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Wichtige Info zu meinem FB Account

update 23.6.2022: ich habe wieder Zugriff auf den Account 🙂

Ich habe zur Zeit keinen Zugriff mehr auf meinen Account, weil offenbar bei dem Versuch, mein Konto zu hacken, mein passwort zerschossen wurde.

Eine Passwortwiederherstellung läuft seit Tagen bei Facebook in einer Endlosschleife ins Leere.

Ob und wann ich wieder Zugriff erhalte weiss ich im Moment noch nicht.

Betroffen sind neben meinem Profil “Kirstin Zoller” natürlich auch meine Facebookseite “Wildvogel-Rettung”

Sollte irgendwer von Euch komische PN s von mir bekommen oder posts “von mir” sehen, die Euch merkwürdig vorkommen, informiert mich bitte mit Screenshot per e-mail.

Ihr könnt mich erreichen über Telefon: 0171-2116312 (nur Anruf)

und über e-mail: info@wildvogel-rettung.de oder info@k-zoller.de

Ich wäre den FB Nutzern von Euch dankbar, wenn Ihr diese Info kopiert und unseren gemeinsamen Freunden zukommen lasst, da ich nicht glaube, dass viele regelmässig hier lesen.

Ich melde mich, sowie ich hier wieder ran komme.

Kopie Ende

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Erste Hilfe für Wildvögel

Ratgeber vom Fund bis zur Auswilderung

Inhalt:

Hilflosen Vogel gefunden – was tun?

Erstversorgung zu Hause

Suche nach einer Pflegestelle

Welchen Vogel habe ich?

Erste Schritte – selber päppeln

Parasiten

Unterbringung

Fütterung und Futterbeschaffung
—–Futtertiere
—–Eingefrorene Futtertiere zubereiten
—–Fütterungshäufigkeit und Fütterungsrythmus

Problemerkennung

Wenn der Vogel fliegen lernt

Tierarztsuche

Was mache ich, wenn?

Kükenrückgabe an die Eltern – Nestling gefunden
—–niemals Ammennester


—–Zusatzinfo zu einzelnen Vogelarten

Wildvogelfütterung rund ums Jahr

Tierhaar als Nistmaterial – brandgefährlich!

Vorgeschichte und Danksagung

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Nisthilfen können Leben retten

Hilfe, es “regnet” Spatzenküken

Aus gegebenem Anlass:

Im Moment fallen deutschlandweit wieder zahllose frisch geschlüpfte, splitternackte Spatzenküken unter den Dächern raus und landen lebend oder tot in Dachrinnen oder auf dem Fußboden.

(Wenn Sie gerade eines gefunden haben, bitte Küken aufnehmen, in der hohlen Hand wärmen und hier weiter lesen)

Die Ursache ist einfach:
Von Natur aus brüteten unsere kulturfolgenden Spatzen als Kolonie- und Nischenbrüter in Löchern und Nischen unserer Gebäude.

Die moderne Sanierung sorgt zunehmend dafür, dass es solche Löcher und Nischen (Brandwände, Attika, Lüftingsschlitze etc.pp) nicht mehr gibt.

Die Spatzen weichen aus, indem sie versuchen, direkt in Hohlräume unter den Dachziegeln zu gelangen.
Mit etwas Nistmaterial bekommen sie diese meist so ausgestopft, dass die EIer sich auf der schrägen Fläche während der Brut noch gerade eben halten.

Aber sowie die Küken schlüpfen und es “unruhig” wird, gibt der Halt nach und die Küken kullern von der schrägen Auflage der Dachziegel direkt nach unten.

Ganz abgesehen von diesem Problem wird es bei Sonne häufig viel zu heiss direkt unter den Ziegeln, was die Küken, die die ersten Tage auf dem abschüssigen Bereich überleben, spätesteens, wenn sie “gegrillt” werden, veranlasst, abzuspringen.

Man kann den Spatzen helfen, indem man am Gebäude Spatzennistkästen anbringt.

Möglichst viele, denn Spatzen sind als Kolonievögel niemals allein auf Brutplatzsuche.

Wer in seine Suchmaschine die zwei Worte “Spatzen” und “Nistkasten” eingibt und dann auf “Bilder” klickt, erhält eine riesige AUswahl an Anregungen, wie Kolonienistkästen für Spatzen aussehen können.

Solche Nisthilfen retten zahllosen, kerngesunden Küken das Leben!

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Impressionen aus dem Alltag der Wildvogelrettung

Hier werde ich sporadisch
Impressionen aus dem Zöglings-Alltag posten

18.12.2023
Kopie meines FB Eintrages (19 Fotos und Videos auf der Seite)

…und ein letztes Zöglingsupdate in diesem Jahr 😊
Zuallererst tausend Dank an all unsere lieben Unterstützer:

Danke an Oksana, Anna, Eva und Carolin sowie eine Spenderin, die anonym bleiben möchte für Eure großzügigen Spenden per Paypal.

Danke auch an Dr. Botti, die bei Frieda wohnt und darauf bestanden hat, die Oktoberrechnung zu übernehmen und last, not least Danke an die FB Gruppe Nymphensittich-Fans – total verrückt, die einen wunderschönen Nymphensittich Kalender gestaltet hat um aus den Erlösen ein Tierschutzprojekt zu unterstützen.

Völlig unerwartet für mich wurde meine Wildvogel-Rettung da mit einer Spende in Höhe von 286,10 € bedacht 😊

Durch Eure Spenden sind damit 779,95 Euro zusammengekommen.

Damit konnte ich den offenen Rest in Höhe von 543,11 aus dem letzten update abdecken und sogar bereits einen Teil der Novemberrechnung begleichen.

Jetzt sind von der Novemberrechnung nur noch 155,05 offen 😊Danke Euch allen, dass Ihr uns so treue Unterstützer seid 😊

Im Überwinterungszimmer sind dieses Jahr 14 Rauchschwalben und zur Zeit ein Goldhähnchen, ein Stieglitz und Nachts eine Kohlmeise

Hier geht es im Vergleich zur Sommersaison jetzt sehr ruhig zu.Die Überwinterungsschwalben verlieren nach wie vor täglich alte Federn und ersetzen sie nach und nach durch wunderschöne neue Federn 😊Ansonsten ist bei den Schwalben alles im grünen Bereich: sie sind topfit, jagen zufrieden zwitschernd ihre Fliegen und es gab glücklicherweise bisher keinerlei Schwächeleien 😊So darf es bleiben!

Am 17.11. zog dann noch Abends ein kleines Goldhähnchen im Überwinterungszimmer ein.Es wurde vor einer Terassentür gefunden und war übel zugerichtet (evtl. Katze?)Ein Flügel stand aufgrund eines Bruches im Gelenk fürchterlich ab – die Kleine war natürlich nicht flugfähig.
Der Bruch wurde getapt, aber die Aussichten, dass die Kleine wieder flugfähig wird waren gegen Null.
Ungeachtet des unbrauchbaren Flügels flitzte die Kleine aber fröhlich den ganzen Tag durchs Vogelzimmer, erkletterte auch die höchsten Sitzplätze bei den Schwalben und war guter Dinge.
Im Gartencenter habe ich die letzten Salatkräutertöpfe aufgekauft, die mit Blattläusen und anderen Bewohnern befallen waren.
Goldi hat die Pflanzen in „Null Komma Nichts“ mit wahrer Begeisterung von sämtlichen Mitbewohnern befreit 😊
Die Nächte verbrachte sie im Vogelzimmer in einer Softbox, damit sie vor Zausel sicher war.

Zausel kommt ja nach wie vor jeden Abend nach Hause und übernachtet im Vogelzimmer.
Die Schwalben sind im Vogelzimmer okay – aber andere Mitbewohner duldet Zausel so gar nicht.
Sie hätte Goldi sofort erwischt und umgebracht.
Nach 8 Tagen haben wir das Tape bei Goldi entfernt – und der Flügel stand sofort wieder so ab wie zuvor – ich ging nicht davon aus, dass Goldi jemals wird fliegen können.

Umso größer war meine Überraschung, als Goldi einige Tage später tatsächlich durchs Vogelzimmer flog!!!!
Anfangs noch etwas unbeholfen, aber innerhalb weniger Tage flog sie so perfekt, dass sie nicht mehr einzufangen war.
Nun wollte sie auch abends nicht mehr in die Box.
Also mussten wir es drauf ankommen lassen:

Zausel erblickte Goldi unter der Sonne und bekam den „Killerblick“
Dann jagte sie auf Goldi zu, die aber unglaublich flink davonflog.
Fast eine Stunde versuchte Zausel, Goldi zu erwischen. Vergebens. Goldi war viel zu flink und deutlich geschickter im Ausweichmanöver fliegen, als Zausel.
Gegen Goldi ist Zausel wie ein Elefant im Porzellanladen 😊
Nachdem Zausel begriffen hatte, dass sie chancenlos ist, hat sie ihre Jagd auf Goldi aufgegeben und ist in ihrer Häkelhöhle verschwunden…. und Goldi besaß tatsächlich dann die Frechheit, zum Eingang der Höhle zu fliegen und Zausel auch noch zu provozieren!
Zausel schoss raus, aber Goldi war natürlich gleich wieder weg.
2 x hat Goldi Zausel provoziert – danach war Ruhe.
Seither sind die Grenzen abgesteckt und sie ignorieren einander gekonnt
😊

Goldi

Eigentlich ist Goldi wieder fit für die Freiheit.
Aber da Goldi sich pudelwohl fühlt, ihren Schlafplatz unter der Wärmeplatte und ihren Sonnenplatz unter dem Spot liebt, habe ich beschlossen, dass sie bis zum Frühjahr bleiben darf (es sei denn, sie will früher raus), denn hier ist es mit Eis und Schnee wirklich furchtbar kalt und ungemütlich zur Zeit.

Gestern kam dann noch ein kleiner Stieglitz, der vermutlich ein Anflugtrauma hatte.
Die Finderin hat ihn von der Straße gesammelt – flugunfähig.
Ich vermute, er hat eine heftige Prellung, die einfach ausheilen muss – gebrochen ist zum Glück nichts.
Nachdem der Stigi die letzte Nacht zum Kennenlernen des Raums in der Softbox verbracht hat, darf er seit heute Morgen ebenfalls durchs Vogelzimmer marschieren.
Er ist bereits fleißig kletternd unterwegs – wie Goldi am Anfang auch.

Mal schauen, wie Zausel den Neuzugang heute Abend aufnimmt und ob Stigi nachts wieder in die Box muss oder ob Zausel ihn in Ruhe lässt.

Eine kleine Feldlerche sollte eigentlich gestern auch noch kommen.
Aber sie ist leider kurz, bevor die Finderin losfahren wollte zu mir, verstorben.

So, das wars erstmal wieder von hier.
Bei den Fotos findet Ihr dann noch ein paar Texte 😊

Euch allen nochmal DANKE für Eure Unterstüzung, besinnliche Feiertage und einen entspannten Jahreswechsel.

Wir wünschen Euch für das neue Jahr:
Zufriedenheit, Gesundheit und einen optimistischen Blick in die Zukunft 😊

25.1.2020
Kopie meines Facebook Eintrages :
Und jetzt mal wieder zurück zu unseren Wildtieren – ein neues Update aus dem Schwalbenzimmer 🙂
Zunächst einmal einen riesen Dank an Jürgen J.und Conrad H. für die großzügige Unterstützung nach dem letzten update.
Außerdem an Uschi Westhoff, die uns wieder mit einem Anteil aus ihren Flohmarkterlösen zu Gunsten der Wildtiere bedacht hat 🙂

Die Fußgänger genießen die “Sonnenbank”

Im Überwintererzimmer finde ich jetzt täglich überall Federn und so langsam sehen immer mehr Schwalben wieder aus, wie Schwalben aussehen sollten 🙂
Mit zunehmendem Gefiederwechsel werden die Schwalben auch immer aktiver und die Streitereien werden lautstärker.
Angesichts der milden Temperaturen draußen, haben wir zeitweise schon richtige Schwärme von kleinsten Insekten an Lampen und Fenstern.
Nächste Woche soll es noch milder werden – dann werde ich evtl. Abends schon mal eine Stunde das Fenster zur Voliere auf machen, wenn es draußen dunkel und drinnen noch erleuchtet ist.
So können die Schwalben dann bereits erste Naturinsekten jagen 🙂

Wenn es mit dem Wetter so weiter geht, rechne ich sogar damit, dass die Schwalben aus Afrika früher zurück kommen werden.
Meine benehmen sich jedenfalls schon so, als ob der Sommer nicht mehr weit ist……
Sogar erste Balzträller habe ich bei den fliegenden Rauchschwalben schon vernommen.

Die “Flieger” sitzen unter der Wärmeplatte auf Fliegen an

Weniger erfreulich – aber ja nicht unerwartet – war dann die Post von den Stadtwerken.
Meine Nachzahlung hat es in sich: 1.361,08 € !
Ich habe mir mal die Zahlen der letzten Jahre vorgenommen und festgestellt, dass die Wildvogelpäppelei in den letzten 3 Jahren mit den steigenden Zöglingszahlen im Sommer, aber vor allem den massiv gestiegenen Zahlen der Überwinterer mittlerweile insgesamt 6616 kwH verbraucht.
Das sind allein für die Wildvogelhilfe rund 2000 Euro Mehrkosten beim Strom.
Ich habe die Aufstellung mal fotografiert und rangehängt – das ist schon ganz schön beeindruckend…..
Ja, ja – die Schwalben sind schon ganz schöne Luxusgeschöpfe…. aber wenn ich dann im Schwalbenzimmer sitze, das lautstarke Geplapper höre und ihre fröhliche Unbeschwertheit spüre, dann wüsste ich nicht, wo das Geld besser angelegt wäre – ich freue mich schon so sehr auf den Tag, an dem sie zum ersten Mal frei über dem Hof am Himmel kreisen werden!

Wer meine Überwinterer und mich auch weiterhin unterstützen möchte, findet hier alle relevanten Infos.

Kopie Ende

…und hier ein paar aktuelle Videos:

1.8.2020
Im Überwinterungszimmer der Schwalben herrscht beste Stimmung.

Dieses Jahr überwintere ich über 30 Schwalben aus ganz Deutschland – soviel, wie nie zuvor -, die aus unterschiedlichen Gründen Gefiederschäden davon getragen haben, was ihnen die Reise nach Afrika unmöglich machte.

Es ist schon eine echte Herausforderung, so viele empfindliche Insektenfresser erfolgreich durch den WInter zu bringen.

Neben einer auf die Bedürfnisse der Schwalben abgestimmten Beleuchtung und Beheizung benötigen die Schwalben auch spezielle Nahrung:
Sie dürfen ausschließlich frischtote Insekten – vor allem Heimchen und brauchen täglich lebende Fluginsekten.
Dafür habe ich immer Stubenfliegen, Soldatenfliegen, Terflys und Drosophilas im Angebot.

