Fragen rund um die Vogelgrippe – Geflügelpest

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Fragen rund um die Vogelgrippe-Geflügelpest
aus den Monaten Nov.-Dez. 2016

während unserer Recherchearbeit werfen sich uns immer wieder Fragen auf, die wir uns nicht beantworten können.  Nachfolgend führen wir unsere Fragen auf:

Mit Datum vom 24.1.2017 stellt das FLI ein Papier FAQ ein,
welches viele unserer unten gestellten Fragen beantworten soll
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Geflügelpest: infizierte Eule in Krempel gefunden
Da wird am 19. Dezember eine tote Eule gefunden,
Schnelltest offensichtlich positiv.
Am 23. Dezember stellt das FLI die Eule als positiv auf H5N8 bestätigt bei TSIS ein.
Am 28. Dezember berichtet Boyens Medien und teilt folgendes mit:
Die tierseuchenbehördliche Anordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest durch Wildvögel für das Gebiet in und um Krempel ist ab kommendem Freitag, 30. Dezember 2016, gültig.”

Sind wir hier eigentlich in Schilda? Am 23. wird dieser “hochgefährliche” Erreger festgestellt, aber das Sperrgebiet, was wirtschaftlichen Schaden für die Betriebe bedeutet (oder werden sie auch hier entschädigt?), was Hunde- und Katzenhalter einschränkt, was privaten Hobbyhuhnhaltern noch längere Zwangsmaßnahmen beschert – dieses ach so wichtige Sperrgebiet zum Schutz gegen die Seuche wird ganze 11 Tage nach dem Fund des Vogels mal ganz gemütlich eingerichtet. Kann uns mal bitte irgendwer von denen, die für so eine Regelung verantwortlich sind erklären, was der tiefere Sinn hinter dieser Maßnahme ist?

Das war 2006 Vet-Magazin.com:
FLI testet erfolgreich zweiten Markerimpfstoff gegen Geflügelpest
…und wo ist er, der Influenza-Impfstoff, der 2007 in den Feldversuch gehen sollte und, so vermute ich mal, mehrere Millionen an Steuergeldern verschlungen hat?

Beitag Petra Marie im Hühnerforum #5972

http://www.vet-magazin.com/wissensch…st-Impfen.html
2007. Geht um Notimpfungen….
(Zitat)
obwohl in der europäischen Tierseuchengesetzgebung im Seuchenfall eine Notimpfung statt der Keulung erlaubt, ist von dieser Option aus zwei Gründen bisher nie Gebrauch gemacht worden:

  • Eine Impfung mit herkömmlichem Impfstoff erlaubt keine labordiagnostische Unterscheidung zwischen geimpften und infizierten Tieren. Daher sind geimpfte Tiere und ihre Produkte vom europaweiten Handel ausgeschlossen. Ein ruinöser Preisverfall wäre die Folge.

(Zitat Ende)

wie dem vorherigen Post zu entnehmen war, stand der erforderliche Markerimpfstoff aber angeblich schon vor zehn Jahren kurz vor der Marktreife…..Was genau ist daraus geworden? (Nicht nur wegen immenser finanzieller Mittel interessant, die da hinein geflossen sind)
und:

(Zitat):

  • Obwohl nach europäischem Recht neuartige Markerimpfstoffe eingesetzt werden könnten, und so geimpfte von infizierten Tieren unterschieden werden könnten, und obwohl die Produkte dieser Tiere unter bestimmten Bedingungen europaweit handelbar wären, besteht hinsichtlich der Akzeptanz dieser Produkte bei europäischen und insbesondere außereuropäischen Handelspartnern eine große Skepsis.

(Zitat Ende)

