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Offene Briefe

Offene Briefe an Behörden, Politiker
und/oder Ministerien

Tier-, Natur- und Umweltschutz sind Themen, die den meisten Menschen zunehmend unter den Nägeln brennen.
Viele schreiben Briefe an Behörden oder Politiker.
Sie formulieren ihre berechtigten Sorgen, ihre Fragen und Kritiken fundiert und sachlich – und erhalten oft genug keine, oder nur stereotype, nichtssagende Antworten.
Die einzelnen Briefe bleiben unbeachtet und verschwinden irgendwann in der Versenkung

Auf dieser Seite werde ich solche offenen Briefe von Einzelpersonen und Verbänden, die sich mit Themen rund um Tier- Natur- und Umweltschutz an Behörden, Politiker oder Ministerien wenden, mit Genehmigung der jeweiligen Urheber sammeln, damit sie präsent und verlinkbar bleiben

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Offener Brief an
Bauhaus Kiel Suchsdorf und in Kopie an die Untere Naturschutzbehörde und die Kieler Nachrichten

von Anja Rolf im Dezember 2018

Thema: Neuanlage der Parkplätze vor einem Baumarkt als Steinwüste

copyright: Anja Rolf

Moin Moin liebes Bauhaus-Team,

was ich heute auf Ihrem Parkplatz in Kiel Suchsdorf entdecken musste, hat mich tief betroffen gemacht.

Die Grünflächen wurden mit dicker Teichfolie abgedeckt und bunter Schotter draufgeschüttet. Die größten Probleme unserer Zeit sind

– der Biodiversitätsverlust (hier insbesondere das Insekten- und Vogelsterben),

– der Klimawandel (Starkregen und Überhitzung) und

– der Plastikmüll (Teichfolie, sicherlich auch aus fossilen Rohstoffen).

All diese drei Punkte treten Sie mit dieser Umgestaltung mit den Füßen. Sollten Sie nicht Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und mit gutem Beispiel vorangehen?

Zudem habe mir die Mühe gemacht und mir den B-Plan für Ihr Grundstück herausgesucht. Hiermit wünsche ich mir, dass Sie sich an diese Ausgleichsmaßnahmen halten und diese bitte möglichst zeitnah umsetzen. Anbei ein Auszug:

9. Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

d) Anlagen mit mehr als fünf Stellplätzen sind so zu gliedern, dass je fünf Stellplätze ein hochstämmiger Laubbaum (Hochstamm, 3 x verpflanzt, Stammumfang 20-25cm) gepflanzt wird. Die Mindestfläche der Baumscheibe muss 9 m2 je Baum betragen.

f) Mindestens 40% der geschlossenen Außenwandflächen sind mit Kletterpflanzen zu bepflanzen.

g) Für die Bepflanzungen sind ausschließlich heimische, standortgerechte Bäume, Heister und Sträucher zu verwenden (siehe Artenliste 1 bis 4 im Grünordnungsplan).“

Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Kiel und die Kieler Nachrichten habe ich in Kopie gesetzt.

Vielen Dank und naturnahe Grüße,
Anja Rolf

April 2019
Anja Rolf berichtete:
Antworten hat es von den angeschriebenen Stellen bisher nicht gegeben.
Offenbar werden aber jetzt die ersten Folien/Schotterbeete gerade wieder entfernt und neu bepflanzt.

Dass die in den Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgeschriebenen 40% der geschlossenen Fassaden mit Kletterpflanzen zu begrünen sind – da müsste noch mal jemand Bauhaus aufklären:
damit ist NICHT die Anbringung mit Grünzeug bedruckter Plakate gemeint.

Wer weiss, vielleicht schafft Anja es ja auch noch, dem Bauhausteam zu vermitteln, wie man eine ökologisch wertvolle Rabatte anlegt und wie man es vermeidet, einen Baum zur Witzfigur zurecht zu scheren…..

copyright: Anja Rolf

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Offener Brief an die
Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz

Frau Heinen-Esser -persönlich-
(zur 7. Grünen Artenschutzkonferenz in Münster am 23.3.2019)

von
Arbeitskreis Heckenschutz
Jürgen Kruse
Niehuskamp 3
48739 Legden-Asbeck
info@heckenschutz.de
Tel.: 02566-9709087
www.hecke.wg.vu 22.3.2019