Nur, wenn alle Parameter absolut stimmig sind, werden die kleinen Zöglinge ein gesundes, intaktes Gefieder nachschieben und somit im kommenden Sommer endlich auswilderungsfähig sein.

Die Schwalben sind mitten in der Mauser und bald können dann hoffentlich die meisten von ihnen endlich mit neuen Federn fliegen 🙂

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Weihnachten im Tierheim 2019

Wildvogelrettung, Tierversuche und Pelz

Letzten Sonntag, am 4. Advent fand wie jedes Jahr im Tierheim Elmshorn wieder der Tag der offenen Tür mit “Weihnachten im Tierheim” statt.

Und wie bereits in den Vorjahren, durfte ich auch dieses Jahr wieder die Gelegenheit nutzen, um über meine private Wildvogel-Rettung und über “Erste Hilfe für Singvögel” zu informieren.

Doch dieses Jahr war etwas anders:
die furchtbaren Zustände im LPT – Tierversuchslabor in Hamburg, die in den letzten Monaten aufgedeckt wurden, haben uns alle schrecklich erschüttert.
Viele Informationen rund um diese schrecklichen Versuche, ihren Sinn und ihren Unsinn, die weite Verbreitung dieser Einrichtungen und das tierische Elend, was dahinter steht, machen genau so sprachlos, wie die Tatsache, dass wir kaum darüber informiert sind, welche Ausmaße diese Gräueltaten ganz legal überall in unserem Land angenommen haben.

Das Tierheim sah in seiner Veranstaltung eine Möglichkeit, die Menschen dort auf die Thematik aufmerksam zu machen.
Doch es war ein 2-schneidiges Schwert:
All die Besucher des Tages sind wichtige und treue Unterstützer des Tierheimes, ohne die das Tierheim nicht existieren könnte.


Es stellte sich die Frage:
“sind diese schrecklichen Bilder und Informationen für die Besucher, die ja auch oft mit Kind und Kegel kamen, zu viel?

Würde das die Förderer vor den Kopf stoßen, eventuell vergraulen?”

Letztendlich hat das Tierheim Elmshorn sich großartigerweise entschieden, das Risiko einzugehen:
Den unzähligen, namenlosen Tieren, die hinter dicken Mauern versteckt vor der Öffentlichkeit und ungehört tagtäglich schwerst misshandelt und gequält werden, muß eine Stimme gegeben werden!

Ich wurde gefragt, ob ich bereit wäre, das Thema mit bei der Wildvogel-Rettung zu betreuen, damit die Besucher einen Ansprechpartner haben, wenn sie mit diesen furchtbaren Bildern konfrontiert werden und nicht damit allein gelassen sind.

Sebstverständlich war ich dazu bereit – zumal ich mich ohnehin schon länger intensiv mit dem Thema beschäftige und also auch informieren konnte.

In dem kleinen Behandlungsraum des Tierheimes, der gleichzeitig Durchgangszimmer zu den Katzen ist, baute ich also mein Musterflexi auf, in dem verletzte Wildvögel für die Dauer ihrer Genesung untergebracht werden.

Außerdem demonstrierten verschiedene Häkelnester- und Höhlen, die uns Päpplern in dieser Facebookgruppe von emsigen Handarbeitsfeen unermüdlich für unsere Arbeit gefertigt werden, wie verwaiste Singvogelküken bei uns aufgepäppelt werden.

Da sich schlecht lebende Tiere bei so einer Veranstaltung “ausstellen” lassen – sie würden unter dem Trubel unendlich leiden – lief auf einem Laptop unser Päpplervideo, was verschiedene Szenen aus dem Päppelalltag verschiedener privater Wildvogelhilfen in ganz Deutschland zeigt, in Endlosschleife.

Auf einem 2. Laptop liefen aktuelle Szenen aus meiner Schwalbenüberwinterung und hier konnte ich auch jederzeit im Rahmen von Gesprächen mit den Besuchern on- oder offline weitere Infos, Fotos oder Videos aufrufen.

Im Hintergrund lief in Endlosschleife meine CD “Entspannung in Parks und Gärten” – Vogel- und Naturstimmen, die normalerweise im Überwintererzimmer für akustische Abwechselung sorgen.

Im krassen Gegensatz dazu prangten an den Wänden und Schränken die Plakate:
gequälte Katzen, Mäuse, Affen und Kaninchen für Marken wie Nestle´, Loreal, Kelvin Klein oder Phillip Morris etc.

Es war gut, dass wir dieses Thema bei der Wildvogelrettung untergebracht hatten.
Ich konnte beobachten, dass viele Besucher, als sie den Raum betraten entsetzt waren, wenn ihr Blick zunächst einmal völlig unerwartet auf diese grausamen Plakate fiel.
Sie wichen zurück und “retteten” sich in das Päppelvideo, wo gerettete Vogelküken fröhlich um Futter bettelten.
Langsam glitt dann der Blick immer wieder zurück auf die Plakate und irgendwann hatten sie sich so weit gefangen, dass sie das Gespräch zum Thema suchten.

Ich war überrascht, dass es kaum jemandem bewusst war, daß
– über 2,8 Millionen Mäuse, Ratten, Fische, Kaninchen,
Meerschweinchen, Hunde, Katzen, Affen, Schweine, Ziegen,
Pferde und viele andere allein 2017 in deutschen Labors gequält
und größtenteils getötet wurden

– die wenigsten für medizinische Forschung leiden

– Ergebnisse medizinischer Tierversuche nicht automatisch auf den
Menschen übertragbar sind und in den allerseltensten Fällen
überhaupt irgendwann zu einer Produkteinführung führen

– private Labors in Deutschland angesiedelt sind und Tierversuche für
Konzerne aus aller Welt durchführen, weil in Deutschland die
Standards nicht einmal den EU Vorgaben entsprechen

– Tierversuche hinter zahllosen Produkten unseres täglichen
Gebrauchs stehen – selbst da, wo sie nicht vorgeschrieben sind

– wir mit dem Kauf eines Produktes, dessen Hersteller Tierversuche
in Auftrag gibt, diese Versuche finanzieren und dem Hersteller sagen,
dass wir das in Ordnung finden…..

Unsere Gespräche haben viel Betroffenheit ausgelöst – und ich habe den Eindruck, so mancher Besucher wird sich im Nachgang näher mit dem Thema befassen, es weiter tragen und bewusster einkaufen.

Bei “Ärzte gegen Tierversuche e.V.” findet man sehr, sehr umfangreiche und vor allem fundierte Zahlen, Daten, Fakten rund um dieses Thema und unter Häufige Fragen findet man zahlreiche Infos auch ganz praktischer Art.

Aber auch die Wildvogel-Rettung fand wieder viele interessierte Besucher, die sich über meine Arbeit informierten.
Neben den Infogesprächen über Erste-Hilfe Maßnahmen im Fundfall wurde mir besonders häufig die Frage nach der idealen Wildvogelfütterung und wie ich zur Ganzjahresfütterung stehe, gestellt.

Auch die Auswirkungen der “Lichtverschmutzung”, des Feuerwerks zu Silvester und des Einsatzes von Giften im eigenen Garten (gegen Ameisen, Kräuselkrankheit der Obstbäume, Blattläusen an den Rosen etc.) auf unsere Singvögel wurden häufiger thematisiert.

Alles in allem war es ein toller Tag, an dem ich viele, viele Info-Gespräche führen durfte und wenn auch nur ein Teil davon auf fruchtbaren Boden gefallen ist und seine Multiplikatoren gefunden hat,

dann hat sich das eindeutig gelohnt für unsere Tierwelt 🙂
Nur eines fiel mir erschreckend negativ auf an diesem Tag
es stach mir geradezu ins Auge:

Fast jeder 2. Besucher, der auf der Veranstaltung war, trug eine Jacke mit Fellkrage, eine Mütze mit Fellbommel oder Schuhe mit Fellkante – oder gleich alles zusammen – oft naturfarben, manchmal rosarot eingefärbt.
Da, wo es gerade passte, konnte ich es mir nicht verkneifen, das Thema anzusprechen.
Erschreckend häufig waren die betreffenden Leute fest davon überzeugt, dass es sich bei ihrem Fellteil um Kunstfell handelt – als solches hatten sie es gekauft.
In 3 Fällen haben wir den “Feuertest” gemacht – und zum Entsetzen der Träger entpuppten sich zwei als Echtfell!

Ich habe immer angenommen, dass es mittlerweile bekannt ist, dass Kunstfell in der Produktion heutzutage oft teurer ist, als Echtfell – und dass die Hersteller gerne und häufig mit falschen Deklarationen arbeiten.

Da es hier, wie in so vielen anderen Bereichen, wo Tiere gequält und ausgenutzt werden um sehr, sehr viel Geld geht, kann man eigentlich keinem Hersteller und oft auch keinem Händler einfach so glauben, dass sie einem die Wahrheit sagen.

Und selbst wenn ich echtes Kunstfell am Kragen trage:
Die Botschaft, die ich damit aussende, ist verheerend, denn damit steuer ich dazu bei, dass (Kunst)Pelz “in” ist und als schickes Accessoire salonfähig bleibt.
Und da der Mensch ein Herdentier ist und gerne die angesagteste Mode trägt, will jeder diesen Fellkragen – und wer sich den in echt “Kunst” nicht leisten kann, kauft den billigeren echten Fellkragen – oder man wird von vornherein einfach hinter das Licht geführt.

Wer wirklich Mitleid mit den gequälten Hunden, Katzen, Füchsen, Nutrias, Kaninchen, Marderhunden, Waschbären und sonstigen Fellieferanten in Asien hat – den zahllosen Tieren, die unter übelsten Umständen dicht gedrängt in reinen Gitterkäfigen über mehrere Ebenen gestapelt dahin vegetieren, bis sie – nicht selten bei lebendigem Leibe und vollem Bewusstsein – abgezogen werden –
der verzichtet ganz auf Fellaccessoires und zeigt auch nach außen,
dass “ohne Fell” das echte “in” ist.

Wer was auf sich hält, hat es sowieso nicht nötig, sich mit “fremden Federn” zu schmücken.

...und ich habe lange überlegt, ob und was ich zum Thema verlinke.
Aber angesichts der Flut von Fellkragen- und Bommeln, die uns wieder im täglichen Leben begegnen, denke ich ist es nötig, sich schonungslos vor Augen zu führen, WAS dieser “süsse” Fellkragen bedeutet:

Peta hat da einen Undercovereinsatz gefilmt, der heute noch dieselbe Aktualität besitzt, wie zum Zeitpunkt des Drehs…… .

Echtfell geht gar nicht und
Kunstfell setzt falsche Trends und Mikroplastik in die Welt !

Nur “Kein Fell” ist der wahre Renner!

Trotz der sehr ernsten Themen, die dieses Jahr meinen kleinen Infostand für die Wildvogel-Rettung begleiteten, war es ein rundum schöner Tag.

Für mich war “Weihnachten im Tierheim 2019” wieder ein ganz besonderes Erlebnis, wo ich gerne mitgewirkt habe.

Vielen Dank an das Elmshorner Tierheim, daß es sich so stark engagiert und so tolle Veranstaltungen organisiert!

Ihr seid ein tolles Team
und die Tiere haben Glück, bei Euch gelandet zu sein 🙂


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Gebäudebrüterschutz

Schwalben, Mauersegler, Spatzen, Fledermäuse und Co in Wohnungsnot!

unsere “Allerweltsarten” geraten immer mehr in Bedrängnis

Umfangreiche Bauprojekte – Gebäudereparaturen, Wärmedämmungen, Sanierungs- und Aufstockungsarbeiten bringen unsere kulturfolgenden Tierarten, die seit Jahrhunderten an und in unseren Gebäuden ihre Brutstätten pflegen, in massive Wohnungsnot.

Spalt im Giebel eines alten Hauses

Löcher, Nischen und Spalten unter den Dächern und im Mauerwerk werden verschlossen, Wände werden immer glatter und Dachüberstände werden vermieden – all die Orte, wo unsere Gebäudebrüter ihre Kinderstube hatten, verschwinden aus den Städten.

Einige unserer alten Nachbarn, wie z.B. der Spatz, stehen mittlerweile auf der Vorwarnliste bedrohter Arten – aus manchen Städten ist er schon praktisch vollständig verschwunden.
Gebäudebewohnende Fledermausarten stehen bereits auf der roten Liste und gelten als vom Aussterben bedroht.

Grund für diesen drastischen Schwund von Gebäudebrütern ist in erster Linie die unbewusste oder mutwillige, zig-tausendfache  Zerstörung ihrer Niststätten und Vernichtung ihrer Lebensstätten.

Dabei gibt es genau zum Schutz dieser Arten eine klare Gesetzeslage, die aber oft nicht bekannt ist oder vorsätzlich ignoriert wird.

Rauchschwalben nisten am liebsten drinnen – in zugänglichen Hallen, Ställen, Schuppen oder zur Not auch unter Carportdächern

Unsere Gesetze besagen, daß alle heimischen Vogelarten besonders geschützt sind.
Alle Fledermausarten gelten sogar als streng geschützt.
Der Schutzstatus wird im Deutschen Recht, im EU-Recht, und in internationalen Abkommen geregelt.

Für unsere Gebäudebrüter (Mauersegler, Schwalben, Spatzen, Hausrotschwänze, Fledermäuse etc.) gilt nach Bundesnaturschutzgesetz § 44 Abs 1, daß ihre Niststätten und/oder Quartiere sowohl während als auch nach der Nistsaisonsaison weder beseitigt noch beschädigt oder unzugänglich gemacht werden dürfen.

Dieser absolute Schutz gilt auch, wenn die Tiere zeitweise abwesen sind, also gerade nicht brüten oder wenn sie auf dem Zug sind.

Es gibt allerdings Ausnahmeregelungen für „gesellschaftlich wichtige Belange“, zu denen eben z.B. auch Sanierungen und andere Bauvorhaben zählen.

Wenn Niststätten im Rahmen einer Sanierung oder sonstiger Bautätigkeit beseitigt oder deren Zugang ganz oder vorübergehend verhindert wird, muss der Bauherr hierfür zunächst eine Ausnahmegenehmigung bei der Untere Naturschutzbehörde (UNB) beantragen.

Die Befreiung vom „gesetzlichen Zugriffsverbot“ wird verbunden mit Auflagen wie z.B. der Schaffung von Ersatznisthilfen in der Regel erteilt.

In Schleswig Holstein geschieht diese Befreiung nach §67 oder Ausnahmegenehmigung nach § 45 Nr 7  m.W. kostenlos.

Da bereits bestehende Gelege und Jungtiere im Nest immer und ausnahmslos geschützt sind, zumal hier zusätzlich das Tierschutzgesetz greift,  sollte bereits in der Bauplanungsphase ein ornithologischer Sachverständiger herangezogen werden, der das Gebäude auf vorhandene Gebäudeprüfer untersucht und diese dokumentiert, denn viele Gebäudebrüter leben so versteckt, dass sie sonst oft erst während des Baus entdeckt werden.