Genau! Die Impfstoffe müssten mittlerweile zur Verfügung stehen und dürften nach europäischen Recht als Notimpfung auch eingesetzt werden. Es muss doch für Hobbyhalter und Erhaltungszüchter ohne internationale Handelsbeziehungen möglich sein, darauf zurück zu greifen, anstatt der “vorbeugenden” Keulung ihrer Tiere hilflos gegenüber zu stehen….Bei Pferden klappt das doch auch. Zur Schlachtung vorgesehen oder nicht. Du machst einenentsprechenden Eintrag im Equidenpass und gut ist. Warum sollte das in Verbindung mit der Betriebsnummer nicht möglich sein?!?!?!
Ich habe keine europäischen und aussereuropäischen Handelspartner und deren Befindlichkeiten sind mir, mit Verlaub, sch……egal. ob die skeptisch sind oder nicht, tangiert mich nicht im geringsten. Sie existieren für mich schlicht nicht. Die paar Eierchen meiner Hühner schaffen es nicht mal aus dem Dorf – meistens nicht mal über den Gartenzaun. In meiner Küche ist Endstation. Ich wette, die europäischen und aussereuropäischen Handelspartner interessiert es auch nicht die Bohne, wenn sowas passiert, wie in Schwante oder wenn meine Mädels über die Klinge springen.
Die kriegen das nicht mal mit. Es geht ja “nur” um ein knappes Dutzend Leben – nicht um Tausende…
Warum zum Teufel, kann ich meinen nicht-kommerziellen Hobbytierbestand (den ich liebend gerne wahrheitsgemäss als solchen deklariere) nicht dem EU-Recht entsprechend mit einer Notimpfung im Fall des Falles vor einer “vorbeugenden” Tötung retten? Kann mir das mal einer erklären?
Von mir aus lasse ich meine Mädels chippen, registriere die Transpondernummern beim Heimtierzentralregister und lasse für jede einen EU-Heimtierausweis ausstellen.

LG
Petra Maria

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Hanne Beitrag 17 im Hühnerforum

“The risk of introduction into the commercial poultry farms via indirect contact with materials (e.g. bedding material, boots, wheels of vehicles) contaminated by infected wild bird faeces used on the affected premises was estimated to be highest. In late October 2014, i.e. a few days before the outbreak, large aggregations of wild geese [Bean geese (Anser fabalis), Greylag geese (Anser anser)] had been observed on the pastures around the affected holding in Heinrichswalde and the ground on the premise surrounding the stable units was notably contaminated with faecal droppings of birds.”

Also Einstreu werden sie ja in Barßel vermutlich nicht verwendet haben. Damit bleibt: Sollte kontaminierter Kot rund um die Gebäude gewesen sein, hat die Viren ein Mensch eingetragen.
Letzten Endes ist es dieser Analyse von 2015 egal, wie sich Zugvögel bzw. Wildvögel angesteckt haben, wenn sie danach die Viren weiterverbreiten.

Ähnliches gilt für uns Hobbyhalter aber auch. Wir müssen unsere Tiere schützen. Mir eröffnet sich da die Frage: Würde man alle Bestände in ganz Deutschland untersuchen, wieviele hätten AI Ak? In Gebieten, in denen es kaum Massentierhaltungen, aber sehr viele Zugvögel und Funde toter Wildvögel gibt, gibt es bislang keine gemeldeten infizierten Bestände. Also:

1) Es wird in Gebieten mit sehr vielen toten Wildvögeln mit AI AK ein mindestens gleichhohes Risiko für eine Ansteckung mit kontaminiertem Kot geben wie beispielsweise in Barßel.
2) Die in diesen Gebieten größtenteils im Freiland gehaltenen Tiere erkranken aber nicht.
3) Man stellt eine Infektion mit AI ja zumeist über eine Beobachtung der klinischen Symptome fest. Das Immunsystem der Tiere in Massenhaltungen ist ergo derart desolat, dass der geringste Anlass genügt, damit die Tiere sichtbar erkranken.
4a) Das Immunsystem der anderen Tiere ist derart gefestigt, dass eine Erkrankung unbemerkt überstanden wird.
(4B) Den Haltern in den Gebieten sind Verluste an Tieren egal, daher melden sie nicht.) Diese Möglichkeit ist theoretisch gegeben, m.E. allerdings höchst unrealistisch.

Welche sinnvollen Schlussfolgerungen lassen sich ziehen:
1) Sind Massentierhaltungen quasi Sentinelhaltungen, da sie derart explosiv auf ein bereits extrem niedriges vorhandenes Infektionsrisiko reagieren?
2) Sollten Zugvogelrouten veröffentlicht werden, so dass man seinen Bestand zeitnah schützen kann(vor allem die Massentierhaltungen)?
3) Wäre es nicht generell sinnvoll, allen Verkäufern von Geflügel die Auflage zu erlegen, dem Käufer ein Merkblatt mitzugeben? “Das Verfüttern unerhitzten Fleisches kann zu gefährlichen Infektionskrankheiten führen.” und weitere Sicherheitsaspekte? Oder ein derartiges Merkblatt jedem Betrieb bei Neuanmeldung mitzugeben sowie laufend aktualisiert zu verschicken?
4) Nach Abzug der Zugvögel stellt sich immer noch die Frage nach dem Kot. -Für mich noch ungeklärt.