Thema Baum- und Heckenschutz

Sehr geehrte Frau Heinen-Esser

vielfach ist über das Artensterben (Tiere und Pflanzen) berichtet und
dokumentiert worden, wie sich die Voraussetzungen für einen wirksamen
Umweltschutz in NRW verschlechtert haben. Dazu kommen die Auswüchse durch die Massentierhaltung, die Vermaisung und die Zerstörung der Landschaftsstrukturen überall im Land.
Besonders zu beklagen sind die Beschädigung und das Verschwinden der
Hecken und Wallhecken an den Wegen und Straßen, Wasserläufen und in der Feldflur:


-einerseits durch eine maschinelle und nicht naturverträgliche „Pflege“ der Hecken und Baumreihen bzw. das übertriebene Abasten der Bäume durch die kommunalen Bauhöfe, durch Landesstraßendienste und Wasser- u. Schifffahrtsämter. (Viele gesunde Bäume verschwinden an den Straßen, sie werden anscheinend als Brennholz geerntet. Überwiegend findet man nur noch funktionslose Spaliere und zerfetzte Gehölze.),


-andererseits durch das Verschwinden ganzer Wege und nahezu aller
Feldraine, durch Grünlandumbrüche, das Verschwinden der letzten Brachen, durch Bearbeitung landwirtschaftlicher Flächen bis in den Wurzelbereich der Bäume und Hecken bzw. bis an die Gewässerkanten. Meldungen der Umweltschützer zu diesen Vorgängen wurden in der Regel durch zuständige Ministerien, Untere Naturschutzbehörden und Landwirtschaftskammern ignoriert.

Angesichts des dramatischen Artensterbens und des rasanten Klimawandels fordern wir Sie dazu auf, in der jetztigen Legislaturperiode


* tausende von km neuer Hecken und Biotopverbundlinien zu planen bzw.
anzuregen ,

* kommunale Baum- und Gehölzschutzsatzungen überall vorzuschreiben
bzw. nahe zu legen,

* eine Rückgewinnung der kommunalen Flächen an den Wegen und Straßen (Wegeseitenstreifenprogramme) im Sinne der LANUV-Broschüre „Blühende Vielfalt“ durchzusetzen*,

*weitere Grünlandumbrüche zu verhindern, ein Verbot von “round up” bzw. eine drastische Reduzierung der Pestizide durchzusetzen, Humus- und Agroforstsyteme zu fördern,


*die Gelder für Ausgleichsmaßnahmen vor allem in neue Hecken und
Wallhecken als Biotopverbundlinien zum Schutz der Böden und zur
Entwicklung der Landschaftsstrukturen fließen zu lassen,


*die Ausbringungsvorschriften für Gülle, Hühnertrockenkot u.a. zu
verschärfen und eine konsequente Einhaltung auch zu kontrollieren,


*weitere Massentierställe zu verhindern (da nahezu überall die
Belastbarkeitsgrenzen erreicht/überschritten sind), Keimbelastungen und
Abluftprobleme, Feinstaub, Tierschutz, Boden und Gewässerschutz, sowie Klagemöglichkeiten in Genehmigungsverfahren zentral aufzunehmen, forciert neutrale wissenschaftliche Untersuchungen zu resistenten Keimen, Grundwassergefährdungen und Bodenverschlechterung einzuleiten,


*für die Landesstraßenbehörde, Kreise und Kommunen Richtlinien zur
naturnahen Pflege der Heckengehölze und Bäume zu schaffen und


*endlich eine zügige Umsetzung der WRRL gemeinsam mit den
Umweltverbänden vor Ort durchzusetzen.

Freundliche Grüße

Jürgen Kruse
* (Musterantrag für Kommunen/Kreise ist angefügt!)
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Antwort: Ausstehend


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Offener Brief an
die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner
von Marie Winter am 14.3.2018
veröffentlicht auf FB


Thema: Landwirtschaftspolitik

“Sehr geehrte Frau Bundesministerin Klöckner,

mein Name ist Ninja Marie Winter, ich lebe seit 1995 in Bayern und bin gerade in einer großen Freude, da wir in Bayern als BürgerInnen Gehör bei der Politik finden.