Gemeinsam mit der UNB wird dann das weitere Vorgehen mit den vorhandenen Nist- und Lebensstätten so geplant, dass man während der tatsächlichen Bauphase keine unliebsamen Überraschungen erlebt.

Würden erst in der Bauphase aktive Bruten entdeckt, würde der Bau bis zum Ausfliegen der Jungvögel von behördlicher Seite ganz oder teilweise stillgelegt, was erhebliche Kosten für den Bauherren zur Folge hätte.

Werden Niststätten mutwillig und ohne Genehmigung zerstört, so ist dies ein Straftatbestand, der je nach Bundesland mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann. 

Dasselbe gilt, wenn aktive Bruten erst in der Bauphase entdeckt und dann entfernt werden, um einen Baustillstand zu vermeiden.

Ein weiterer Vorteil der Berücksichtigung von Gebäudebrütern bereits in der Planungsphase ist, dass man entsprechende Ersatzniststätten bereits in den Bau durch spezielle Nist- und Quartierssteine so integrieren kann, dass diese später am fertigen Gebäude keine optischen Beeinträchtigungen darstellen und keine nachträglichen Beschädigungen des Mauerwerks z.B. zu Befestigungszwecken von Ersatzniststätten nötig werden.

copyright Caroline Seige – neue Fassade mit integrierten Nist- und Quartierssteinen

Niststätten in Gefahr?

schnelles Handeln rettet Vogelleben

Massenhaft werden zur Zeit immer noch gesetzeswidrig Niststätten von Immobilienbesitzern aus Unwissenheit oder aber vorsätzlich mit oder ohne lebende Brut darin vernichtet.
Im Bereich von großen Mietobjekten und gewerblichen Gebäuden geschieht dies´ massenhaft im Zuge von Sanierungen oder zur Vermeidung von “Dreck” unter den Nestern.
Hier sind alle gebäudebewohnenden Arten gleichermaßen betroffen.

An privaten Einzelimmobilien werden außerhalb von baulichen Maßnahmen vornehmlich immer wieder Nester von den Fassaden abgeschlagen (z.B. Schwalben) – ebenfalls um Dreck zu verhindern.

Copyright Caroline Seige – Nest mit lebenden Küken im Bauschutt entsorgt

In allen Fällen handelt es sich um illegale Aktionen, die strafbar sind. Die meisten dieser Fälle werden weder geahndet, noch werden Ersatzniststätten verordnet, aus dem einfachen Grund, weil es keine Kenntnis der Behörden über die vorhandenen Niststätten gibt.
Leider ist es noch nicht verpflichtend für Bauherren, beim Bauantrag ein ornithologisches Gutachten über das Vorhandensein von gebäudebewohnenden Arten mit einzureichen.

So obliegt es dem Bauherren selbst, ob er diesbezüglich tätig werden will oder “es drauf ankommen lässt”.

Um so wichtiger ist es, dass wir alle mit offenen Augen durch unsere Stadt gehen und sehr schnell handeln, falls Niststätten in Gefahr sind.

copyright Caroline Seige – an diesem Gebäude wurden mehrere Nisthöhlen mit Küken drin vorsätzlich verschlossen – das Elterntier sitzt verzweifelt mit Futter vor dem ehemaligen EIngang, hinter dem die Küken noch zu hören sind

Wenn wir aktive Niststätten beobachten, die evtl. von Zerstörung bedroht sein könnten – z.B. weil das Gebäude gerade eingerüstet wird oder der Abriss droht oder jemand Vogelvergrämungsmaßnahmen anbringt wie Spikes, Abwehrpaste, Netze o.ä.
sollten die aktiven Niststätten sofort und eindeutig durch Fotos und Videos – optimalerweise mit Datumsnachweis durch EInblendung der aktuellen Tageszeitung – dokumentiert werden.
Dann sollte sofort
Anzeige wegen Verstosses gegen das Bundesnaturschutzgesetz §44 “ bei der unteren Naturschutzbehörde, dem Ordnungsamt und der Polizei erstattet werden.

Copyright Caroline Seige – für diese Küken kam die Rettung nach der Anzeige zu spät – sie waren bereits hinter Bauschaum erstickt, bevor die Behörden das Nest wieder öffnen konnten

Wichtig ist es, bei der Anzeige, sofern aktiv gebrütet wird oder lebende Bruten bereits vorhanden sind, deutlich zu machen, dass Gefahr im Verzug ist und man sollte auf jeden Fall die Sache genauestens im Auge behalten, bis sichergestellt ist, dass etwas unternommen wurde.

Nur, wenn wir alle die Augen offen halten und vorsätzliche Niststättenvernichter konsequent belangt werden, wird es unattraktiv werden, “es drauf ankommen zu lassen”

Copyright Caroline Seige – …und was gibt es Schöneres, als eine fröhliche Spatzenkolonie , die uns auch an den sanierten Fassaden ein Stück Stadtnatur bis vor das Fenster bringt….

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Offene Briefe

Offene Briefe an Behörden, Politiker
und/oder Ministerien

Tier-, Natur- und Umweltschutz sind Themen, die den meisten Menschen zunehmend unter den Nägeln brennen.
Viele schreiben Briefe an Behörden oder Politiker.
Sie formulieren ihre berechtigten Sorgen, ihre Fragen und Kritiken fundiert und sachlich – und erhalten oft genug keine, oder nur stereotype, nichtssagende Antworten.
Die einzelnen Briefe bleiben unbeachtet und verschwinden irgendwann in der Versenkung

Auf dieser Seite werde ich solche offenen Briefe von Einzelpersonen und Verbänden, die sich mit Themen rund um Tier- Natur- und Umweltschutz an Behörden, Politiker oder Ministerien wenden, mit Genehmigung der jeweiligen Urheber sammeln, damit sie präsent und verlinkbar bleiben

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Offener Brief an
Bauhaus Kiel Suchsdorf und in Kopie an die Untere Naturschutzbehörde und die Kieler Nachrichten

von Anja Rolf im Dezember 2018

Thema: Neuanlage der Parkplätze vor einem Baumarkt als Steinwüste

copyright: Anja Rolf

Moin Moin liebes Bauhaus-Team,

was ich heute auf Ihrem Parkplatz in Kiel Suchsdorf entdecken musste, hat mich tief betroffen gemacht.

Die Grünflächen wurden mit dicker Teichfolie abgedeckt und bunter Schotter draufgeschüttet. Die größten Probleme unserer Zeit sind

– der Biodiversitätsverlust (hier insbesondere das Insekten- und Vogelsterben),

– der Klimawandel (Starkregen und Überhitzung) und

– der Plastikmüll (Teichfolie, sicherlich auch aus fossilen Rohstoffen).

All diese drei Punkte treten Sie mit dieser Umgestaltung mit den Füßen. Sollten Sie nicht Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und mit gutem Beispiel vorangehen?

Zudem habe mir die Mühe gemacht und mir den B-Plan für Ihr Grundstück herausgesucht. Hiermit wünsche ich mir, dass Sie sich an diese Ausgleichsmaßnahmen halten und diese bitte möglichst zeitnah umsetzen. Anbei ein Auszug:

9. Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

d) Anlagen mit mehr als fünf Stellplätzen sind so zu gliedern, dass je fünf Stellplätze ein hochstämmiger Laubbaum (Hochstamm, 3 x verpflanzt, Stammumfang 20-25cm) gepflanzt wird. Die Mindestfläche der Baumscheibe muss 9 m2 je Baum betragen.

f) Mindestens 40% der geschlossenen Außenwandflächen sind mit Kletterpflanzen zu bepflanzen.

g) Für die Bepflanzungen sind ausschließlich heimische, standortgerechte Bäume, Heister und Sträucher zu verwenden (siehe Artenliste 1 bis 4 im Grünordnungsplan).“

Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Kiel und die Kieler Nachrichten habe ich in Kopie gesetzt.

Vielen Dank und naturnahe Grüße,
Anja Rolf

April 2019
Anja Rolf berichtete:
Antworten hat es von den angeschriebenen Stellen bisher nicht gegeben.
Offenbar werden aber jetzt die ersten Folien/Schotterbeete gerade wieder entfernt und neu bepflanzt.

Dass die in den Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgeschriebenen 40% der geschlossenen Fassaden mit Kletterpflanzen zu begrünen sind – da müsste noch mal jemand Bauhaus aufklären:
damit ist NICHT die Anbringung mit Grünzeug bedruckter Plakate gemeint.

Wer weiss, vielleicht schafft Anja es ja auch noch, dem Bauhausteam zu vermitteln, wie man eine ökologisch wertvolle Rabatte anlegt und wie man es vermeidet, einen Baum zur Witzfigur zurecht zu scheren…..

copyright: Anja Rolf

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Offener Brief an die
Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz

Frau Heinen-Esser -persönlich-
(zur 7. Grünen Artenschutzkonferenz in Münster am 23.3.2019)

von
Arbeitskreis Heckenschutz
Jürgen Kruse
Niehuskamp 3
48739 Legden-Asbeck
info@heckenschutz.de
Tel.: 02566-9709087
www.hecke.wg.vu 22.3.2019

Thema Baum- und Heckenschutz

Sehr geehrte Frau Heinen-Esser

vielfach ist über das Artensterben (Tiere und Pflanzen) berichtet und
dokumentiert worden, wie sich die Voraussetzungen für einen wirksamen
Umweltschutz in NRW verschlechtert haben. Dazu kommen die Auswüchse durch die Massentierhaltung, die Vermaisung und die Zerstörung der Landschaftsstrukturen überall im Land.
Besonders zu beklagen sind die Beschädigung und das Verschwinden der
Hecken und Wallhecken an den Wegen und Straßen, Wasserläufen und in der Feldflur:


-einerseits durch eine maschinelle und nicht naturverträgliche „Pflege“ der Hecken und Baumreihen bzw. das übertriebene Abasten der Bäume durch die kommunalen Bauhöfe, durch Landesstraßendienste und Wasser- u. Schifffahrtsämter. (Viele gesunde Bäume verschwinden an den Straßen, sie werden anscheinend als Brennholz geerntet. Überwiegend findet man nur noch funktionslose Spaliere und zerfetzte Gehölze.),


-andererseits durch das Verschwinden ganzer Wege und nahezu aller
Feldraine, durch Grünlandumbrüche, das Verschwinden der letzten Brachen, durch Bearbeitung landwirtschaftlicher Flächen bis in den Wurzelbereich der Bäume und Hecken bzw. bis an die Gewässerkanten. Meldungen der Umweltschützer zu diesen Vorgängen wurden in der Regel durch zuständige Ministerien, Untere Naturschutzbehörden und Landwirtschaftskammern ignoriert.

Angesichts des dramatischen Artensterbens und des rasanten Klimawandels fordern wir Sie dazu auf, in der jetztigen Legislaturperiode


* tausende von km neuer Hecken und Biotopverbundlinien zu planen bzw.
anzuregen ,

* kommunale Baum- und Gehölzschutzsatzungen überall vorzuschreiben
bzw. nahe zu legen,

* eine Rückgewinnung der kommunalen Flächen an den Wegen und Straßen (Wegeseitenstreifenprogramme) im Sinne der LANUV-Broschüre „Blühende Vielfalt“ durchzusetzen*,

*weitere Grünlandumbrüche zu verhindern, ein Verbot von “round up” bzw. eine drastische Reduzierung der Pestizide durchzusetzen, Humus- und Agroforstsyteme zu fördern,


*die Gelder für Ausgleichsmaßnahmen vor allem in neue Hecken und
Wallhecken als Biotopverbundlinien zum Schutz der Böden und zur
Entwicklung der Landschaftsstrukturen fließen zu lassen,


*die Ausbringungsvorschriften für Gülle, Hühnertrockenkot u.a. zu
verschärfen und eine konsequente Einhaltung auch zu kontrollieren,


*weitere Massentierställe zu verhindern (da nahezu überall die
Belastbarkeitsgrenzen erreicht/überschritten sind), Keimbelastungen und
Abluftprobleme, Feinstaub, Tierschutz, Boden und Gewässerschutz, sowie Klagemöglichkeiten in Genehmigungsverfahren zentral aufzunehmen, forciert neutrale wissenschaftliche Untersuchungen zu resistenten Keimen, Grundwassergefährdungen und Bodenverschlechterung einzuleiten,


*für die Landesstraßenbehörde, Kreise und Kommunen Richtlinien zur
naturnahen Pflege der Heckengehölze und Bäume zu schaffen und


*endlich eine zügige Umsetzung der WRRL gemeinsam mit den
Umweltverbänden vor Ort durchzusetzen.

Freundliche Grüße

Jürgen Kruse
* (Musterantrag für Kommunen/Kreise ist angefügt!)
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Antwort: Ausstehend


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Offener Brief an
die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner
von Marie Winter am 14.3.2018
veröffentlicht auf FB


Thema: Landwirtschaftspolitik

“Sehr geehrte Frau Bundesministerin Klöckner,

mein Name ist Ninja Marie Winter, ich lebe seit 1995 in Bayern und bin gerade in einer großen Freude, da wir in Bayern als BürgerInnen Gehör bei der Politik finden.

Das Volksbegehren Artenvielfalt ist ein Zeichen an die Politik, was wir, die Steuerzahler uns wünschen. Eine gesunde Natur mit Insekten, Vögeln, einer guten Struktur für bäuerliche Landwirtschaft und Nachhaltigkeit.

Das, was Sie in Ihrem Ministerium gerade abliefern, ist, verzeihen Sie den Ausdruck, unverschämt, menschenverachtend und zutiefst durch Lobbyismus geprägt.

Die Meinung des Durchschnittsbürgers interessiert nicht.

Wie kommen Sie darauf zu denken, dass jeder Mensch jeden Tag ein Recht auf ein Schnitzel auf dem Tisch hat?
Das ist kein Recht, das ist ungesund, tierquälerisch in der heutigen Zucht, Mästung, Haltung bis hin zur Schlachtung

Wie schon Ihr Vorgänger Schmidt sich über alle Grenzen hinweg für Glyphosat, Pestizide und Herbizide eingesetzt hat, ziehen Sie in sauberem, stoischem Gleichmut weiter. Ohne mit der Wimper zu zucken wird mit unserem Leben und unseren Steuergeldern rumgeast und eine Landwirtschaftsfinanzierung der reichen Riesen gepflegt.

Interessiert es Sie wirklich nicht, wie Tiere, Pflanzen und UNSERE Umwelt unter Ihren Entscheidungen leiden und zerstört werden?
Wie wir alle durch IHRE Entscheidungen vergiften, krank werden und vorzeitig sterben?

Das Insekten zu 75% weniger geworden und teils ausgestorben sind?

Das Schlachtvieh wie ein seelenloses Etwas behandelt wird, dass Tiersäuglinge ohne Betäubung getötet oder amputiert werden?