Die Stallpflicht scheint keine befriedigende Lösung zu sein.


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Beitrag Nr 4745 von Warnehof im Hühnerforum

Wenn man sich die europäischen Meldungen so ansieht, fällt dabei einiges auf. Also fabuliere ich mal drauflos.

Nur in den skandinavischen Ländern, in Polen, den Niederlanden, der Schweiz, Österreich und in Deutschland finden sich tote Wildvögel.

Nur in Deutschland gab es bisher Krankheitsfälle in privaten Kleinhaltungen.

Warum?
Wer nichts sucht, der findet nichts.
Und wie uns der große Mann von Riems ja schon erklärt hat, wenn man sucht, dann findet man auch was. Der Virus ist ja ein dauernder Begleiter der Wasservögel. Also lässt man suchen.

Auffällig für den ornithologischen Laien ist, dass dieser von toten Wildvögeln gesäumte Weg vom Bodensee, quer durch die Schweiz, schlagartig an der französischen Grenze abbricht.
An den beiden Hotspots in Ungarn und in Frankreich, keine toten Vögel? Sollte man nicht gerade nördlich der Pyrenäen (Rastgebiet vor der Überquerung?) tote Tiere finden? Nein, stattdessen gibt es dort scheinbar, massenhaft Infektionen direkt in Entengroßhaltungen. Laut OIE handelt es sich aber nur um 2 Herde. Dort ist eine massenhafte vorsorgliche Tötung durchgeführt wurden, da die einzelnen Ställe in Kontakt mit einem der beiden Ausbruchsorte standen.

In ganz Italien und Spanien kein toter Zugvogel? Wo verlaufen doch gleich die Zugrouten nach Afrika? Alle Länder ohne Funde gehören zur EU und unterstehen den gleichen rechtlichen Regeln. Und Deutschland leuchtet wie ´ne Weihnachtsdisko?
Glauben die Behörden in Frankreich und den anderen weißen Flecken, etwa nicht an die Wildvogeltheorie und verschwenden keine Resourcen auf die Nachsuche und Analyse?
Oder brauchen die dortigen Referenzlabore kein Geld für hochfliegende Pläne?

Völlig unbemerkt von der deutschen Presse geht am 21.11.2016 in Mörarp bei Helsingborg, Schweden ein Legehennenbetrieb mit 210.000 Hühner hoch.Wo liegt Helsingborg doch gleich? Richtig an der Hauptverbindung zwischen Schweden und Dänemark. Zufall?

Am Bodensee und in der Schweiz hingegen, keine Infektionen in Haltungen. Weder Großen noch Kleinen. Und dabei muß der Boden dort, ja geradezu gepflastert sein mit toten Tieren und dem Kot der überlebenden, aber nach Meinung des FLI ebenfalls kontaminierten, Zugvögel.

Wieso???

Beitrag  4745 von Warnehof
Und dann war da noch eine Pandemie, nee.
Heißt ja Panzootie, kennt aber keiner.

Wikipedia sagt dazu:
Unter Pandemie versteht man eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit, im engeren Sinn einer Infektionskrankheit. Im Gegensatz zur Epidemie ist eine Pandemie somit örtlich nicht beschränkt.

Am 7.12. teile das FLI über dpa mit, dass wir jetzt eine Pandemie haben. Warum am 7.12?

In Europa ist die Influenza seit Anfang November.
In Asien gibt es bereits seit September immer wiederkehrende lokale Ausbrüche von H5N8 (Indien, Iran, Israel)
In Afrika sind seit dem 26.11. einzelne H5N8 Fälle in Ägypten und Tunesien bekannt geworden.

Zu dem Zeitpunkt im November waren die Medien aber noch voll mit Panikmeldungen, über die grassierende Influenzawelle in Deutschland. Nachdem der Medienhype Anfang Dezember aber deutlich abnahm, mußte noch mal nachgelegt werden.

Und siehe da, nun sind wir Pandemie.
Aber es will ja keiner Panik verbreiten. …oder doch?
Wer will, darf das teilen.

