Fragen und Forderungen an Politik, Behörden, Medien und Wissenschaft

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Fragen und Forderungen an Politik, Behörden und Wissenschaft zum Thema
“Umgang mit der Vogelgrippe”

Eine Menge Dinge fallen uns im Laufe der Zeit auf, die unseres Erachtens dringend beim Umgang mit der Vogelgrippe geändert werden müssen, wenn man endlich zu haltbaren Untersuchungsergebnissen und daraus resultierend einen vernünftigeren Umgang mit der Vogelgrippe finden will.
Verwendung der Inhalte für eigene Schreiben an entsprechende Stellen ist ausdrücklich erlaubt!

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welt 24.de 23.3.2006
60 Millionen Euro gegen die Vogelgrippe

Frage an Politik, Behörden, Medien und Wissenschaft:

Was ist aus den 60 Millionen Steuergeldern geworden???

Wenn ich meine Suchmaschine bemühe und Vogelgrippe, 2006 und H5N1 eingebe, dann werde ich überschüttet mit Presseberichten – und egal, welchen link man anklickt, man liest exakt dieselben Aussagen und Theorien von Politik, Wissenschaft und Behörden, wie heute. 
Der Umgang mit dem Virus war ebenfalls nicht anders:
die Antwort hiess damals wie heute
“alles töten und vernichten – vorbeugend und vollständig. ”
Auch die Medien haben damals genau so wenig kritisch hinterfragt wie heute.
Und damals wie heute las man seitens des FLI:
der Eintragsweg konnte nicht ermittelt werden, aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um einen indirekten Eintrag durch Verunreinigungen von Wildvögeln.
Ach ja, und damals wie heute waren “mit hoher Wahrscheinlichkeit die Wildvögel Verursacher (nicht Opfer) und damals wie heute hielt man es beim FLI für überflüssig, andere Verursacher, wie etwa die Massentierhaltung selbst näher zu untersuchen.

Mit anderen Worten:
in den letzten 10 Jahren sind wir absolut KEINEN Schritt weiter in Sachen Aviäre Influenza – aber das Staatssäckel ist um 60 Millionen leichter!
Und??? Steht schon fest, wieviel man dem FLI nach diesem nie dagewesenen “Seuchenzug 2016/2017”  für die nächsten 10 Jahre als Forschungsgeld zur Verfügung stellen will?

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Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums vom 10.2.2017
auf die
kleine Anfrage der Grünen:
Kleine Anfrage der Grünen – Antwort
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9.2.2017
zur Zeit liest man fast täglich von unzähligen toten Wildvögeln, die eingesammelt und beprobt werden.

Nur an verhältnismäßig wenigen kann dann tatsächlich der Erreger nachgewiesen werden.
Auffallend ist, dass bei diesem 2. Grippegeschehen sehr viele Schwäne und Greifvögel unter den Todfunden sind.

Schwäne:
Fakt ist, insbesondere in den Gegenden, wo die meisten Funde von Schwänen zu verzeichnen sind, haben wir seit Wochen anhaltend tiefsten Winter.
Zugefrorene Gewässer und schneebedeckte Ländereien. Schwäne benötigen vergleichsweise viel Nahrung, die sie bei zugefrorenen Gewässern nicht finden.
Zusätzliche Fütterungsverbote verschärfen das Problem für diese Tiere.

Hungertod dieser Tiere dürfte vorprogrammiert sein.

Greifvögel:
die meisten Greifvögel ernähren sich von Mäusen und anderen Kleinsäugern sowie geschwächten Wildvögeln.
 In kargen Zeiten (besonders im Winter) greifen sie aber auch auf Kadaver zurück.
Geschlossene Schneedecken machen die Jagd auf Kleinnager praktisch unmöglich.
Jetzt sammeln wir auch noch sämtliche Kadaver aus der freien Landschaft ein.

Damit nehmen wir Greifvögeln und Aasfressern eine weitere wichtige Nahrungsquelle. Zumal die allermeisten der Totofunde auch noch AI negativ sind.
Ich könnte mir also gut vorstellen, dass auch hier viele verhungern.