Wie sehr kann man machtbesessen sein, dass man im Sinne der Gewinnmaximierung so einer kleinen aber massiven Lobbyismustruppe zu Kreuze kriecht?

Ich habe am Anfang Ihrer Legislaturperiode gedacht:
“Schön, eine Frau hat viel Empathie, Gefühl und Kommunikationsgeschick. Sie wird ihr Wort halten.
Kann nur besser werden in diesem Resort.”

Ich habe mich geirrt. Sie sind noch viel schlimmer als Ihr Vorgänger.

Schämen Sie sich bis ins Mark, wenn Sie das nächste Mal vor dem Spiegel stehen oder vor die Presse treten.
Sie tun nicht, wofür Sie gewählt wurden, sie
tun nicht, worauf Sie Ihren Eid geschworen haben:

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. (So wahr mir Gott helfe.)“

Ich hätte Ihnen gerne auch was Freundliches geschrieben.. mir fällt leider nichts ein.

Mit traurigen, erschütterten und tief enttäuschten Grüßen

Antwort: Ausstehend

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Offener Brief an
die Umweltministerin Svenja Schulze
von Kirstin Zoller am 16.3.2019

übermittelt über den Kontakt auf der offiziellen Seite des Ministeriums

Thema Plastikvermeidung

Offener Brief an das Umweltministerium
Sehr geehrte Frau Bundesumweltministerin Schulze,

ich bin gerade ziemlich erschüttert.
Folgender Sachverhalt:
Ich beziehe seit Jahren mein Hundefutter von einem kleinen Händler, der regelmäßig auf dem Markt steht und sein selbst produziertes Futter, was er auch über sein Ladengeschäft verkauft, dort anbietet.
Unterschiedliche Produkte vom Rind, überwiegend Innereien und Co werden von dem Händler direkt von einem kleinen Schlachthof hier in Schleswig Hosltein regelmäßig bezogen. Ebenso bezieht er die verarbeiteten Gemüse aus der Region.


Das Fleisch wird gegart, gebrüht, pur oder als Menü mit verschiedenen Gemüsen angeboten.

Das Futter ist immer allererste Qualität, sämtliche Zutaten sind “aus der Region”, zurückverfolgbar bis zum Tierhalter und kommen nicht aus Massentierhaltung.
Ich bestelle jeweils meine Wochenration und gebe die Abpackungsmengen an, so dass ich täglich exakt die Menge in einer Verpackung habe, die ich für meine Hunde brauche.
(Sonst müsste ich täglich 3 Dosen (Einwegverpackungen!) öffnen, in denen Fleisch und Fleischnebenprodukte sowie zig andere
Inhaltsstoffe stecken, deren Herkunft kaum zuverlässig nachvollziehbar, meist aus industrieller (tierquälerischer und mit langen Tiertransporten verbundener Tierhaltung und industrieller Pflanzenproduktion (meist riesige Monokulturen) verbunden mit weiten Transportwegen der Produkte ist)

Also sowohl, was die Energiebilanz anbelangt als auch was die Qualität für meine Tiere anbelangt habe ich mit diesem Futter vom Markt ein hervorragendes Produkt, was eigentlich alles erfüllt, was angesichts unserer Umweltprobleme ständig gefordert wird.

Nun kamen Sie kürzlich mit Ihrem neuen Verpackungsgesetz und Sie fordern außerdem eine deutliche Vermeidung und Reduzierung von Plastik im Einzelhandel.
Dabei setzen Sie auf die freiwillige Mitarbeit des Einzelhandels.
Mein Futterhändler genau wie seine Kunden fanden das absolut klasse und wir arbeiten alle daran, möglichst noch mehr Plastik zu vermeiden.


Der Futterhändler bietet an, damit er die bestellten Futterrationen nicht mehr in Einwegplastikbeutel füllen muss, dass die Kunden jeweils bei der ABholung ihrer Bestellung ihre Mehrwegbehältnisse für ihre nächste Bestellung bei ihm abgeben und dann wird die nächste Bestellung direkt in diese Behältnisse gefüllt.
Beim nächsten Marktbesuch tausche ich dann einfach die gefüllten Behältnisse gegen leere aus.
Das perfekte Mehrwegsystem – ganz freiwillig – und obwohl für den Händler sicherlich aufwendiger, als einfach Plastikbeutel abzufüllen, tut er das gern für unsere Umwelt.

Und jetzt kommt es:
Heute erzählt er, dass er verzweifelt ist.
Eine neue EU Verordnung schreibe vor, dass Fleisch ab sofort vom Schlachthof nur noch eingeschweisst in Plastik an den Händler abgegeben werden dürfe.
Bisher hat er die tierischen Zutatenbestellung für seine Hundefutter einmal wöchentlich von einem kleinen Schlachthof in Schleswig Holstein in großen Kunststoffkisten abgeholt, die nach Weiterverarbeitung des Fleisches einfach ordnungsgemäß gereinigt und getrocknet werden und dann für die nächste Abholung wieder verwendet werden.


Damit sei jetzt Schluss, so sagt er.
Jetzt MUSS er die Ware eingeschweisst in Plastik abnehmen – teilweise zu 500 Gramm Beuteln!!!!! Anders bekommt er die Rohware nicht mehr.

Zu Hause wird dann die gesamte Ware aus den Plastikbeuteln geschnitten, in die großen Töpfe zum Garen und Weiterverarbeiten gekippt, um anschließend für den ENdverbraucher neu verpackt zu werden.

Die Massen an Plastiktüten aus dem Schlachthof wandern dann gebraucht, also mit Flüssigkeiten von rohem Fleisch und rohen Innereien versehen in einen Plastikmüllcontainer, wo sie fröhlich vor sich hin gammeln, bis sie irgendwann im Recycling oder auf einem Transport auf irgendwelche ausländische Deponien landen.

Wo mein Händler zuvor praktisch pro Woche NULL Plastikmüll hatte, füllen nach seinen Angaben diese Verpackung nun jede Woche einen kompletten Container!!!!

Das kann doch wohl nicht wirklich wahr sein!

Frau Ministerin Schulz, bitte sagen Sie mir, dass es dieses EU Gesetz nicht gibt, dass der Schlachthof sich da was ausgedacht hat oder was auch immer.

Andernfalls müsste ich mich fragen, warum man solche Gesetz
e macht.
Um der Plastikindustrie die Auftragsbücher durch Erhöhung der Plastikverschwendung im “Hintergrund” gefüllt zu halten, wenn in der Öffentlichkeit sichtbar Plastik immer weiter reduziert wird?

Ich kann mir beim besten Willen keinen anderen Grund vorstellen, der einen Transport in geschlossenen Kunststoffboxen zu Gunsten von Einwegplastik verbietet.

Mit freundlichen Grüßen
Kirstin Zoller

Antwort: Ausstehend

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Silvester – bitte helft den Wildtieren

Bitte verzichtet auf Silvesterfeuerwerk!

Unsere Wildtiere werden in Panik versetzt, unzählige Tiere – vom Vogel über Eichhörnchen bis hin zu Igeln überleben den Jahreswechsel nicht oder sterben kurz danach an Kollisionen, Verirrungen, Stress und Hunger.

Und auch unsere Haustiere durchleben in dieser Nacht die Hölle.

….und Sie können noch viel mehr für die betroffenen Tiere tun!

In der Vorweihnachtszeit appelliere ich immer an alle:
Verzichtet auf diese gigantische Weihnachtsbeleuchtung und bewahrt unseren Tieren in der Natur ihre überlebenswichtigen “dunklen Ecken”.

JETZT bitte ich Euch alle:
Verhaltet Euch genau umgekehrt!

In der Silvesternacht – und überall dort, wo jetzt schon geböllert wird, leuchtet Eure Häuser (von außen), Grundstücke, Balkone gut aus – wenn es sein muss, die ganze Nacht hindurch.
Die meisten Wildvögel sind im Dunkeln praktisch orientierungslos.
Wenn sie aufgeschreckt durch einen Kanonenschlag, eine Rakete oder sonst irgendwelche Knallkörper in die Dunkelheit auffliegen, irren sie blind und panisch umher und zahllose Kollisionen sind die Folge.

Diese Radaraufnahmen aus den Niederlanden zeigen eindrucksvoll, was jedes Jahr seit dem Jahreswechsel 2007/2008 bis heute eine Sekunde nach Mitternacht am Himmel geschieht (auf die Zeitanzeige achten).

Diese Studie, die bereits 2011 erstellt wurde, interpretiert unter anderem die Radaraufnahmen.
Wer den englischen Text bei “Google Übersetzer” rein kopiert, erhält eine recht gut verständliche Übersetzung.

Gebt den verirrten Vögeln Licht, damit sie sich orientieren können und damit die Lichtblitze der Feuerwerke abgemildert werden.

Sorgt dafür, dass gleichzeitig nirgends Innenbeleuchtung nach draussen in die Dunkelheit scheint (Vorhänge zu) – damit Vögel, die in der Dunkelheit umherirren auf ihrer verzweifelten Suche nach Licht nicht gegen Eure Scheiben knallen.

Und wenn Ihr gerade auf Balkonen, in relativ schutzlosen Auffahrten etc. dann noch Euren alten Tannenbaum oder etwas anderes, was Schutz bieten kann, aufstellt, finden die Vögel im Licht ein kleines Versteck, wo sie hoffentlich verweilen können, bis die Hölle vorbei ist.

Wir werden mal wieder ohnmächtig zuschauen müssen, wie dieser sinnlose “Krieg” vor unserer Haustür abgeht – aber wenigstens können wir versuchen, den Betroffenen ein ganz klein wenig Hilfestellung zu geben……

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Vorgeschichte und Danksagung

Alles begann mit hilflosen Schwalbenküken

Als ich vor einigen Jahren meine ersten Rauchschwalbenküken in Not fand, musste ich schnell feststellen, dass es nahezu unmöglich war, zur Wildvogelaufzucht im Allgemeinen und zur Schwalbenaufzucht im Besonderen adäquate Informationen und Hilfe zu finden.
Den wilden Schwalben, die direkt vor meiner Haustür ihre Brut groß zogen, gesundem Menschenverstand, Geduld bei der Beobachtung und viel Vertrauen in mein Bauchgefühl verdankte ich letztendlich, dass meine erste Rauchschwalbenaufzucht erfolgreich verlief.

Mein erster Vogelzögling war Pummelchen, der seit 2011 jedes Jahr zum Brüten nach Hause kommt.....
Mein erster Vogelzögling war Rauchschwalbe Pummelchen (re), der seit 2011 jedes Jahr zum Brüten nach Hause kommt…..

Schnell musste ich feststellen, dass ich bei weitem nicht die einzige war, die nach dem Auffinden von hilflosen Wildvögeln recht rat- und hilflos auf sich allein gestellt da stand. Aus diesem Grunde machte ich meine gewonnenen Kenntnisse und Erfahrungen zunächst lokal über Zeitungsberichte, später auch im Internet öffentlich. Die Folge war, dass ich immer häufiger von aufmerksamen Vogelfindern kontaktiert wurde.

....seit 2015 brütet Pummelchen mit Sunny, meiner Handaufzucht aus 2014....
(Rauchschwalbe)….seit 2015 brütet Pummelchen mit Sunny, meiner Handaufzucht aus 2014….

So mancher Singvogel fand seinen Weg zur weiteren Aufzucht zu mir. Noch viel mehr Singvögeln konnten, wie ich den zahlreichen, positiven Rückmeldungen  entnehmen durfte, die Finder aufgrund intensiver Beratungsgespräche selbst erfolgreich helfen.
Kleine Info-Veranstaltungen, die ich im letzten Sommer kurzfristig zum Thema
„erfolgreich Wildvögel und insbesondere Schwalben in Not aufziehen“
auf lokaler Ebene anbot, fanden überregionalen Zuspruch. Da ein so großer Informationsbedarf rund um die Wildvogelhilfe zu bestehen scheint, habe ich mich zum Ende der letzten „Zöglingssaison“ entschieden, die Zeit, die ich im Winter habe zu nutzen.  Ich trug alle mittlerweile erworbenen Kenntnisse  und Erfahrungen zusammen um sie für jedermann schnell verfügbar zu machen.

....und die zwei ziehen auf meiner Diele meistens zwei Bruten pro Sommer auf...
(Rauchschwalbe) …. und die zwei ziehen auf meiner Diele meistens zwei Bruten pro Sommer auf…

Diese Seiten sollen Ihnen helfen, in einer akuten Auffindesituation eines hilfsbedürftigen Vogels schnell und ohne lange nach Informationen suchen zu müssen, effektiv handeln zu können.

Ich danke all den vielen Wildvögeln, die ich aufziehen durfte, dass ich so viel von ihnen lernen konnte.  Meiner Familie und all den unzähligen kleinen und großen menschlichen Helfern, ohne deren Unterstützung ich niemals die Möglichkeit und die Zeit hätte, mich im Sommer so vieler kleiner Zöglinge so intensiv anzunehmen.
Außerdem dem Forum www.Hobby-Gartenteich.de und ganz besonders dessen Betreibern Annett, Jürgen und Joachim, die nicht nur die Idee zur „Wildvogel-Rettung.de  Webseite hatten, sondern sie auch so phantastisch in die Tat umgesetzt haben!

Hilflosen Vogel gefunden – was tun?

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Achtung Kunstnester für Mehlschwalben

Achtung – Mehlschwalbenkunsnester – Einfluglöcher oft zu klein!

Bitte lest diesen Schriftwechsel, bevor Ihr Eure künstlichen Nisthilfen beschafft und anbringt!
Eine Diskussion zu diesem Beitrag findet sich außerdem auf meiner Facebookseite hier

Andreas Menz hat mich per e-mail angeschrieben und weil das Problem wirklich dramatisch ist, bat ich darum, seine mail veröffentlichen zu dürfen.
Kopie mit Einverständnis des Autors Andreas Menz:

Hallo Kirstin,

sorry, dass ich Dich auf diesem Wege “belästige”, aber ich habe da was ziemlich dringliches (glaube ich) zu berichten :(…

Es geht um die Mehlschwalben- Nisthilfen von Schwegler (oder auch sonstige baugleiche).
An unserer Gemeinde brüten jedes Jahr ein paar Paare Mehlschwalben, die da auch meist zwei Bruten ausbringen, und das sowohl in selbstgebauten Nestern als auch genannten Nisthilfen.

Letzten Sonntag (also quasi vorgestern) habe ich mir mal den neu gepflasterten Parkplatz angeschaut (für mich als GaLa- Bauer ja von Interesse) und auch gleich geschaut, ob die intensive und ja ungewöhnliche Geschäftigkeit die Schwalben irgenwie gestört hätte (dies Jahr nur drei Paare). Soweit sah alles gut aus, dann fiel mir aber an einem bewohnten Kunstnest (erkenntlich am großen Kothaufen auf dem Brett darunter) auf, dass da scheinbar immer mal Altvögel anfliegen wollten, aber ein schlapp wirkender Jungvogel im Eingang hing.
Schnell war klar, dass der tot war, und die schnell organisierte lange Leiter, um da vllt. noch irgendwas retten zu können, erbrachte leider sehr unschönes.