Das Volksbegehren Artenvielfalt ist ein Zeichen an die Politik, was wir, die Steuerzahler uns wünschen. Eine gesunde Natur mit Insekten, Vögeln, einer guten Struktur für bäuerliche Landwirtschaft und Nachhaltigkeit.

Das, was Sie in Ihrem Ministerium gerade abliefern, ist, verzeihen Sie den Ausdruck, unverschämt, menschenverachtend und zutiefst durch Lobbyismus geprägt.

Die Meinung des Durchschnittsbürgers interessiert nicht.

Wie kommen Sie darauf zu denken, dass jeder Mensch jeden Tag ein Recht auf ein Schnitzel auf dem Tisch hat?
Das ist kein Recht, das ist ungesund, tierquälerisch in der heutigen Zucht, Mästung, Haltung bis hin zur Schlachtung

Wie schon Ihr Vorgänger Schmidt sich über alle Grenzen hinweg für Glyphosat, Pestizide und Herbizide eingesetzt hat, ziehen Sie in sauberem, stoischem Gleichmut weiter. Ohne mit der Wimper zu zucken wird mit unserem Leben und unseren Steuergeldern rumgeast und eine Landwirtschaftsfinanzierung der reichen Riesen gepflegt.

Interessiert es Sie wirklich nicht, wie Tiere, Pflanzen und UNSERE Umwelt unter Ihren Entscheidungen leiden und zerstört werden?
Wie wir alle durch IHRE Entscheidungen vergiften, krank werden und vorzeitig sterben?

Das Insekten zu 75% weniger geworden und teils ausgestorben sind?

Das Schlachtvieh wie ein seelenloses Etwas behandelt wird, dass Tiersäuglinge ohne Betäubung getötet oder amputiert werden?

Wie sehr kann man machtbesessen sein, dass man im Sinne der Gewinnmaximierung so einer kleinen aber massiven Lobbyismustruppe zu Kreuze kriecht?

Ich habe am Anfang Ihrer Legislaturperiode gedacht:
“Schön, eine Frau hat viel Empathie, Gefühl und Kommunikationsgeschick. Sie wird ihr Wort halten.
Kann nur besser werden in diesem Resort.”

Ich habe mich geirrt. Sie sind noch viel schlimmer als Ihr Vorgänger.

Schämen Sie sich bis ins Mark, wenn Sie das nächste Mal vor dem Spiegel stehen oder vor die Presse treten.
Sie tun nicht, wofür Sie gewählt wurden, sie
tun nicht, worauf Sie Ihren Eid geschworen haben:

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. (So wahr mir Gott helfe.)“

Ich hätte Ihnen gerne auch was Freundliches geschrieben.. mir fällt leider nichts ein.

Mit traurigen, erschütterten und tief enttäuschten Grüßen

Antwort: Ausstehend

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Offener Brief an
die Umweltministerin Svenja Schulze
von Kirstin Zoller am 16.3.2019

übermittelt über den Kontakt auf der offiziellen Seite des Ministeriums

Thema Plastikvermeidung

Offener Brief an das Umweltministerium
Sehr geehrte Frau Bundesumweltministerin Schulze,

ich bin gerade ziemlich erschüttert.
Folgender Sachverhalt:
Ich beziehe seit Jahren mein Hundefutter von einem kleinen Händler, der regelmäßig auf dem Markt steht und sein selbst produziertes Futter, was er auch über sein Ladengeschäft verkauft, dort anbietet.
Unterschiedliche Produkte vom Rind, überwiegend Innereien und Co werden von dem Händler direkt von einem kleinen Schlachthof hier in Schleswig Hosltein regelmäßig bezogen. Ebenso bezieht er die verarbeiteten Gemüse aus der Region.


Das Fleisch wird gegart, gebrüht, pur oder als Menü mit verschiedenen Gemüsen angeboten.