Beitrag Nr 4746 von Mara1

Was mir bei Okinas Karte so ins Auge springt: An der deutschen Nordseeküste und den Inseln ist NICHTS? Ich bin kein Vogelkundler, aber Vogelzug im Norden bringt mein Hirn immer mit dem Wattenmeer in Verbindung. Ich mußte nicht lang suchen, um diese Seite zu finden:
http://www.nationalpark-wattenmeer.d…gel/rastvoegel
Millionen Zugvögel rasten teils sogar mehrere Wochen lang am Wattenmeer, viele überwintern da sogar. Da müßte es doch an der Küste jede Menge Funde geben? Eigentlich dürfte man da vor lauter toten Enten und Gänsen und Möwen gar nicht mehr treten können…

Am Rhein entlang von der schweizer Grenze bis fast zur NL-Grenze ist auch nichts? Folgen Wasserzugvögeln nicht oft den Flußläufen?
Dieses Jahr haben die wohl alle die Autobahn genommen.

In Ungarn gab es Fälle im Südosten, und dann zwei im Nordwesten. Der Karte nach auch nahe der Autobahn, die man nimmt wenn man von den Ausbruchsgebieten im Südosten über Budapest Richtung Wien fährt. Aber komischerweise sehe ich keine roten Punkte am Plattensee, und am Neusiedler See auch nicht. Beides große Seen, wo sich viele Wasservögel tummeln und bestimmt auch viele Zugvögel rasten.

Die Zugvogeltheorie wird immer unsinniger für mich.

Ziel der Europa- Straßenkarte mit aktuellstmöglichem Stand der H5- Ausbrüche ist der Nachweis, dass die vom FLI und anhängigen Politikern seit Jahren vehement vertretene These zur Verbreitung der Vogelgrippe alias “Geflügelpest” durch Wildvögel aus Fernost- und Nordasien in der Form nicht haltbar ist. Vielmehr zeigt die Karte den Verlauf einer viel wahrscheinlicheren Ausbreitung der Krankheit über Hauptverkehrswege wie Autobahnen, Bundes- oder Europastraßen durch Lebendtier- oder Misttransporte von und zu den Mast- und Großhaltungsanlagen, in denen das Virus mutmaßlich seinen Anfang nimmt.

Warum wird das seitens des FLI und der Politik nicht genau untersucht?


Beitrag 3733 von Stefanie im Hühnerforum:

Was mir immer wieder besonders deutlich zeigt, wie “ernst die Lage (Seuche! Epidemie verhindern!)” für die Behörden tatsächlich ist, ist die Tatsache, dass die gefährliche Seuche offensichtlich auch am Wochenende ruht und sich nur wochentags verbreitet.
Wir sollen nur werktäglich gestorbene Vögel aufschreiben oder melden, auch nur werktags gelegte Eier zählen ……… und die Sperrbezirke/Aufstallungsgebiete werden auch nur wochentags neu definiert und bearbeitet ………..
Vielleicht könnte man ja, wenn die Seuche doch am Wochenende untätig ist, auch die Aufstallung am Wochenende zur Freude der Hühner aufheben? (Ironie aus)

Im Ernst – wenn wir wirklich eine sich ausbreitende Seuche, eine Epidemie hätten – meint ihr nicht, dass da die Behörden auch am WE arbeiten würden?

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Ein Geflügelhalter wunderte sich und wir fragen uns….

In diesen Tagen hören wir täglich, wie Vertreter der Landwirtschaftsministerien von Bund und Ländern vehement sämtliche Vorwürfe von sich weisen, eine besondere Nähe zur Geflügelindustie (Massentierhaltung) zu pflegen.
Dazu folgende Geschichte, die uns der Betroffene erzählte:
Ein kleiner Hühnerhalter beauftragte das zuständige Landeslabor seines Bundeslandes mit der Untersuchung von Proben auf eine häufiger auftretende, meldepflichtige Geflügelkrankheit.  Im Landeslabor teilte man ihm mit, dass man die Proben in ein Speziallabor schicken müsse, da man diese Krankheit  selbst nicht testen könne.
lohmann-rechnungSoweit nicht sonderlich ungewöhnlich. Als jedoch der Hühnerhalter die Rechnung des “Speziallabors” erhielt, war er doch leicht irritiert:
Es handelte sich um ein hauseigenes Labor der Lohmann Tierzucht“.