Der tote Jungvogel war bereits mumifiziert, und steckte im Einflugloch fest.
Das war durch kleben gebliebenen Kot etwas verengt, so dass der wohl ausfliegen wollende Jungvogel (der wie seine vier ebenfalls toten und mumifizierten Geschwister im Nest voll entwickelt und ausgefiedert war…) steckenblieb und weder vor noch zurück konnte, so dass letztlich die komplette, voll entwickelte und zum Ausfliegen bereite Brut umkam.
Die Brut war ganz sicher von diesem Jahr, da die Nester jährlich gereinigt bzw. der Kot jährlich beseitigt werden, ich weiß nur nicht, ob die erste oder zweite. Da noch Altvögel anfliegen wollten, kann das ganze Unglück aber noch nicht all zu lange her gewesen sein. Die Jungen waren zwar bereits alle mumifiziert und das Nestinnere trocken, aber Aasfresser und Fliegenpuppen waren teils noch aktiv bzw. verpuppt.

Diese Sache nimmt mich nun doch sehr mit, vor allem, weil es die komplette schon voll ausgereifte Brut erwischt hatte, und nicht etwa nur einen Jungvogel oder so. Und das Unglück kam dadurch zustande, dass das Einflugloch durch den Kot (der sehr hart war) so verkleinert war, dass der erste Jungvogel da entweder nur halb durch, und dann nicht mehr vor oder zurück kam, oder im seinerzeit vllt. erst halb getrockneten Kot festklebte und so erst recht immobil wurde…

Als ich das betroffene Nest abnahm (sonst hätte ich da nichts bewegen können, da fünf Meter hoch auf meiner Leiter und ich mit Höhenangst, die mir da aber erstmal egal war), fiel mir dabei auf, dass die Betonwand dieser Nisthilfen sehr dick ist. Ich will meinen, dass das sicher 3 cm sind, desweiteren, dass die sehr flach im Innenraum sind, sowie das Einflugloch doch eher schmal und weit. Und meine Fragen wären darum/ dazu:

a) Ist das nötig, dass die Schalenwände SO dick sind?

b) Warum sind die aus purem Beton und so geformt, wie sie sind?

Ich empfinde die Form und die Raummaße nur bedingt Naturnestern nachempfunden, und vor allem unterliegt ja bei natürlichen Nestern vor allem das Einflugloch einer gewissen Erosion über die Brutdauer, so dass da solche Engstellen meiner Ansicht nach erst gar nicht entstehen können.
Des weiteren fiel mir auf, dass die Wanddicke durchgehend gleich ist, das Einflugloch ist quasi nur “reingesägt”, die Wand ist überall gleich dick, um dann mit scharfer Kante nach außen wie in den Brutraum hinein abzukippen.
Nicht wie bei Naturnestern unmittelbar am Flugloch doch verjüngend und vor allem dünner und gerundet abfallend, so dass bei denen die Wand um das Einflugloch doch für die Vögel um einiges leichter passierbar bzw. überwindbar ist. Sondern alles ein solider Block Beton- der in dieser Dicke und Härte der ersten ausflugsbereiten jungen Schwalbe dann auch zum Verhängnis wurde, weil nach vorne hin die Kotlage zu dick und hart war, um dort weiterzukommen, als auch nach hinten zu viel Strecke weiterhin geraden, dicken Betons war, als dass der Jungvogel sich wieder hätte lösen können.

Dieser Unglücksfall wird sicher eine große Ausnahme sein, nehme ich an, da Schwegler seine Nisthilfen ja eigentlich ziemlich gründlich und facettenreich durchdenkt, aber ich muss da doch einige Kritikpunkte bemerken.
Und ich wende mich nun an Dich, weil Du ja doch sehr im Schwalbenschutz engagiert bist, und ich fragen möchte, ob man da mit den Herstellern für Mehlschwalben- Nisthilfen nicht vllt. doch einige Verbesserungen an den Nisthilfen installieren könnte?
Wie zB Nisthilfen mit etwas geräumigerem Brutraum, weniger dicken Wänden, sowie als wichtigster Innovation vor allem vllt. ein viel größeres Einflugloch, dass die Schwalben (die Naturnester ja auch ausbessern, wenn beschädigt) sich dann selber passend zurecht bauen können. Bzw. zumindest Einflugsloch- Rändern, die nicht wie in dem fraglichen Modell durchweg klotzig 3 cm dick sind, sondern sich auf vllt. 1 cm verjüngen, und vllt. vor allem auch nur 1 cm tiefer ausgerandet sind (die Weite ist bei dem fraglichen Modell zu breit, die Tiefe aber zu knapp, bzw. so ganz gerade soeben passend, also schon sehr eng).
Dann wäre ein gewisser Kotrand am Nesteingang kein solches Problem mehr, das eine ganze Brut tötet, weil der erst- ausfliegende Jungvogel nicht drüber hinweg kommt (die Kleine war wirklich eingekeilt im Flugloch- konnte sie letztendlich nur durch Zerbrechen rausbekommen…), und über einen Fluglochrand von nur 1 cm könnte die Schwalbe dann viel leichter hinweggleiten, als über einen von 3 cm… Was bei so kleinen, in den Beinen schwachen Vögeln wie Mehlschwalben ja schon erhebliche Kategorien sind…

Wie gesagt: Ist mein Vorfall ein Einzelfall, oder hast Du Kenntnis von doch durchaus mehr Problemen mit Mehlschwalben- Nisthilfen?
Mir kommen die betont knapp gehalten vor, eventuell um Spatzen die Ansiedlung zu verleiden, aber wenn dadurch bei bereits nur kleinen Hindernissen (die hinderliche Kotschicht war keine bzw. maximal 5 mm dick) komplette gesunde, voll ausgebildete Bruten des Todes sind, dann sehe ich darin wirklich keinen Sinn.
Dann lieber Spatzenbesiedlung riskieren, die ja auch irgendwo nisten müssen (zumal die auf fertige Höhlen angewiesen sind- Schwalben eher nicht so, denen auch eine schöne Lehmpfütze gut hälfe…), als sowas…

Wenn es solche Vorfälle doch häufiger gibt, könnte man zusammen mit Dir und den Herstellern dann nicht sinnigere Lösungen erarbeiten? ZB auch, dass die nicht aus 3 cm dickem Massivbeton bestehen (kein bisschen atmungsaktiv oder feuchtigkeitsregulierend wie die Naturnester), sondern vllt. nur aus 2 cm Lehm- Betongemisch oder dergleichen? Oder gar, wenn es denn billiger ist, nur 1 cm Beton, dann aber mit vorgefertiger Schalenrohform aus Drahtgitter, was eine wesentlich dünnere Gesamtwand erlauben würde, die als Beton aber auch mit nur 1 cm Dicke noch hält?

Ich finde es ganz ehrlich megasch…ße, dass durch nur 3- 5 mm Kot im Flugloch die ganze Sache bereits so eng ist, dass da kein flügger Jungvogel mehr durchpasst, stecken bleibt und daraufhin eine ganze Brut elend verhungert und verdurstet. Mega Sch…ße, die Sache, die mich auch immer noch sehr mitnimmt :(!

Liebe Grüße,
Andreas
Kopie Ende

Mini und Maxi

Meine ANtwort
Kopie:
Hallo Andreas,
wie furchtbar!
Und ja, das ist ein mir schon lange bekanntes Problem.
ich habe bereits einmal eine e-mail 2016 an Schwegler geschickt und nie eine Antwort erhalten.
Ich habe damals zwei Mehlschwalben in einem Schwegler Kunstnest, welches ich unter mein Carportdach montiert hatte von Hand aufgezogen. (Anm.: s. Foto)

Dabei stellte ich erstens fest, dass die Küken sich, als sie älter wurden und aus dem Loch bettelten, das Halsgefieder beschädigten und zweitens, dass das größere Küken, als es ausgewachsen war nicht mehr durch das Einflugloch passte.

Ich hatte Schwegeler damals in einer e-mail auf das Problem hingewiesen und darum gebeten, das zu ändern.
Ich bekam keine Antwort und es hat sich nichts geändert.

Ich rate immer und überall dazu, diese Nester nicht zu kaufen oder mit Hilfe einer Flex das Einflugloch deutlich zu vergrößern.
Viel idealer für die Mehlschwalben sind die Anbaunester
https://www.nistkasten-online.de/Mehlschwalben-Anbaunest-Nr…

Hier können die Eltern das Einflugloch selbst fertig stellen und dann jederzeit so umbauen / erweitern, wie sie es benötigen.

……..

LG
Kirstin
Kopie ENde

Das Foto ist aus meinem Archiv – Piepsi habe ich in einem solchen Nest 2016 aufgezogen.
Da das Einflugloch so klein war, dass die fast ausgewachsene Piepsi nicht mehr raus passte, habe ich (auf dem Foto erkennbar) die Dachplatte des Nestes mit einem Seitenschneider aufgeschnitten – trotzdem ist das Loch immer noch kritsch.

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Vogel gegen Fensterscheibe geflogen

Ein Vogel ist  gegen die Fensterscheibe geflogen?

 

Schnellinfo:
Ist der Vogel sichtbar verletzt, flugunfähig, benommen/schwankend oder ohnmächtig?

  • benommen, schwankend oder ohnmächtig, sonst unverletzt:  Mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt eine Gehirnerschütterung vor.  Ggf. verstirbt der Vogel innerhalb der nächsten Stunde.
    sofort
    aufnehmen > in ein kleines, ausgepolstertes, dunkles Behältnis setzen > an einem ruhigen Ort bei normaler Zimmertemperatur (nicht zu warm) abstellen > mind. 2 Std. komplett ungestört in Ruhe lassen.
    Wenn der Vogel sich komplett erholt hat und wieder topfit wirkt (Flugfähigkeit in einem überschaubaren Raum mit abgehängten Fenstern und Spiegeln testen) > am Fundort wieder in die Freiheit entlassen. Wenn der Vogel sich etwas erholt, aber “angeschlagen”  oder unverändert bleibt > Ausführungen zu Gehirnerschütterung lesen (Sie stehen im link im ersten Teil) und ggf.  Tierarzt kontaktieren.
  • sichtbar verletzt:  aufnehmen > in ein kleines, ausgepolstertes, dunkles Behältnis setzen > zum Tierarzt bringen > gesund pflegen >oder Pflegestelle suchen
  • flugunfähig, sonst offenbar fit: es liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit  eine Zerrung, Prellung oder Bruch vor > aufnehmenVerletzten Vogel einfangen > in ein kleines, ausgepolstertes, dunkles Behältnis setzen > zum Tierarzt bringen > gesund pflegen >oder Pflegestelle suchen

Sowi war ein Fensteropfer. Er hat sich eine starke Prellung des Flügels zugezogen. Nach ca. einer Woche machte er erste, unbeholfene Flugversuche, nach 2 Wochen konnte er in die Freiheit entlassen werden
Rauchschwalbe Sowi war ein Fensteropfer. Er hat sich eine starke Prellung des Flügels zugezogen. Nach ca. einer Woche machte er erste, unbeholfene Flugversuche, nach 2 Wochen konnte er in die Freiheit entlassen werden

Kami war ein Fensteropfer. Sie zog sich einen Bruch am Flügelansatz zu und hat es nicht geschafft.
Rauchschwalbe Kami war ein Fensteropfer. Sie zog sich einen Bruch am Flügelansatz zu und hat es nicht geschafft.

Der kleine Feldsperling war nach einer Fensterkollision nahezu bewusstlos. Nach ca. 15 Minuten in einem abgedunkelten Karton unter einer Wärmeplatte hatte er sich erholt. Er flog draußen lauthals schimpfend zu den anderen Sperlingen in den Knick.
Der kleine Feldsperling war nach einer Fensterkollision nahezu bewusstlos. Nach ca. 15 Minuten in einem abgedunkelten Karton unter einer Wärmeplatte hatte er sich erholt. Er flog draußen lauthals schimpfend zu den anderen Sperlingen in den Knick.

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Verletzten Vogel gefunden

Sie haben einen verletzten Vogel gefunden


ausführlichen Rat finden Sie unter verletzten Altvogel pflegen und verletzten Vogel einfangen und Hilflosen Vogel gefunden 

Schnellinfo:
Ist der Vogel:  ein Jungtier oder ein Altvogel?

In jedem Fall bei einer erkennbaren Verletzung so einfangen und “einpacken”, dass die Verletzung möglichst vor Berührung geschützt wird und sofort einen Tierarzt kontaktieren

Nach der tierärztlichen Versorgung selbst gesund pflegen oder Pflegestelle suchen

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Verletzten Vogel einfangen

Sie wollen einen verletzten Vogel schonend einfangen?

Wenn wir einen hilfsbedürftigen Vogel finden, ist es bei verwaisten Küken und Jungvögeln normalerweise einfach, sie aufzusammeln.

Erwachsene Bachstelze flugunfähig. Flügel rechts hängt - sie braucht Hilfe
Mojo hätte man ohne ein Tuch nicht einfangen können. Obwohl flugunfähig mit schwer verletztem Flügel war sie noch so gut zu Fuss, dass man sie vermutlich zu Tode gejagt hätte, hätte man so versucht, sie zu greifen.

Bei verletzten Altvögeln kann sich das schon schwieriger gestalten. Meistens sind sie so verletzt, dass sie trotzdem noch recht beweglich sind.  Da sie uns als Gefahr betrachten – sie wissen ja nicht, dass wir helfen wollen – versuchen sie mit allem, was sie noch einsetzen können, zu flüchten oder sich sogar durch Einsatz von Schnabel und/oder Krallen zu verteidigen.
Zu viel Stress kann bei Vögeln schnell zum Tod führen. Die Verletzung, Schmerzen und das Wissen, nur eingeschränkt fluchtfähig zu sein, bedeutet für den Vogel schon ein hohes Maß an Stress. Wenn Sie einen verletzten Vogel finden, der offensichtlich noch in der Lage ist, vor Ihnen davon zu hüpfen, versuchen Sie bitte nicht, hinterher zu jagen.

Junge Rabenkrähe mit schwer verletztem Flügel - eindeutig hilfsbedürftig
Krah war aus dem Nest gefallen und von einem Auto angefahren worden. Sie flüchtete sich in einen Hauseingang, wo die Bewohner ihr lautstarkes Angstgeschrei als Angriff fehlinterpretierten. Mit einem Laken konnte Krah eingefangen werden…

Vögel reagieren mit einem starken Fluchtreflex auf jede kleinste Bewegung. Dunkelheit dagegen lässt sie zur Ruhe kommen, da sie Bewegungen nicht mehr sehen. Nehmen Sie also ein Tuch, ein Laken, eine Decke, eine leichte Jacke oder sonst etwas, was nicht zu schwer ist und versuchen Sie, dieses vorsichtig über den Vogel zu werfen.  Dabei müssen Sie sich langsam und mit sparsamen Bewegungen dem Vogel nähern.  Wenn sich der Vogel unter dem Laken befindet, nehmen Sie ihn ganz vorsichtig mitsamt Laken auf. (versuchen Sie, den Vogel nicht an den Stellen anzuheben, an denen Sie zuvor die Verletzungen ausgemacht haben (z.B. Flügel)).