Das Futter ist immer allererste Qualität, sämtliche Zutaten sind “aus der Region”, zurückverfolgbar bis zum Tierhalter und kommen nicht aus Massentierhaltung.
Ich bestelle jeweils meine Wochenration und gebe die Abpackungsmengen an, so dass ich täglich exakt die Menge in einer Verpackung habe, die ich für meine Hunde brauche.
(Sonst müsste ich täglich 3 Dosen (Einwegverpackungen!) öffnen, in denen Fleisch und Fleischnebenprodukte sowie zig andere
Inhaltsstoffe stecken, deren Herkunft kaum zuverlässig nachvollziehbar, meist aus industrieller (tierquälerischer und mit langen Tiertransporten verbundener Tierhaltung und industrieller Pflanzenproduktion (meist riesige Monokulturen) verbunden mit weiten Transportwegen der Produkte ist)

Also sowohl, was die Energiebilanz anbelangt als auch was die Qualität für meine Tiere anbelangt habe ich mit diesem Futter vom Markt ein hervorragendes Produkt, was eigentlich alles erfüllt, was angesichts unserer Umweltprobleme ständig gefordert wird.

Nun kamen Sie kürzlich mit Ihrem neuen Verpackungsgesetz und Sie fordern außerdem eine deutliche Vermeidung und Reduzierung von Plastik im Einzelhandel.
Dabei setzen Sie auf die freiwillige Mitarbeit des Einzelhandels.
Mein Futterhändler genau wie seine Kunden fanden das absolut klasse und wir arbeiten alle daran, möglichst noch mehr Plastik zu vermeiden.


Der Futterhändler bietet an, damit er die bestellten Futterrationen nicht mehr in Einwegplastikbeutel füllen muss, dass die Kunden jeweils bei der ABholung ihrer Bestellung ihre Mehrwegbehältnisse für ihre nächste Bestellung bei ihm abgeben und dann wird die nächste Bestellung direkt in diese Behältnisse gefüllt.
Beim nächsten Marktbesuch tausche ich dann einfach die gefüllten Behältnisse gegen leere aus.
Das perfekte Mehrwegsystem – ganz freiwillig – und obwohl für den Händler sicherlich aufwendiger, als einfach Plastikbeutel abzufüllen, tut er das gern für unsere Umwelt.

Und jetzt kommt es:
Heute erzählt er, dass er verzweifelt ist.
Eine neue EU Verordnung schreibe vor, dass Fleisch ab sofort vom Schlachthof nur noch eingeschweisst in Plastik an den Händler abgegeben werden dürfe.
Bisher hat er die tierischen Zutatenbestellung für seine Hundefutter einmal wöchentlich von einem kleinen Schlachthof in Schleswig Holstein in großen Kunststoffkisten abgeholt, die nach Weiterverarbeitung des Fleisches einfach ordnungsgemäß gereinigt und getrocknet werden und dann für die nächste Abholung wieder verwendet werden.


Damit sei jetzt Schluss, so sagt er.
Jetzt MUSS er die Ware eingeschweisst in Plastik abnehmen – teilweise zu 500 Gramm Beuteln!!!!! Anders bekommt er die Rohware nicht mehr.

Zu Hause wird dann die gesamte Ware aus den Plastikbeuteln geschnitten, in die großen Töpfe zum Garen und Weiterverarbeiten gekippt, um anschließend für den ENdverbraucher neu verpackt zu werden.

Die Massen an Plastiktüten aus dem Schlachthof wandern dann gebraucht, also mit Flüssigkeiten von rohem Fleisch und rohen Innereien versehen in einen Plastikmüllcontainer, wo sie fröhlich vor sich hin gammeln, bis sie irgendwann im Recycling oder auf einem Transport auf irgendwelche ausländische Deponien landen.

Wo mein Händler zuvor praktisch pro Woche NULL Plastikmüll hatte, füllen nach seinen Angaben diese Verpackung nun jede Woche einen kompletten Container!!!!

Das kann doch wohl nicht wirklich wahr sein!

Frau Ministerin Schulz, bitte sagen Sie mir, dass es dieses EU Gesetz nicht gibt, dass der Schlachthof sich da was ausgedacht hat oder was auch immer.

Andernfalls müsste ich mich fragen, warum man solche Gesetz
e macht.
Um der Plastikindustrie die Auftragsbücher durch Erhöhung der Plastikverschwendung im “Hintergrund” gefüllt zu halten, wenn in der Öffentlichkeit sichtbar Plastik immer weiter reduziert wird?

Ich kann mir beim besten Willen keinen anderen Grund vorstellen, der einen Transport in geschlossenen Kunststoffboxen zu Gunsten von Einwegplastik verbietet.

Mit freundlichen Grüßen
Kirstin Zoller

Antwort: Ausstehend

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