Lohmann Tierzucht GmbH ist Marktführer bei der Produktion von Legehennen Elterntieren (Hybriden) und gehört zur EW Group (Erich Wesjohann Group).
Mit anderen Worten: das betreffende Bundesland ist in seinem Landeslabor technisch nicht in der Lage, meldepflichtige Krankheiten zu testen und beauftragt damit das Labor des  größten und einflußreichsten Massengeflügelhalters im Land.
Nicht nur, dass hier die Proben des Hühnerhalters vom Landeslabor an einen Wettbewerber weitergegeben wurden, was schon allein ein Skandal ist, es scheint ja auch so zu sein, dass der größte Massengeflügelhalter und Marktführer in diesem Segment, der genau wie jeder andere Geflügelbetrieb denselben strengen Gesetzen und Kontrollen unseres landes zur Geflügelhaltung unterliegen sollte, sich selbst kontrolliert – das Landeslabor scheint dies´ja angesichts fehlender Ausstattung nicht zu können.
Wir fragen uns: angesichts solcher Praktiken, wie will da irgendeine Behörde allen Ernstes behaupten, sie pflege keine Nähe zur industriellen Tierhaltung und sei neutral?
Und natürlich fragen wir uns angesichts einer solchen Geschichte,  wie unabhängig es denn dann wohl jetzt bei dem aktuellen H5N8  Ausbruch  zugehen mag mit Proben, Tests, Untersuchungen und Risikobewertungen?
Weitere Fragen zu diesem Beitrag, die uns von Lesern erreichten

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Die Freie Universität Berlin, Fachbereich Veterinärmedizin
schreibt in ihrem Bereich “Geflügelkrankheiten, Wirtschaftsgeflügel, Viruserkrankungen, AI” unter anderem:

Aviäre Influenzaviren bleiben in feuchtem Kot über 120 Tage und in trockenem Kot ca. 44 Tage intakt. In Wasser kann der Erreger bei 17 Grad bis zu 100 Tage überdauern, in Einstreu sogar mehr als 105 Tage. In der Außenwelt werden aviäre Influenzaviren durch Wärme und UV-Strahlen zerstört.
Frage: bedeutet das nicht automatisch, daß Geflügelmist der in großen Mengen als Dünger in die Äcker eingearbeitet wird,
(also keine UV-Strahlen ran können, sommerwarmes Regenwasser hinzu kommt)
das noch aktive Virus auswäscht und in Bäche, Flüsse, Seen, Grundwasser verbringt, wo es nach der Ausbringung noch gute 3! Monate hochgefährlich bleibt?
Muss da nicht
1.  die Ausbringung von / der schwunghafte, grenzüberschreitende Handel mit Geflügelmist (siehe dazu links im unteren Bereich der Seite) komplett verboten und der Geflügelmist zu Sondermüll erklärt werden?
2. mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen und entsprechend in einer groß angelegten Studie untersucht werden, inwieweit sich die Wildvögel in den Gewässern an eben diesen noch aktiven EInträgen infizieren?

Weiter beschreibt
Die Freie Universität Berlin, Fachbereich Veterinärmedizin:
Aus diesem Grund breitet sich die Erkrankung in Käfighaltung langsamer aus, als bei Bodenhaltung. Auch kontaminierte belebte und unbelebte Vektoren (Mensch, Wildvögel, Geräte, Futter, Wasser, Fahrzeuge, Transportkisten, Eierpappen u.a.) können den Erreger in andere Bestände verschleppen. Der Erreger kann nasal, aerogen, oral oder durch kontaminierte Samenflüssigkeit in den Wirtsorganismus eindringen.
…….Die Ei -Schale kann über den Kot mit dem Virus kontaminiert werden und so als Infektionsquelle fungieren.

Aviäre Influenzaviren bleiben in feuchtem Kot über 120 Tage und in trockenem Kot ca. 44 Tage intakt. In Wasser kann der Erreger bei 17 Grad bis zu 100 Tage überdauern, in Einstreu sogar mehr als 105 Tage.
In der Außenwelt werden aviäre Influenzaviren durch Wärme und UV-Strahlen zerstört.

Fazit: Demnach ist Käfighaltung etwas weniger gefährlich als, Bodenhaltung, aber Freilandhaltung ist mit Abstand die sicherste und kontaminationsärmste Haltung, denn das Virus wird ja demnach unter dem Einfluss der UV Strahlung zerstört.
Fragen: Bewirkt dann also die Aufstallpflicht zur Zeit in den sonst draußen gehaltenen Beständen das genaue Gegenteil dessen, was ereicht werden soll?
Muss es nicht eher eine Freilandhaltungspflicht geben, um eine Verschleppung des Virus zu verhindern?