..als Krah ca eine Std. später bei mir eintraf und ich sie aus dem Tuch wickelte, mit dem sie eingefangen wurde, war sie erschöpft, aber sie hatte sich so weit beruhigt, dass sie ruhig auf der Sitzstange im Esszimmer sitzen blieb und anfangen konnte, sich etwas zu entspannen.
..als Krah ca eine Std. später bei mir eintraf und ich sie aus dem Tuch wickelte, mit dem sie eingefangen wurde, war sie erschöpft. Aber sie hatte keine Panik mehr. Sie hatte sich so weit beruhigt, dass sie auf der Sitzstange im Esszimmer sitzen blieb und anfing, etwas zu entspannen

Wenn Sie einen Karton o.ä. zur Hand haben, der nur so gross ist, dass der Vogel darin wenig Bewegungsfreiheit hat, polstern Sie diesen gut aus. Bilden Sie in der Mitte eine Art Mulde, damit der Vogel von allen Seiten gestützt ist und setzen ihn ohne das Laken zu entfernen da rein. Dann heben Sie das Laken ab und verschließen den Karton (auf Luftzufuhr achten).  Haben Sie keinen Karton zur Hand, belassen Sie den Vogel unter dem Laken und halten ihn so ruhig wie möglich, bis Sie beim Tierarzt eintreffen.

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Verletzten Altvogel pflegen

Verletzten Altvogel pflegen

Wenn Sie einen verletzten Altvogel finden, dann wird Sie abhängig von der Art der Verletzung Ihr erster Weg zum Tierarzt führen. Nach der tierärztlichen Versorgung wird der Vogel abhängig von der Art seiner Beeinträchtigungen mehr oder weniger lange gepflegt werden müssen.
Zunächst sollten Sie sich darum überlegen, ob Sie den Vogel selbst pflegen wollen, oder ob Sie eine geeignete Pflegestelle suchen möchten.

Wenn Sie sich entschließen, den Vogel selbst zu pflegen, müssen Sie sich zunächst einmal um eine passende Unterbringung und um eine geeignete Ernährung kümmern.

Falls Sie es noch nicht wissen, sollten Sie zunächst einmal herausfinden, was für einen Vogel Sie gefunden haben. Hier hilft Ihnen vielleicht eine  umfangreiche Sammlung von Vogelfotos.  Mit Hilfe von Vogelsteckbriefen können Sie herausfinden, wovon sich der Vogel in der Natur ernährt. Eine Vielzahl hervorragender Vogelsteckbriefe hier und  Wikipedia liefern für viele Vogelarten sehr fundierte und umfangreiche Informationen.
Soweit es Ihnen möglich ist, sollten Sie versuchen, den Vogel mit seinen natürlichen Nahrungsmitteln, die Sie in der Natur sammeln, oder solchen, die der natürlichen Nahrung sehr nahe kommen, zu versorgen. Die Gründe, warum ich eine natürliche Ernährung bevorzuge und empfehle, habe ich in dem Kapitel “Erste Schritte – selber päppeln” ausgeführt.

 

Spatz Claudi hatte gefiedrschäden und musste seine Mauser abwarten, bevor er wieder fliegen konnte. Sandbad, täglich frische Wildkräuter und Wildgräser und....
Spatz Claudi hatte Gefiedrschäden und musste seine Mauser abwarten, bevor er wieder fliegen konnte. Sandbad, täglich frische Wildkräuter, Wildgräser und….

Auch, wenn es in diesen Beiträgen primär um die Fütterung von Jungvögeln und Nestlingen geht, so sind die Prinzipien bei Altvögeln gleich. Darum empfehle ich Ihnen, das Kapitel Fütterung ff. durchzulesen.
Wenn Ihnen keine Fütterung mit den zur Art passenden Futtermitteln aus der Natur möglich ist, denken Sie bitte daran, dass der Vogel  u.U. Nahrungsergänzer braucht.

....Kletter- und Versteckmöglichkeiten machten ihm die Zeit erträglich
….Kletter- und Versteckmöglichkeiten machten ihm die Zeit erträglich

Diese müssen für Wildvögel im allgemeinen und für Ihre Vogelart im besonderen geeignet sein.
Die allermeisten Singvogelarten können von Anfang an ihr Futter selbst aufnehmen, wenn Sie Ihnen geeignetes Futter hinstellen. Nur bei wenigen (z.B. Schwalben) kann es geschehen, dass sie erst lernen müssen, tote Futtertiere aus einer Schale zu essen, da sie normalerweise Insekten im Flug fangen. Bei diesen Vögeln habe ich die Erfahrung gemacht, dass es stressfreier und leichter ist, den Vögeln zunächst noch zappelnde Futterinsekten (z.B. Schuster, Fliegen) mit der Pinzette hin zu halten, als sie “zwangszuernähren”.
Wenn der Vogel gelernt hat, die zappelnden Insekten von der Pinzette zu nehmen, kann man die Insekten tot anbieten. Sowie der Vogel auch diese nimmt, ist es normalerweise kein Problem mehr, die Insekten auch in einer Schale anzubieten.
Bitte denken Sie daran, dass Altvögeln immer zusätzlich eine Schale mit frischem Wasser zum Trinken und Baden angeboten werden sollte.

 

Kami hatte einen Bruch am Flügelansatz. Damit sie nicht abstürzt, bekam sie einen Sitzzweig direkt über der Einstreu.
Rauchschwalbe Kami hatte einen Bruch am Flügelansatz. Damit sie nicht abstürzt, bekam sie einen Sitzzweig direkt über der Einstreu.

Bezüglich der Unterbringung wird es bei verletzten Altvögeln schwieriger. Hier lassen sich keine konkreten “Anleitungen” geben. Die Art der Unterbringung ist individuell davon abhängig, welche Vogelart sie haben und welcher Art die Verletzung ist.

 

Wynni hatte eine Augenverletzung und konnte fast nichts sehen
Mehlschwalbe Wynni hatte eine Augenverletzung und konnte fast nichts sehen – sie hatte ein offenes Gehege mit Tageslicht-Beleuchtung, Zweigen und Ästen, die durch erklimmbare Brücken und stege verbunden sind,  im Esszimmer.

Es gibt einige Faustregeln, die für jeden Wildvogel gelten:

  • Wildvögel niemals in Gitterkäfigen oder vergitterten Volieren unterbringen, da der Vogel sich leicht am Gitter das Gefieder beschädigen kann
  • flugunfähige, in ihrer Bewegung eingeschränkte und sehbehinderte Vögel so unterbringen, daß sie nicht abstürzen können
  • Beleuchtung mit Tageslichtspektrum inkl. UV
    Beleuchtung mit Tageslichtspektrum inkl. UV

    auch, wenn der Vogel “am Boden” sitzt, unterschiedlich dicke Äste und Zweige rein legen, auf denen er sitzen kann. Die Füße von Vögeln müssen “greifen” können – sitzen sie tagelang auf flachen Oberflächen, schädigt das die Bänder und Sehnen und kann zu Entzündungen im Fuß führen

  • Je nach Vogelart Sand, Erde und/oder Grit mit einstreuen oder in einer Schale anbieten – viele Vögel benötigen die Aufnahme kleiner “Steinchen” für eine korrekte Verdauung, viele Singvögel nehmen regelmäßig Staubbäder zur Gefiederpflege.
  • Wird der Vogel länger als drei oder vier Tage bei Ihnen sein, benötigt er ungefiltertes (ohne Fenster) Tageslicht – ist das nicht natürlich möglich, sollten Sie eine Lampe mit Tageslichtspektrum inklusive UV anbringen.

Der Tierarzt wird Ihnen gesagt haben, ob es bei der Haltung und/oder Unterbringung etwas zu beachten gibt, z.B. dass der Vogel sich nicht viel bewegen darf (z.B. Bruch), dass er zunächst abgedunkelt untergebracht werden sollte (Gehirnerschütterung – habe ich hier im ersten Teil des Beitrags erklärt) etc. 
Aus diesen Vorgaben kombiniert mit den natürlichen Bedürfnissen der Vogelart und Ihren räumlichen Möglichkeiten vor Ort können Sie nun eine kreative Unterbringung Ihres Pfleglings basteln.

Winnie und Willi müssen hier überwintern. Winnie hat Gefiederschäden, aber kann fliegen, Willi hat als Katzenopfer seine Schwungfedern verloren und ist bis zur nächsten Mauser flugunfähig.......
Die Rauchschwalben Winnie und Willi müssen hier überwintern. Winnie hat Gefiederschäden, aber kann fliegen, Willi hat als Katzenopfer seine Schwungfedern verloren und ist bis zur nächsten Mauser flugunfähig…….

Anders als Nestlinge, sind die meisten Altvögel sehr scheu und schreckhaft und bleiben es auch – oder werden es schnell wieder, je mehr sie sich erholen.  Sie sollten darauf Rücksicht nehmen. Haustiere, egal ob Hund, Katze oder Ziervogel sollten nicht im selben Raum, wie Ihr Pflegling leben. 
Die Unterbringung des Vogels sollte so erfolgen, dass er nicht das Gefühl hat, “auf dem Präsentierteller” zu sitzen – also z.B. ein Gehege zu mindestens 2 Seiten abhängen oder einen dicht belaubten Ast aufstellen, in dem der Vogel versteckt sitzen kann etc.. 

...darum haben die zwei ein offenes Gehege aus Fliegengaze bekommen: absturzsicher und überall erkletterbar für Willi, mit Freiflug für Winnie....
…darum haben die zwei ein offenes Gehege aus Fliegengaze bekommen: absturzsicher und überall erkletterbar für Willi, mit Freiflug für Winnie….

Außer zur medizinischen Versorgung vermeide ich es, den Vogel anzufassen, es sei denn, der Vogel kommt aus eigenem Antrieb zu mir und sucht den Kontakt.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade erwachsene Vögel umso stressfreier mit ihrer vorübergehenden “Gefangenschaft” umgehen können,  je weniger sie das Gefühl haben, eingesperrt zu sein.

....und das alles befindet sich im Esszimmer mit Aussicht in dn Garten
….und das alles befindet sich im Esszimmer mit Aussicht in den Garten

Ich versuche darum wo immer es geht, den Vögeln in einem Zimmer, auf dessen Nutzung als Wohnraum ich in der Zeit weitestgehend verzichte, eine Ecke als Lebensraum einzurichten, ohne diesen durch Gitter oder ähnliches zum restlichen Raum abzutrennen.

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Flugunfähigen Vogel gefunden

Sie haben einen flugunfähigen Vogel gefunden?


ausführlichen Rat finden Sie unter Hilflosen Vogel gefunden – was tun?
und Verletzten Vogel einfangen

Schnellinfo:
Ist der Vogel:  ein Jungtier oder erwachsen,  sichtbar verletzt oder “nur” flugunfähig, voll befiedert oder unvollständig befiedert?

  • nicht vollständig befiedert oder die Federn sind sichtbar beschädigt: Vogel sofort einsammeln, warm halten und mitnehmen >Erstversorgung > selber aufpäppeln oder Pflegestelle suchen
  • eindeutig erwachsen und flugunfähig:  Vogel einsammeln > in ein gut gepolstertes,  Behältnis (z.B. Karton) setzen, wo der Vogel wenig Bewegungsfreiheit hat   > Behältnis abdunken – abdecken oder verschließen (an Luftzufuhr denken) > Tierarzt aufsuchen > selbst gesund pflegen oder Pflegestelle suchen
  • vermutlich junger Vogel, flugunfähig und sichtbar verletzt:   Vogel einsammeln > in ein gut gepolstertes,  Behältnis (z.B. Karton) setzen, wo der Vogel wenig Bewegungsfreiheit hat   > Behältnis abdunken – abdecken oder verschließen (an Luftzufuhr denken) > Tierarzt aufsuchen > selbst gesund pflegen oder Pflegestelle suchen.
  • vermutlich oder eindeutig junger Vogel, flungunfähig, nicht sichtbar verletzt, kann auf seinen Füssen stehen:  wenn er an gefährlichem Ort (z.B. Straße) sitzt, aufnehmen und in der Nähe an einen sicheren Ort setzen (z.B. ein Gebüsch) > weit genug entfernen, dass der Vogel sich nicht mehr gestört fühlt > längere Zeit beobachten, ob er beginnt nach Eltern zu rufen und ob Eltern kommen und füttern (Hilflosen Vogel gefunden – was tun?) > wenn ja, alles in Ordnung, keine Hilfe erforderlich > wenn nein, Vogel einsammeln und mitnehmen >Erstversorgung > selber aufpäppeln oder Pflegestelle suchen
  • vermutlich oder eindeutig junger Vogel, flungunfähig, nicht sichtbar verletzt, kann nicht auf seinen Füssen stehen, sitzt auf dem ganzen Bein/liegt auf dem BauchVogel einsammeln und mitnehmen >Erstversorgung > selber aufpäppeln oder Pflegestelle suchen

Bachstelze - Küken hat kurz zuvor das Nest verlassen - kann noch nicht fliegen - wird es in den nächsten Stunden lernen - wird gefüttert - nicht hilfsbedürftig
Bachstelze – Küken hat kurz zuvor das Nest verlassen – kann noch nicht fliegen – wird es in den nächsten Stunden lernen – wird gefüttert – nicht hilfsbedürftig

Junge Rabenkrähe mit schwer verletztem Flügel - eindeutig hilfsbedürftig
Junge Rabenkrähe mit schwer verletztem Flügel – eindeutig hilfsbedürftig

Erwachsene Bachstelze flugunfähig. Flügel rechts hängt - sie braucht Hilfe
Erwachsene Bachstelze flugunfähig. Flügel rechts hängt – hilfsbedürftig

Für Amselästlinge ist der Mensch eine große Gefahr!
Amselästling – flugunfähig, wird gefüttert – nicht hilfsbedürftig

In Not? ....oder auf erster Entdeckungstour?
Junge Kohlmeise flatterte “hilflos”, konnte offenbar nicht richtig fliegen – beobachtet – wurde gefüttert, flog eine Stund später – war frisch aus dem Nest ausgeflogen – nicht hilfsbedürftig

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Verändertes Verhalten am Nest

 Sie beobachten, dass sich die Küken  oder die Eltern plötzlich auffallend anders verhalten?

ausführlichen Rat finden Sie unter Am Vogelnest stimmt was nicht und unter Kükenrückgabe an die Eltern

Schnellinfo:
Wie ist die Situation? ist das Wetter gut oder schlecht? (Futterbeschaffung für die Eltern möglich?) sind die Küken ruhig oder unruhig? Sind die Eltern in der Nähe ? Zeigen sie sich den Küken oder nicht? Betteln die Küken kräftig, halbherzig oder gar nicht, wenn die Eltern anfliegen? Sind die Eltern extrem aufgebracht und hektisch und im Nest ist übermäßige Unruhe?

