Wildvogelhilfe: Aktuelles

Aktuelles aus der Wildvogelhilfe

Themen:

  • 18.8.2017
    Rabenkrähe bei Lübeck / Schleswig Holstein sucht dringend Auswilderungsgesellschaft

    Rabenkrähe „Dussel“….

    „Dussel“ wurde vor ca 4,5 Wochen als flugunfähiger Ästling  am Fuß verletzt gefunden und von seinen Findern mit Liebe und Sorgfalt aufgepäppelt und gesund gepflegt.

    Nun ist er langsam bereit für die Auswilderung.
    Da die Finder auch nach intensiver Suche keine adäquate Auswilderungsstelle ohne Aufnahmestop gefunden haben, haben sie sich entschlossen, den Bau einer eigenen Auswilderungsvoliere in Auftrag zu geben.
    Diese wird in zwei Wochen fertig gestellt sein.

    …sucht Auswilderungsgesellschaft

    Der Kleine würde sich freuen, wenn er nach Fertigstellung dort nicht alleine einziehen muss.
    Nähere Infos zur Ernährung, dem Umgang und der Auswilderung geben wir gerne bei Interesse.
    Auch eine vorherige Besichtigung ist nach Absprache möglich.
    Begleitende Beratung bei Fütterung, Haltung und Auswilderung erfolgt/e durch mich.
    Wer eine etwa gleichaltrige Krähe zur Auswilderung abgeben würde, melde sich bitte bei mir über info@wildvogel-rettung.de

  • 21.6.2017
  • sengende Hitze -Küken springen aus Nistkästen!
  • tödliche Fallen mitten in Deutschland – Finger weg!
  • 20.6.2017
  • Schwalbenküken ist nicht mit den anderen ausgeflogen
  • Schwalbenküken aus Nest gefallen
  • 31.5.2017
  • Immer wieder falsches Futter
  • nacktes, frisch geschlüpftes Küken gefunden
  • 28.4.2017:
  • Nisthilfen aus Metall und Kunststoff
  • Kunstnester für Mehl- und Rauchschwalben
  • Tödliche Falle: Pferdehaar und Angelsehne

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21.6.2017
sengende Hitze im Süden Deutschlands grillt haufenweise Nestlinge in ihren Nestern.
In ihrer Not springen sie raus und liegen hilflos auf dem Boden.
Bitte helft den Vögeln wo immer es geht:

  • Wo möglich helle Geschirrtücher nass (nicht triefend) auf die Nistkästen hängen, so dass die Einfluglöcher frei bleiben und gelegentlich mit einem Wäschesprüher nachbefeuchten.
    Die Verdunstung senkt die Temperatur im Nistkasten um einige Grad.
  • Nester, die der prallen Sonne ausgesetzt sind wo möglich mt einem Sonnenschirm o.ä. abschatten.
  • Unter Schwalbennester weich gepolsterte Behälter stellen, damit die Schwalben weich fallen, wenn sie wegen der Hitze unter dem Dach runter springen.

    Wenn ein Vogel gesprungen ist, diesen bitte ins Haus nehmen.
  • Den Vogel in einem Karton mit einem zum Nest geformten Handtuch unterbringen – Luftlöcher nicht vergessen.
  • Bitte kein Wasser oder Futter rein stellen.
  • Abends, wenn es wieder etwas kühler geworden ist, kann das Küken zurück ins Nest gesetzt werden.
  • Dabei bitte gleich kontrollieren, ob alle anderen im Nest noch leben – sonst tote Vögel entfernen.

Meisen, Spatzen, Schwalben, Rotschwänzen, Bachstelzen, Amseln und andere Insektenfressern  kann man ein paar frisch geklatschte Fliegen, die in Wasser getaucht und auf Küchenpapier abgetupft werden, verabreichen. 
Bitte nichts anderes füttern, bitte kein Wasser eingeben!

Bei Grünfink, Bluthänfling, Gierlitz, Stieglitz und Gimpel
bitte kein Futter verabreichen – sie vertragen keine Insekten.


Zwecks Bestimmung und/oder Beratung wenden Sie sich bitte umgehend an die Facebookgruppe Wildvogelhilfe-Notfälle. 