Ist es in diesem Zusammenhang nicht dringend angezeigt, zu überdenken, ob man mittelfristig für Wirtschaftserzeuger die Bestandsgrößen nach oben begrenzt und eine Freilandpflicht einführt (zumal das ganz nebenbei eine deutliche Verbesserung hinsichtlich unserer Tierschutzgesetzgebung bedeuten würde)?

Quelle: Feie Universität, Berlin Fachbereich Veterinärmedizin
http://www.vetmed.fu-berlin.de/e-learning/gefluegel/gefluegelkrankheiten/Virale_Erkrankungen/Aviaere_Influenza/index.html

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Das FLI veröffentlicht regelmäßig die aktuellen Zahlen. Allerdings werden da viele Angaben nicht gemacht. Aber nur, wenn man auch die Zahlen den Beständen zuordnen und eindeutig differenzieren kann zwischen getesteten Tieren, daraus positiv bestätigten Tieren und im Verhältnis dazu im selben Bestand gesund getöteten  Tieren, lässt sich eine Aussage treffen, wie stark die schnelle Ansteckung der Tiere untereinander tatsächlich unter unterschiedlichen Lebens/Haltungsbedingungen ist (hier interessiert besonders, die Besatzdichte).
Wo erhalten wir die offiziellen Zahlen wie folgt:
Wildvögel:
Wieviele Vögel wurden gefunden?
Auf wieviele Fundorte verteilt sich die Anzahl gefundener Vögel?
Wieviele Vögel wurden getestet und mit welchen Testmethoden?
Wieviele Vögel waren davon H5 positiv und wieviele davon H5N8 positiv bestätigt?
Hausgeflügel:
Wieviele Tiere wurden jeweils pro Standort auffällig? (OIE)
Wieviele Tiere wurden getestet mit welchen Testmethoden?
Wieviele Tier wurden gekeult inkl. Angabe wieviele es an einem jeweiligen Standort waren? (OIE)
Wieviele der gekeulten Tiere an dem jeweiligen Standort wurden getestet?
Wieviele an dem jeweiligen Standort waren davon H5 positiv und wieviele H5N8 positiv bestätigt? (OIE)
Die Tierseuchenberichte sind jetzt eingeschränkt einsehbar für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Allerdings gibt es dort nur eine Zahlenangabe für die Anzahl festgestellter Einzelfälle bei Wildtieren und über die Anzahl festgestellter Bestände bei domestizierten Tieren. Keine Angaben, um wieviele Tiere es sich bei den Beständen konkret handelte und wieviele tatsächlich innerhalb des Bestandes betroffen waren. Keine weiteren der o.a. Fragen werden durch die einsehbaren Bereiche der Berichte beantwortet.
Das TSIS liefert eine Auflistung der Fundorte und Vogelarten ohne weitere Angaben. Die OIE liefert die genauen Angaben zu Wildvögeln und Beständen, die H5N8 positiv bestätigt wurden. 
Allerdings fehlen auch hier genaue Informationen, wieviele Tiere eines Gesamtbestandes genau getestet UND bestätigt wurden.

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Wie erklären sich die Verhätnismäßigkeiten?
 
Das Usutu Virus ist erwiesenermaßen immer wieder verantwortlich für Massensterben bei Vögeln und es ist erwiesenermaßen sehr gefährlich für Menschen. Die Folge einer Infektion können Hirnhautentzündungen und ähnliche, schwere Erkrankungen beim Menschen sein.

(da wäre eigentlich der Name “Vogelpest” angebracht. Der Überträger ist  übrigens eine Mücke – bei der echten pest waren es Flöhe).

Bei H5N8 bei den Wildvögeln gibt es kein Massensterben. Bei bis zum 18.11.16 bundesweit 221 positiv getesteten Wildvogelfunden kann man angesichts der Millionen Vögel, die hier durchziehen  nicht von einem Massensterben sprechen und für den Menschen ist  das Virus erwiesenermaßen zur Zeit gar keine Gefahr, die Wahrscheinlichkeit, dass es in eine auf den Menschen übertragbare Variante mutiert wird vom FLI als sehr unwahrscheinlich eingestuft.