  • Wetter schlecht, Eltern in der Nähe und ruhig, Küken sehr ruhig:  Am Vogelnest stimmt was nicht durchlesen > Wetterbericht für die nächsten Tage abfragen > Nest entsprechend beobachten > Zufütterung erst beginnen, wenn die Phase zu lang wird
  • Wetter gut Küken unruhig oder sehr ruhig, Eltern fliegen Nest mit Futter zunehmend seltener an aber Küken betteln nur halbherzig oder gar nicht: Ursache ist höchstwahrscheinlich sehr hoher Parasitendruck und/oder eine Kükenleiche im Nest >  Am Vogelnest stimmt was nicht und Kükenrückgabe an die Eltern durchlesen > Küken aus Nest holen > Parasitenbehandlung und Erstversorgung > Kunstnest anbringen > Küken zurück setzen > Beobachten bis die Küken wieder gefüttert werden
  • Eltern sind extrem aufgebracht und sehr hektisch und im Nest ist große Unruhe: Hier sollten Sie nicht zögern und sofort das Nest in Augenschein nehmen. Manchmal – besonders bei Höhlenbrütern – kann es sein, dass ein “Fremdling” sich Zugang zum Nest verschafft hat und die Küken ausräubert.  Andere Singvögel können sich über das Nest hergemacht haben, Eichhörnchen, aber auch Ratten und Mäuse gehen durchaus in Vogelnester, wenn sie sie erreichen oder ein Insektenvolk (Bienen, Wespen, Hornissen etc.) versucht gerade, die Höhle für die eigene Familienplanung zu übernehmen:
    Räuber verscheuchen > Nest so sichern, dass Räuber nicht wieder ran kann (kreative Ideen sind gefragt) > Nest auf verletzte oder tote Küken überprüfen > diese ggf. entnehmen > verletzte Küken mit rein nehmen und Erstversorgung zu Hause > dann diese selbst pflegen oder eine geeignete Pflegestelle suchen > wenn das verletzte Küken wieder gesund ist, kann es zurück gesetzt werden.

    Achtung! Wenn es sich um Insekten handelt (Bienen, Wespen, Hornissen etc.) helfen Sie nur, wenn Sie sich nicht selbst in Gefahr bringen! Einzeltiere lassen sich verscheuchen – ist es bereits eine größere Gruppe, die sich dort versammelt hat, können Sie nur als Imker mit entsprechender Ausrüstung und entsprechenden Kenntnissen sicher handeln.

    Schlechtes Wetter - Küken in der "Hungerstarre" - nur beobachten
    Schlechtes Wetter – Küken in der “Hungerstarre” – nur beobachten

    Kücken betteln weniger oder nicht, Eltern fliegen immer seltener mit Futter an, alles wird immer "stiller" - Hilfe ist notwendig
    Kücken betteln weniger oder nicht, Eltern fliegen immer seltener mit Futter an, alles wird immer “stiller” – Hilfe ist notwendig

    Wetter schlecht - Eltern sitzen aufgeplustert still außer SIcht dr Kinder und tun nichts - Küken sind mucksmäuschenstill und "unsichtbar" - nur beobachten!
    Wetter schlecht – Eltern sitzen aufgeplustert still außer SIcht der Kinder und tun nichts – Küken sind mucksmäuschenstill und “unsichtbar” – nur beobachten!

auch Feldsperlinge räubern nester aus. Hier klaut ein Feldsperling ein ganz junges Kohlmeisenküken
Hier klaut ein Feldsperling ein ganz junges Kohlmeisenküken. Wir haben ihn verscheucht, das unverletzte Küken zurück gesetzt und……

...das nest gegen weitere Eindringversuche der Feldsperlinge gesichert.
…das Nest gegen weitere Eindringversuche der Feldsperlinge gesichert.

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Am Vogelnest stimmt was nicht

Es ist zu ruhig geworden am Vogelnest…

Wir alle kennen es: Wildvögel haben vor unserem Fenster, im Garten, im Schuppen, an der Terasse oder im Nistkasten ihr Vogelnest gebaut und wir können tagtäglich beobachten, wie die kleinen Flieger ihre Familie gründen und groß ziehen. Natürlich fällt uns da dann oft auch schnell auf, wenn sich etwas verändert:
Plötzlich scheinen die Eltern immer seltener mit Futter zu kommen, man vermisst das lautstarke Betteln der Kleinen – sie werden immer stiller und halbherziger oder aber plötzlich bewegt sich im Nest scheinbar gar nichts mehr.  Wir fragen uns natürlich sofort, ob da irgendetwas nicht in Ordnung ist und ob wir etwas tun können?
Es gibt verschiedene Gründe, warum es am Nest plötzlich still werden kann.

Einer hängt mit dem Wetter zusammen:
Wenn wir im Sommer eine Schlechtwetterphase bekommen, es ist kalt, stürmisch und regnet und das seit Tagen, dann finden die Eltern für ihre Küken kein Futter. Um das zu überstehen,  haben Vögel eine wichtige Überlebensstrategie. Um möglichst lange ohne Nahrung auskommen zu können, verfallen sie in eine Art “Hungerstarre”. Sie versuchen absolut alles, was Energie verbraucht, zu vermeiden. 

Wetter schlecht - Eltern sitzen aufgeplustert still außer SIcht dr Kinder und tun nichts - Küken sind mucksmäuschenstill und "unsichtbar" - nur beobachten!
Wetter schlecht – Eltern sitzen aufgeplustert und still, als wären sie im “Halbschlaf” die Hungerphase aus

Altvögel setzen sich still, dick aufgeplustert, um so wenig Energie wie möglich in den Wärmehaushalt stecken zu müssen,  in einer Art “Halbschlaf” an einen geschützten Ort (Höhlenbrüter setzen sich auf ihre Brut im Nistkasten) und warten ergeben ab, bis das Wetter sich bessert.  Jede Bewegung kostet Energie und bedeutet, dass sich die Zeit, die der Vogel ohne Futter durchhält, verkürzt.

Höhlenbrüter sitzen die Schlechtwetterphase oft im Nest aus und wärmen dort ihre Jungen
Höhlenbrüter sitzen die Schlechtwetterphase oft im Nest aus und wärmen dort ihre Jungen

Damit auch die Küken sich reglos und lautlos in eine Art “Halbschlaf” begeben, vermeiden die Eltern jede Bewegung und jeden Laut in Sicht- und Hörweite der Küken, die sonst sofort aus Leibeskräften betteln und damit unendlich viel Energie verschwenden würden.

Mit dieser “Hungerstarre” können die meisten Vögel und deren Brut bis zu ca. einer Woche ohne Futter auskommen. Allerdings wird es in den letzten Tagen dann schon bei einigen Vogelarten kritisch für die Organe. Jedes Mal, wenn Sie die Tiere stören, z.B. um nachzuschauen, was da los ist, verursachen Sie allein durch Ihr Auftauchen einen gigantischen Energieverbrauch, weil die Tiere aus ihrem “Halbschlaf” aufschrecken und panische Angst haben.
Aus diesem Grunde sollten Sie keinesfalls zu früh stören oder eingreifen. Schauen Sie sich den Wetterbericht an. Wenn bereits in den nächsten zwei – drei Tagen eine Besserung in Sicht ist oder wenn täglich kleine Schönwetterphasen die schlechte Witterung unterbrechen, dann ist unsere Hilfe nicht nötig, sondern eher schädlich für die kleine Familie.  Vogelarten, die Futter auch vom Boden aufnehmen, sich an Futterhäuschen bedienen etc. (z.B. Sperlinge, Meisen, Finken, Stelzen, Amseln, Drosseln etc.), können Sie in Schlechtwetterphasen von Anfang an helfen, indem Sie ihnen einfach etwas Futter ausstreuen oder einen Meisenknödel aufhängen bzw. auslegen.
Allerdings sollten Sie hier eines beachten: das von Ihnen ausgelegte Vogelfutter muss zunächst einmal für die betreffende Vogelart geeignet sein.

Vielen Vögeln helfen Sie durch die Schlechtwetterphase, indem sie Ihnen Futter für sich und Insekten für die Kinder raus stellen.
Vielen Vögeln helfen Sie durch die Schlechtwetterphase, indem sie Ihnen Futter für sich und Insekten für die Kinder raus stellen.

So können Sie sicher sein, dass die Altvögel schon mal Nahrung für sich haben. Für die Küken im Nest sollten Sie den Eltern unbedingt zusätzlich Insekten hinlegen (bitte keine Mehlwürmer), z.B. abgetaute Heimchen (gibt es  im Zoohandel in der Reptilienabteilung), damit die Eltern ihren Küken diese geeignete Kost anbieten können. Wie Sie rausfinden, welche Insekten für die Küken Ihrer Vogelart geeignet sind, habe ich unter  Erste Schritte – selbst päppeln am Anfang des Beitrages ausführlich beschrieben.
Wenn Sie den Eltern keine Insekten anbieten, werden viele Vogeleltern in ihrer Not auch das meist für die Brut ungeeignete Vogelfutter füttern und damit ggf. dieselben Ernährungsschäden bei ihren Küken verursachen, wie wir sie aus fehlerhaften Handaufzuchten kennen.  Bei Stadtspatzen kann man das oft erkennen, diese füttern in ihrer Not mangels ausreichend in der Stadt vorhandener Insekten häufig die Reste unseres Wohlstandsmülls: Brotkrümel, Kuchenreste, Eiswaffeln und Co. Die Folge sind degenerierte Jungtiere, die oft schon im Nest versterben oder mit Verkrüppelungen und Gefiederschäden ausfliegen.

Den Vogelarten, die ausschließlich im Flug jagen (z.B. Schwalben) könnten Sie allerdings mit ausgelegtem Futter, selbst wenn es ausschließlich Insekten sind, nicht über die Hungerphase helfen. Schwalben u.ä. sammeln kein Futter vom Boden und schon gar kein totes Futter. Hier können Sie nur helfen, indem Sie die Küken direkt zufüttern.

Schlechtes Wetter - Küken in der "Hungerstarre" - nur beobachten
Schlechtes Wetter – Küken in der “Hungerstarre” – noch brauchen sie unsere Hilfe nicht

Bitte achten Sie aber darauf, dass Sie nicht zu früh damit anfangen und zuvor wirklich akribisch das Nest ganztags beobachtet haben, ob die Eltern wirklich nicht füttern. Schwalben nutzen die allerkleinste Regen- oder Sturmpause, um schnell ein paar Insekten zu erhaschen und den Küken zu bringen. Erst, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Eltern seit mehreren Tagen praktisch gar nichts mehr füttern konnten oder die Küken sich nicht im “Hungerschlaf” befinden, sondern schwach werden, sollten wir helfen. Am besten besorgen Sie sich mittelgroße Heimchen aus dem Zoohandel und bereiten sie so vor, wie ich es unter Futtertiere beschrieben habe. Bitte denken Sie unbedingt daran: die Heimchen müssen frisch getötet oder abgetaut und entbeint sein! Dann nehmen Sie sich einen Eimer mit Heu, steigen mit Hilfe einer Leiter zum Nest hoch entnehmen die Küken in den Eimer, klettern wieder runter, füttern die Küken wie unter Erstversorgung zu Hause beschrieben satt ab und setzen sie zurück ins Nest. Normalerweise begreifen die Küken nach dem ersten, zweiten oder dritten Mal, dass Sie zum Füttern kommen – dann sperren sie den Schnabel schon auf, wenn sie auf die Leiter klettern und Sie können dort direkt mit der Pinzette füttern und müssen die Küken nicht mehr aus  dem Nest nehmen. Auch die Eltern werden nach dem ersten Mal nur noch aufmerksam zuschauen und sich nicht mehr aufregen.
Als Überbrückung der Hungerphase reicht es völlig, wenn Sie das ein bis zwei Mal am Tag machen. Öfter sollten Sie die Kleinen nicht stören. Sowie die Eltern wieder in der Lage sind, auch nur ein wenig selbst zu jagen, sollten Sie Ihre Hilfe sofort einstellen.

Der zweite Grund, warum es am Nest plötzlich auffallend still werden kann, ist für die Küken gefährlich und hier ist Ihre sofortige Hilfe gefragt:
Das Wetter ist okay, die Eltern haben ausreichend Jagdmöglichkeiten – trotzdem kommen sie irgendwie immer seltener mit Futter, schauen öfter mal ins Nest, werden aber dort nicht von heftig und lautstark bettelnden Schnäbeln erwartet, sondern eher halbherzig und leise erbettelt sich ab und an ein Küken Futter. Dieses Verhalten der Küken ist unnormal und sagt den Eltern, dass im Nest irgend etwas nicht stimmt. Verhält sich nur ein Küken so, liegt für die Eltern nahe, dass dieses Küken krank ist und sie werfen es (sofern sie dazu in der Lage sind) zum Schutz der restlichen Brut raus.

Am Meisenkasten wurde das Betteln der Küken trotz bestem Jagdwetter immer stiller und die Eltern gingen kaum noch ans Nest. Diese 2 Leichen haben wir aus dem Nistkasten geholt.......
Am Meisenkasten wurde das Betteln der Küken trotz bestem Jagdwetter immer stiller und die Eltern gingen kaum noch ans Nest. Diese 2 Leichen haben wir aus dem Nistkasten geholt…….

Verhalten sich aber alle Küken so, werden die Eltern die Fütterung zunehmend weniger durchführen, da mit abnehmendem Betteln der Küken die Wahrscheinlichkeit, dass sie es nicht schaffen werden, immer größer wird. Die Eltern schauen verzweifelt und hilflos zu, wie ihre Brut stirbt. Hier ist Ihr sofortiges Eingreifen gefordert, wenn Sie der Familie helfen wollen, zu überleben. Der Grund für dieses Geschehen sind fast immer eine Überflutung mit Parasiten im Nest (vor allem Milben) oder eine verwesende Kükenleiche im Nest, die die Eltern nicht entfernen konnten.

....und konnten so die verbliebenen 3 retten, die schon nach kürzester zeit wieder laut bettelten und von den Eltern erhört wurden.
….und konnten so die verbliebenen 3 retten, die schon nach kürzester Zeit wieder laut bettelten und von den Eltern erhört wurden.

Sie sollten sofort nachschauen, was die Ursache ist und wie unter Kükenrückgabe an die Eltern beschrieben, verfahren. Handelt es sich um einen Höhlenbrüter (z.B. Meise) können Sie allerdings nicht mit einem Kunst- bzw. Esatznest arbeiten. Hier müssen Sie den Nistkasten leeren, reinigen, mit neuem Nistmaterial ein ähnliches Polster schaffen und die Küken wie  unter Kükenrückgabe an die Eltern beschrieben versorgen, bevor sie sie zurück setzen.