Dann lese ich gestern in der Taunus Zeitung 9.2.2017 Opel Zoo: Neues Projekt – Feldhamster, dass der dort mit H5N8 positiv beprobte
Pelikan nicht an dem Virus verstarb, sondern als Folge der Aufstallpflicht. Hier ist also offenbar endlich einmal auch die Todesursache untersucht worden
.
Weitere Pelikane aus derselben Gruppe waren, wie wir alle wissen, nicht infiziert und mussten auch nicht getötet werden.

Es wird m.E. allerhöchste Zeit, hier tiefgreifende Ursachenforschung zu betreiben.

Dazu gehört:

  1. bei JEDEM Todfund, bei dem ein positiver H5N8 Nachweis erbracht wird, die Untersuchung der Todesursache.
  2. die Feststellung, ob das Vorhandensein des Virus lediglich nachgewiesen wird oder ob auch eine Infektion vorliegt.

Des Weiteren muss m.E. das Prozedere der Einsammlung und Beprobung der Todfunde dringend überarbeitet werden!

Der Presse kann man täglich entnehmen, wie dies zurzeit abläuft:
da laufen Mitarbeiter der Stadt oder der Feuerwehr oder des Veterinäramtes durch die Landschaft – nicht selten mit Müllsäcken (sicher unsteril)  ausgestattet, in die die verendeten Tiere gesammelt werden.
Es wirkt auch keineswegs so, als würden nach der Berührung eines Todfundes sofort die Handschuhe gewechselt, eine
Desinfektion der Hände und Kleidung vorgenommen  und eine neue, sterile Tüte genommen, bevor man den nächsten Todfund einsammelt.
Auf den vielen Bildern von Beprobungen im Labor sieht man immer wieder, wie die Tiere aufgereiht auf ein und demselben Tisch liegen.

In so manchem Pressebericht liest man, dass die Jägerschaft für die Beprobung von Federwild mit herangezogen wird – dss diese speziell geschult wurden, wie man Proben so entnimmt und sichert, dass es nicht bei einer Strecke von mehreren Tieren zu gegenseitigen Verunreinigungen kommen kann, bezweifel ich.
Würde auch schon daran scheitern, dass der apportierende Hund (hoffentlich!) sicher nicht nach jeder apportierten Ente das Maul desinfiziert bekommt.

Andererseits lesen wir nahezu täglich, dass selbst bei akribisch eingehaltenen Biosicherheitsmaßnahmen das
Virus immer wieder seinen Weg in hermetisch abgeschlossene Riesenstallungen findet.

Nun muss sich doch jeder einigermaßen logisch denkender Mensch als allererstes fragen:

Wie viele  der Todfunde, an denen das Virus H5N8 nachgewiesen wurde, sind lediglich ein Ergebnis von Verunreinigungen  aufgrund dieser alles anderen, als professionellen Einsammlung und Beprobung der verendeten Tiere?

Dieselbe Frage stelle ich mir übrigens auch bei den Beprobungen in Hausgeflügelbeständen:

  1. Wird da bei jedem einzelnen Tier, bevor es von dem Beprober berührt wird, dieser einer Volldesinfektion und einem Handschuhwechsel unterzogen,
  2. ist sein Equipment steril und sichergestellt, dass es keinerlei indirekte Übertragungen von dem zuvor beprobten Tier aus demselben Bestand gibt?
  3. wie sicher ist es, dass der Beprober keinerlei Keime aus Beständen, die er zuvor beprobt hat, direkt oder indirekt z.B. über sein Equipment mit einschleppt?

Diese Frage stellte sich mir besonders, als ich von zwei Fällen las, wo Massentierbestände negativ beprobt worden waren und einige Tage später (genau passend zur Inkubationszeit) plötzlich zahlreiche Tiere tot umfielen.

Last not least sollte man vielleicht überlegen, negativ beprobte Wildvogel-Todfunde wieder in die freie Landschaft zu verbringen, damit die Aasfresser und Greifvögel nicht ihrer Nahrung beraubt werden.

Auch eine Zufütterung der Schwäne mit regionalen, natürlichen (nicht importierten oder mit irgendwelchen Tiermehlen versetzten)  Futtermitteln wäre m.E. zu überlegen, solange die Gewässer zugefroren sind. Vermutlich kann man damit die Zahl der Todfunde deutlich reduzieren, weil zumindest jene Tiere rausfallen, die sonst einfach verhungern.

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