Wie also erklärt sich die Verhätnismäßigkeit?
Von Usutu haben viele Bürger noch nicht einmal gehört, obwohl Usutu regelmäßig ausbricht und großes Sterben vor allem unter unseren Amselbeständen hervorruft.

Bei H5N8, von dem bis heute noch nicht einmal eine konkrete Bedrohung für Menschen oder aber größere Tierbestände (weder Wild- noch Hausgeflügel) ausgegangen ist, wird eine gigantische Panikmache betrieben, es werden zig tausende kerngesunde Hühner, Enten, Gänse und Puten auf Verdacht “vorsorglich” gekeult und in den Müll geworfen und erst im Nachhinein wird dann in den meisten Fällen festgestellt, dass sämtliche Tiere gesund waren!
Wie erklärt sich dieses unverhältnismäßige Vorgehen?
Warum sind so viele Tests falsch positiv?
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Welche Tests werden verwendet? Hinweis unten
Trotz intensiver Recherche konnten wir nirgends auf der Seite des Friedrich Löffler Instituts (FLI) klare Angaben darüber finden, welche Tests genau Verwendung finden.
Dies ist aber für die Beurteilung dessen, wie aussagekräftig postive Befunde überhaupt sind, eine zwingende Voraussetzung.
Besonders die Spezifizität und die Sensitivität der Test sollten vom FLI klar angegeben werden.
Denn würde ich mal annehmen, dass die hier verwendeten Tests genau so weit ausgereift sind, wie der extrem weit entwickelte und teure HIV Test für Menschen,
dann würde das für die Tests der 8000 Gänse in Dithmarschen bedeuten, dass wenn 8000 Gänse getestet werden, davon 120 FALSCH POSITIV sind.

Sind die im FLI angewandten Test weniger genau, als der HIV Test, was fast anzunehmen ist, dann steigt die Zahl der FALSCH POSITIV getesteten Tier entsprechend.

Für jeden, der mit diesen Begriffen nichts anfangen kann – wir haben es uns auch erstmal von einem Wissenschaftler erklären lassen müssen-versuchen wir hier einmal eine einfache Erklärung:
Spezifizität und Sensitivität werden in % ausgedrückt und sagen etwas darüber aus, wieviele Tests bei einer Gruppe von xy getesteten Individuen falsch positiv oder falsch negativ sind .

Ein Beispiel anhand des sehr hoch entwickelten und extrem teuren HIV ELISA-Test in der Humanmedizin hat es uns in einem Gedankenexperiment veranschaulicht:

Stellen wir uns dazu vor, eine repräsentative Gruppe von einer Million Personen werde nach ELISA getestet.
1.000 davon sind tatsächlich mit HIV infiziert und 999.000 nicht.
Von den 1.000 Betroffenen werden 997 ein positives Testresultat erhalten. In der Gruppe der Nicht-Infizierten werden im Schnitt von je 1.000 nur 15 ein positives Testresultat bekommen,
also 15 x 999 = 14.985 unter den 999.000.
Zusammen genommen haben wir also 997 + 14.985 = 15.982 Personen mit positivem Testergebnis. Aber nur 1.000 tragen den Erreger wirklich in sich und von diesen 1000 sind auch noch 3 nicht erkannt worden, dafür aber 14.985 Gesunde für krank erklärt worden.

Mit anderen Worten: Nur etwa eine von 16 der positiv getesteten Personen hat im Durchschnitt HIV. Das sind nur etwa 6 Prozent.

Für jene, die die angegebene Erklärung gerne fachlich nachrecherchieren möchten:
Genauigkeit ELISA-Test:
Beim Elisa-Test liegt die Sensitivität bei 99,7 Prozent. Dies bedeutet, dass mit dieser Methode nur 3 von 1.000 tatsächlichen HIV-infektionen unentdeckt bleiben. Die Spezifizität des Elisa-Tests, also die Wahrscheinlichkeit, bei Nicht-Infektion ein negatives Testergebnis zu bekommen, beträgt 98,5 Prozent.
Ermittelt werden kann der mit der Formel von Bayes.