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21.6.2017
Finger weg – tödliche Fallen mitten in Deutschland
ohne Worte!!!!
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20.6.2017
Notruf: alle Schwalben sind aus dem Nest ausgeflogen, nur eines blieb sitzen. Am ersten Tag bettelte es und wurde gefüttert, am zweiten Tag flatterte es im Nest rum, flog aber nicht aus und bettelte nicht mehr.
Mein Verdacht: das Küken hängt fest.
Die Finder sind zum Nest hochgeklettert und haben, da das Küken fest hing, das gesamte Nest mitsamt Küken runter geholt.
Das Küken hatte ein bein vollständig in einem Pferdeschwefhaar verwickelt. Mit Hilfe einer Lupe und viel, viel Geduld konnte das Schweifhaar vorsichtig entfernt werden. Nun wird der Vogel über Nacht behalten, morgen früh mit Fliegen aufgefüttert und dann eine Rückführung versucht.
Das Küken wäre ohne aufmerksame Helfer elendlich in dem Nest verhungert.

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20.6.2017
Schwalbenküken aus dem Nest gefallen
im Moment häufen sich bei mir die Notrufe, weil vor allem Rauchschwalbenküken am Boden gefunden werden.
In fast allen Fällen stellen sich Schwalbenlausfliegen als Ursache heraus. Bitte unbedingt zügig den Vogel davon befreien und versuchen, nicht nur das Küken an die ELtern zurück zu geben, sondern auch die restliche Brut zu retten.
Wie das geht steht hier.

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31.5.2017
Immer wieder falsches Futter!
Immer wieder werde ich im Moment mit der Situation konfrontiert, dass Finder ihre Findlinge mit getrockneten oder frischen Mehlwürmern, sogenanntem „Handaufzuchtfutter“ aus den Zoohandlungen und Futterhäusern oder getrockneten Insekten füttern.
Sie bekommen den Rat von einzelnen Tierärzten, Tierheimen, Auffangstationen, in Internetforen, im Zoohandel und es steht oft auch direkt auf den Produktverpackungen, dass das Futter für die Wildvogelaufzucht geeignet sein soll. 
Das stimmt schlicht nicht!
Vögel, die mit solchen Futtern aufgezogen werden, entwickeln im besten Fall Gefiederschäden, was schon schlimm genug ist.
Auf jeden Fall sind Entwicklungsstörungen unausweichlich.
Lassen Sie sich bitte nicht zu diesen Futtermitteln überreden.
Hier finden sie alles rund um korrekte Fütterung.

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31.5.2017
Nacktes, frisch geschlüpftes Küken gefunden
Zur Zeit erreichen mich täglich Anrufe, wo relativ frisch geschlüpfte, noch blinde Vogelküken ausserhalb ihrer Nistkästen am Boden gefunden werden.
Häufig handelt es sich um Meisen- oder Sperlingsküken – nur vereinzelt auch mal grössere Singvögel wie Amsel- oder Starenküken.

In den meisten Fällen handelt es sich um Opfer von Nesträubern (z.B. Katzen, andere Singvögel, Eichhörnchen), die die Nester plündern und die Jungtiere aus irgendeinem Grund beim Abtransport verlieren.
Manche Vögel (z.B. Feldsperlinge) räubern auch einfach das Nest aus, werfen die Küken „vor die Tür“, damit sie selbst das Nest beziehen können.
Oft haben diese Küken kleine Hautverletzungen im Rückenbereich oder Prellungen.
Ein Zurücksetzen ist in den meisten Fällen nicht sinnvoll.
Diese  kleinen Küken brauchen sofort einen ruhigen, dunklen, warmen Ort (25 – 28 Grad).
Gerade bei diesen meist wenige Stunden alten Küken kann man sehr viel falsch machen.
Darum sollte man zunächst die Unterbringung regeln und zunächst kein Futter und Wasser geben (die Küken können die ersten 24 Stunden ihres Lebens ohne Futter auskommen, da sie von ihrem mitgebrachten Dottersack leben).
Während das Küken sich aufwärmt, haben Sie zeit, sich in Ruhe die Erstversorgung durchzulesen, um dann eine korrekte Erstversorgung vorzunehmen.
Wenn Sie den Kleinen dann selbst weiter aufpäppeln wollen, wird dieses Kapitel wichtig: Selber päppeln.

