Dagegen sollte man protestieren, damit sollten sich die Medien kritisch auseinandersetzen, statt einen Mann zu verurteilen, der mit viel Mut und unter großem persönlichen Risiko versucht hat, seine Tiere vor diesem grausamen Schicksal zu bewahren! Jeder, der auch nur ein Fünkchen Mitgefühl hat und dem Tiere nicht gleichgültig sind, hätte daher so gehandelt wie Herr Spretke. Ihm gilt mein aufrichtiger Dank und meine Hochachtung für seinen Mut!

Liebe Grüße
Claudia Voget

K. Zoller
Kommentar wurde gelöscht, Funktion abgestellt:
Diesem Herrn Spretke gehört ein Orden verliehen und der Zoodirektor sollte sich bedanken.
Hoffentlich hat Herr Spretke einen guten Rechtsbeistand!
Angesichts der teilweise unberechenbaren Behördenwillkür, die wir
gerade im Osten Deutschlands beobachten durften (Beispiel Schwente aber auch Teublitz in Bayern )hätte jeder, der seine
Tiere nicht nur als austauschbare Gegenstände betrachtet, so handeln müssen.
Mit Chance hat er im Zoo vielen Vögeln das Leben gerettet, denn die
Wahrscheinlichkeit auf ein falsch positives Testergebnis im ELISA
Schnelltest und das Risiko einer darauf folgenden erstmal vorbeugenden Keulung war sicher hoch!!!
Wer sich mit dem, was sich Politik und Behörden mit Berufung auf eine fragwürdige Verordnung rund um die Vogelgrippe diesen Winter “geleistet haben, etwas intensiver befasst hat, der wird Herrn Spretke applaudieren.
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