Wir fragen uns also:
Welche Tests finden Verwendung?
Welche Spezifizität und Sensitivität haben sie?
Wie kann man angesichts so hoher Fehlerquoten im Testverfahren nur auf den Verdacht hin zig tausende gesunde Tiere abschlachten?
Zumal die Zahlen der später tatsächlich possitiv bestätigten Tiere schon seit 2006 immer wieder  eine eindeutige Sprache sprechen:
bis zum 18.11.2016 wurden beim jetzigen “Ausbruch” ganze 5   Hausgeflügel im GESAMTEN Bundesgebiet positiv getestet!
TSIS (Tierseuchen Informations System des FLI) ist in Teilen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Unter anderem wurde die amtliche Methodensammlung veröffentlicht, in der die möglichen, zulässigen Tests verschiedener Hersteller aufgeführt sind. Nach wie vor gibt es nirgens Hinweise darauf:

  • mit welchen Tests bei dieser konkreten Seuche gearbeitet wird?
  • ob alle Amtsveterinäre bundesweit denselben Test desselben Herstellers verwenden müssen, oder on die Auswahl des Tests Ermessenssache ist
  • welcher Test (Schnelltest, 1. Nachuntersuchung, Bestätigung im FLI ausschlaggebend für eine Keulungsanordnung ist
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In Schleswig Holstein gab es bis zum 18.11.2016 genau
13 Stück Wildvögel und 2 Hausgeflügel, die positiv bestätigt wurden (das sind offizielle Zahlen des FLI)
Alles andere aufgrunddessen Sperrbezirke eingerichtet werden und
zig tausend Stück Geflügel gekeult und in den Müll gworfen wurden, waren  reine Verdachtsfälle, die sich nicht bestätigt haben!
Frage:
Warum töten wir fast 100 000 gesunde Tiere und werfen sie in den Müll, obwohl sich immer wieder zeigt, dass am Ende im Rückblick nur wenige Individuen eines Bestandes im Verhältnis zum Gesamtbestand positiv bestätigt werden? Sollte man betroffene Bestände nicht einfach unter Quarantäne stellen und nur jene Tiere heraus selektieren, die tatsächlich erkranken?
Lt. Prof.Dr.Dr.h.c. Mettenleiter am 1.12.2016 in Kiel sei das nötig, da das Virus über Federn, Staub etc. auf die anderen Tiere übertragen worden sein kann und verschleppt werden würde……
(uns hat diese Antwort nicht überzeugt!)
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 Von Viruserkrankungen beim Menschen, z.B. Herpes, den der größte Teil der Bevölkerung trägt, wissen wir, dass diese Viren erst zum Problem werden, wenn primär andere Viruserkrankungen z.B. AIDS vorliegen oder wenn eine besondere Schwächung des Betroffenen (z.B. Immunerkrankung, Alter, Tumorerkrankungen, organische Erkrankungen etc.) bestanden.
Wir haben nirgends Hinweise darauf gefunden, dass die positiv bestätigten Tiere diesbezüglich untersucht werden, um festzustellen, warum nur vergleichsweise wenige Tiere dem Virus zum Opfer fallen und ob es eine erkennbare, wiederkehrende Bedingung für den symptomatischen und zum Tode führenden Ausbruch der Erkrankung gibt.
Wir fragen uns:
wird bei H5N8 positiv bestätigten Vögeln (sowohl Haus- als auch Wildtieren) folgendes untersucht und statistisch erfasst:
– das Alter der betreffenden Tiere
– die Todesursache
– lagen Primär- oder Sekundärerkrankungen vor Hinweis unten
(z.B. Tumore, Organveränderungen, Verletzungen, andere Infektionserkrankungen)
– wurden die Mageninhalte analysiert

Wenn ja, wo kann man die Ergebnisse nachlesen?
Prof. Dr. Dr.h.c.Mettenleiter, FLI verneinte die Fragen
am 1.12.2016 in Kiel…

Wenn nein, warum nicht?
…das sei zu aufwändig, zu teuer und unnötig
(uns hat diese Antwort nicht überzeugt)

In der amtlichen Methodensammlung wird (markiert) allgemein auf diverse organische Veränderungen verwiesen, die bei der Sektion von an AI verendeten Tieren gelegentlich auffallen. Allerdings fehlen Angaben  darüber, ob es sich um Erkenntnisse aus dem derzeitigen Seuchengeschehen oder um allgemeine Forschungsergebnisse aus der Vergangenheit handelt und es gibt keine Auskunft darüber, ob die oben hinterfragten Untersuchungen bei den gegenwärtigen Fällen stattfinden.
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