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28.4.2017
Nisthilfen aus Metall und Kunststoff
ich sehe im Handel zunehmend bunte „Designervogelhäuser“ aus Metall und manchmal auch aus Kunststoff.
So schmückend sie aussehen mögen – sie sind für Vögel ungeeignet.
Metall kühlt schnell aus oder überhitzt und Kunststoff dünstet Giftstoffe aus – besonders bei Kontakt mit Kot und Co.
Beide Materialien sind zudem nicht atmungsaktiv und bilden Schwitzwasser, was im Nistkasten zu Schimmelpilzbildung und als Folge zu massiven Schädigungen der Atemwege führt.
Für Nistkästen eignen sich am Besten Naturmaterialien, die atmungsaktiv sind und temperaturausgleichend wirken.
z.B. Holz, Stein/Beton etc.

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28.4.2017
Schwalben – Kunstnester
Für Rauchschwalben eignen sich ideal die Halbschalen – sie werden unter der Decke in Gebäuden (Schuppen, Ställe, Carports etc.) angebracht.
Rauchschwalben bevorzugen es, „drinnen“ zu brüten.
Die Nester sollten etwas grössere Abstände zueinander haben – Rauchschwalben mögen es nicht zu nahe.
In Gebäuden (z.B. Ställe) wo es sehr viele Fliegen gibt, brüten die Rauchschwalben deutlich enger beieinander.
Je weniger Insekten in dem Gebäude vorkommen, desto streitsüchtiger verteidigen die Paare „ihr“ Gebäude und die Abstände der Nester zueinander sind deutlich grösser.

Mehlschwalbennester werden außen am Gebäude sehr hoch direkt unter dem Dachüberstand (z.B. Giebel) angebracht.
Mehlschwalben sind deutlich geselliger als Rauchschwalben und sie brüten gerne in kleinen Kolonien.
Es macht Sinn, drei oder vier Nester nebeneinander anzubieten.
Bei den im Handel angebotenen Mehschwalbennestern ist mir bei meinen Handaufzuchten mal Folgendes aufgefallen:
Diese Nester haben ein sehr enges Einflugloch.
Wenn die Küken ziemlich gut genährt sind, wird es sehr eng und die rauhe Kante beschädigt das Gefieder.
Ich würde von diesem Modell abraten.

(ich habe eines dieser Nester als Aufzuchtnest und das Einflugloch durch aufschneiden der Dachpatte vergrößert.
Ohne diese Vergrößerung wäre es sehr, sehr eng geworden)
Piepsi IMG_4905.JPG

Für besser halte ich diese Nester. Die Schwalben bauen das Nest innerhalb weniger Stunden zu Ende und können dort dann auch später ihr Ausflugloch beliebig vergrössern.
Außerdem beschädigt die selbst gebaute Lehmkante das Gefieder nicht.

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28.4.2017
Tödliche Fallen:
Langhaare von Pferden und Angelsehnen
mit dem Frühling kommen nicht nur die Wildvögel in Nestbaustimmung, auch wir Pferdehalter machen „Grossputz“ am Pferd, Teichbesitzer erneuern ihren Reiherschutz und Angler gehen wieder verstärkt ihrem Hobby nach.
So manches ausgerissene Langhaar der Pferde und so manches abgerissene Stück Angelsehne verirren sich in die freie Landschaft –  in für Wildvögel erreichbare Bereiche.
Die Singvögel sammeln die Angelsehnen und Langhaare mit wahrer Leidenschaft ein und verbauen sie in ihren Nestern.

Leider mit fatalen Folgen:
Nicht selten verheddern sie sich in diesen fast unzerreißbaren Materialien und so manches Küken hat bereits den Tod gefunden, weil es beim Füttern den Anfang eines Langhaares oder einer Angelsehne mit abgeschluckt und sich dann dran aufgehängt hat.
Zwei Schwalbenküken habe ich in den letzten Jahren nur noch tot unter dem Nest an dem abgeschluckten Faden hängend abschneiden können.
Diese Kohlmeise, die vor einigen Tagen aus ihrem Nistkasten kam und in einem verbauten Pferdehaar hing, hatte mehr Glück – ich konnte sie noch rechtzeitig befreien:

 

 

 


Bitte sammeln Sie Langhaare von Pferden, Angelsehnen und andere Schnüre immer ein und entsorgen sie für Vögel unerreichbar im Müll.

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