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Im Nest wird nicht gefüttert

Sie beobachten, dass im Nest nicht mehr gefüttert wird

ausführlichen Rat finden Sie unter “Am Vogelnest stimmt was nicht” und unter Kükenrückgabe an die Eltern

Schnellinfo:
Wie ist die Situation? ist das Wetter gut oder schlecht? (Futterbeschaffung für die Eltern möglich?) sind die Küken ruhig oder unruhig? Sind die Eltern in der Nähe ? Zeigen sie sich den Küken oder nicht? Betteln die Küken kräftig, halbherzig oder gar nicht, wenn die Eltern anfliegen?

  • Wetter schlecht, Eltern in der Nähe und ruhig, Küken sehr ruhig:  Am Vogelnest stimmt was nicht durchlesen > Wetterbericht für die nächsten Tage abfragen > Nest entsprechend beobachten > Zufütterung erst beginnen, wenn die Phase zu lang wird
  • Wetter gut Küken unruhig oder sehr ruhig, Eltern fliegen Nest mit Futter zunehmend seltener an aber Küken betteln nur halbherzig oder gar nicht: Ursache ist höchstwahrscheinlich sehr hoher Parasitendruck und/oder eine Kükenleiche im Nest >  Am Vogelnest stimmt was nicht und Kükenrückgabe an die Eltern durchlesen > Küken aus Nest holen > Parasitenbehandlung und Erstversorgung > Kunstnest anbringen > Küken zurück setzen > Beobachten bis die Küken wieder gefüttert werden

Kücken betteln weniger oder nicht, Eltern fliegen immer seltener mit Futter an, alles wird immer "stiller" - Hilfe ist notwendig
Kücken betteln weniger oder nicht, Eltern fliegen immer seltener mit Futter an, alles wird immer “stiller” – Hilfe ist notwendig

Schlechtes Wetter - Küken in der "Hungerstarre" - nur beobachten
Schlechtes Wetter – Küken in der “Hungerstarre” – nicht stören – nur beobachten

Wetter schlecht - Eltern sitzen aufgeplustert still außer SIcht dr Kinder und tun nichts - Küken sind mucksmäuschenstill und "unsichtbar" - nur beobachten!
Wetter schlecht – Eltern sitzen aufgeplustert still außer SIcht der Kinder und tun nichts – Küken sind mucksmäuschenstill und “unsichtbar” – nicht stören – nur beobachten!

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Nest ist herunter gebrochen

Sie haben ein herunter gebrochenes Nest gefunden


ausführlichen Rat finden Sie unter Kükenrückgabe an die Eltern

Schnellinfo:
Sind die Küken:  sichtbar verletzt oder unverletzt, besteht die Möglichkeit, dass die Eltern noch in der Nähe sind?

  • in jedem Fall:  Küken sofort einsammeln > wärmen  > Auffindeort merken > mit nach Hause nehmen > in eine gut ausgepolsterte Müslischale o.ä. setzen > warm halten (mind. 20 Grad – max. 38 Grad je nach Befiederung > nur komplett frisch geschlüpfte Küken, die splitternackt sind bei max. 38 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit ) > Erstversorgung lesen und durchführen > ggf. Parasiten behandeln > dann:
  • wenn die Eltern noch in der Nähe sein könnten:   Kükenrückgabe  mit den unverletzten Küken versuchen – je schneller das geschieht, desto größer die Chance, dass es klappt.
  • verletzte Küken: “aussortieren”, ggf. Tierarzt sonst so lange von Hand aufziehen, bis sie wieder gesund sind, dann zu den anderen ins Kunstnest  zurück setzen
  • Wenn die Eltern nicht mehr da sind:  nach der Erstversorgung entweder die Küken selber aufpäppeln oder Pflegestelle suchen
  • Bitte setzen Sie die Küken nicht in ein Ammennest

erfolgreiche Rückgabe mit Kunstnest
erfolgreiche Rückgabe mit Kunstnest

©P.Lux Das Nest dieser Schwalben brach an einem Sonntag von einem 9 Meter hohen, unerreichbaren Giebel. Ausführliche Telefonberatung und sofortiger, sehr kreativer EInsatz des Finders gab dieser Familie ein neues zu Hause. Alle Küken haben es geschafft und die Familie ist im Herbst gemeinsam nach Süden aufgebrochen.
©P.Lux
Das Nest dieser Schwalben brach an einem Sonntag von einem 9 Meter hohen, unerreichbaren Giebel. Sofortiger, sehr kreativer EInsatz des Finders gab dieser Familie ein neues zu Hause. Die Eltern nahmen die Küken wieder an

 

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Küken aus dem Nest gefallen

Sie haben ein verwaistes Küken am Boden gefunden


ausführlichen Rat finden Sie unter Hilflosen Vogel gefunden – was tun?

Schnellinfo:
Ist das Küken:  sichtbar verletzt oder unverletzt, befiedert oder unbefiedert oder sind Parasiten erkennbar (bei Schwalben fast immer)

  • Parasiten es zählt JEDE Minute – bitte sofort erstmal so wie hier beschrieben vorgehen hinsichtlich der Parasitenbehandlung
    Schwalben aus dem Nest gefallen – Parasiten – Kückenrückgabe
  • Verletzt:  aufnehmen > in ein kleines, ausgepolstertes, dunkles Behältnis setzen > zum Tierarzt fahren
  • Unverletzt und voll befiedert:   ggf. an einen sicheren Ort in der Nähe umsetzen > auf großen Abstand gehen > länger beobachten, ob es ein Ästling ist, also Eltern in der Nähe sind, die zum füttern kommen > Wenn ja: ist alles in Ordnung > nicht weiter stören.
    Wenn nein:  > Küken aufnehmen > mit nach Hause nehmen > in kleinen, ausgepolsterten Karton setzen und mit Tuch abdecken > Erstversorgung durchlesen und durchführen
    Achtung Ausnahme: Schwalben und Mauersegler sind am Boden immer hilfsbedürftig – auch, wenn sie voll befiedert sind – auf jeden Fall  wie “Unverletzt und unbefiedert” verfahren
  • Unverletzt und kaum- oder unbefiedert: Küken sofort aufnehmen > wärmen (z.B. hohle Hand) > Auffindeort merken > mit nach Hause nehmen > in eine gut ausgepolsterte Müslischale o.ä. setzen > warm halten (mind. 20 Grad – max. 38 Grad je nach Befiederung > nur komplett frisch geschlüpfte Küken, die splitternackt sind bei max. 38 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit ) > Erstversorgung, Kükenrückgabe und Parasiten durchlesen und so wie nötig durchführen.

Drossel - verletzt (Katzenopfer) - sofort Tierarzt
Drossel – verletzt (Katzenopfer) –  sofort Tierarzt

Kohlmeisenküken - gerade ausgeflogen - wird gefüttert - nicht hilfsbedürftig
Kohlmeisenküken – gerade ausgeflogen – wird gefüttert – nicht hilfsbedürftig

Blaumeisenküken geringgradig zu schwach befiedert - wurde nicht von den Eltern versorgt - hilfsbedürftig
Blaumeisenküken geringgradig zu schwach befiedert – wurde nicht von den Eltern versorgt – hilfsbedürftig

Bachstelze - Küken hat kurz zuvor das nest verlassen - kann noch nicht fliegen - wird es in den nächsten Stunden lernen - wird gefüttert - nicht hilfsbedürftig
Bachstelze – Küken hat kurz zuvor das Nest verlassen – kann noch nicht fliegen – wird es in den nächsten Stunden lernen – wird gefüttert – nicht hilfsbedürftig

Haussperling (Spatz) zu schwach befiedert - dringend hilfsbedürftig
Haussperling (Spatz) zu schwach befiedert – dringend hilfsbedürftig

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Der Wolf ist zurück

Der Wolf ist zurück

Der Wolf ist zurück – und was hat das mit Feuerdorn zu tun?
Immer häufiger hören wir von gerissenen Schafen und gesichteten Tieren in der Nähe von Dörfern, aber auch von gerissenem Niederwild.
Mit jedem gerissenen Tier wird der Ruf nach Abschuss der Tiere lauter.
Die Landwirte fürchten um ihr Nutzvieh – die Politik verordnet Elektrozäune, Herdenschutzunde und bietet Entschädigungszahlungen für jedes gerissene Tier.

Allein: der Wolf überwindet auch Elektrozäune immer wieder.
z.B.:  Süddt. Zeitung 5.10.2017
Dieser Hund beschützt Schafe vor dem Wolf

Einige Jäger, leider die “Lautesten”,  fordern ohnehin schon längst den Abschuss des Wolfes, weil sie ihn als Konkurrenz sehen.
Andere sehen das Thema differenzierter und haben nicht prinzipiell etwas gegen die Anwesenheit des Wolfes.
Interessante und sehr umfangreiche Ausführungen dazu habe ich bei der Zeitschrift “Wild und Hund” gefunden.
Hier wird in einem Beitrag von 2016 auch genauer auf die Frage wenn er da ist” eingegangen.

Immer heftiger und immer vielstimmiger wird aber der Ruf sogar nach Totoalausrottung von vielen (nicht allen) betroffenen Landwirten und Politikern in bestimmten Regionen Deutschlands angesichts der steigenden Nutztierrisse.

Daß Elektrozäune zum Schutz der Herden nur wenig praktikabel sind, hat sich bereits gezeigt und mehrere Gründe:

  • Zum einen lassen sich die gigantischen Flächen kaum wirtschaftlich realisierbar einzäunen und freigeschnitten/gewartet halten, so dass der Strom wirklich keine Ableitungen erfährt.
  • Zum anderen überwindet der Wolf wie man lesen kann, immer wieder auch die Elektrozäune.
  • Auch ein einzelner Herdenschutzhund wird kaum ohne zusätzliche Unterstützung anderer Schutzmechanismen eine riesige Schafherde gegen einen oder gar mehrere Wölfe verteidigen können.

Andererseits haben wir definitiv beim jagdbaren Wild vielerorts Überbesätze, die unsere Wälder oft nachhaltig schädigen.
Fast nirgendswo sind Aufforstungen noch ohne Wildschutzzäune möglich, da die jungen Pflanzen innerhalb kürzester Zeit verbissen werden.

Nun frage ich mich, warum geht der Wolf an die Schafe, wenn es doch genügend Wild in den Wäldern gibt?
Die Antwort erscheint mir einfach:
Es ist schlicht deutlich leichter – und damit auch energiesparender für den Wolf – sich an die trägeren und sogar noch eingegatterten Schafe zu machen, als ein frei im Wald lebendes, schreckhaftes und sehr wendiges Reh oder ein sehr wehrhaftes Wildschwein zu erlegen.

Es erscheint mir nur logisch, dass der Wolf den bequemeren Weg wählt, an  seine Nahrung zu kommen – machen wir Menschen ja auch nicht anders – sonst gäbe es wohl keine Fertigprodukte und kein Fastfood.
Und da diese bequemere Beute sich häufig in der Nähe von menschlichen Behausungen befinden, zieht es den eigentlich sehr scheuen Wolf ebenfalls zwangsläufig dorthin, wo er dann in Dorfesnähe gesichtet wird.

Es ist, wie mit den Wildvögeln:
solange ich ihnen in meinem Garten vor der Haustür eine Nahrungsquelle auf dem Silbertablett serviere, solange überwinden die Vögel ihre Scheu und kommen dort fressen, bevor sie unter erheblich größerem Energieaufwand in der freien Natur nach Futter suchen.

Aus diesen Feststellungen ergibt sich für mich eine Frage:
Wie kann ich es dem Wolf unbequemer machen, an die Nutztiere zu kommen, als an das Wild in den Wäldern?

und ich frage mich weiter:
Wie haben unsere Vorfahren es geschafft, ihr Nutzvieh, welches von der Weide ernährt wurde und nicht ganzjährig in Ställe eingepfercht wurde,  immerhin so zu schützen, dass der damals bei uns noch überall selbstverständlich und deutlich vielzähliger verbreitete Wolf sowie der ebenfalls verbreitete Bär die Nutztiere unserer Ahnen nicht längst ausrotten konnten?
Und das, obwohl es nicht mal Metall oder Strom für Zäune gab?

Meine Recherchen führten mich zu einer überraschen simplen Antwort:
Wallhecken  – lebende Zäune – im Norden “Knicks” genannt

Wäre es nicht eine ganz simple Lösung, die zudem auch noch unserem anderen, viel, viel drückenderen Problem,

  • Lebensräume für Insekten, Vögel, Amphibien etc. wurden so weit zurück gedrängt, dass wir bereits ein großflächiges und bedrohliches  Artensterben bei all diesen Tieren beobachten

zu Leibe rückt, unsere Nutzviehbestände mit “lebenden Zäunen” zu schützen?

“Lebende Zäune”, Knicks, die ca 8 – 10 Meter breit um die Nutztierflächen angelegt werden und undurchdringlich dicht mit standortheimischen Dornenbüschen besetzt sind, machen es nicht nur dem Wolf und dem wildernden Hund nahezu unmöglich, auf jeden Fall aber deutlich aufwändiger, als die Jagd nach Wild, in so ein Gatter einzudringen.
 Sie bieten auch gleich all den oben genannten Tierarten den so dringend benötigten Lebensraum, der ihnen in unserer intensiv  landwirtschaftlich genutzten Landschaft längst verloren gegangen ist.
Setzt man dann noch einen Herdenschutzhund mit in das Gatter, so kann dieser seine Aufgabe sicher auch leichter bewältigen, als in absolut ungeschützter, freier Landschaft.
Dass die Nutztiere dadurch gleich noch einen natürlichen WInd-, Wetter und Sonnenschutz erhalten, der Boden vor Erosion geschützt wird, der Wasserhaushalt der Böden verbessert würde,
Überschwemmungen nicht so verheerende Schäden anrichten, wie auf völlig freien, durchgehend verdichteten Flächen wären da noch erfreuliche Nebeneffekte.

Ist es nicht deutlich billiger und vor allem für alle Beteiligten vorteilhafter, den Landwirten die hierfür benötigten 10 Meter als Land quasi abzukaufen, mit dem entsprechenden Knick zu bepflanzen und dem Landwirt dann kostenfrei gegen Pflege desselben als lebenden Zaun zur Verfügung zu stellen?
Statt jedes gerissene Schaf zu entschädigen, ständig neue Zäune zu subventionieren, separat für den Naturschutz derartige Lebensräume auf entsprechend auszuweisenden Schutzflächen (die ja auch erworben werden müssen) in die freie Landschaft zu setzen und selbst pflegen zu müssen, und alljährlich zunehmend die Folgen unserer gigantischen Niederschläge zu beseitigen?

Und offensichtlich sind auch bei weitem nicht alle Schafzüchter so besorgt wegen des Wolfes, wie es in den Medien gerne dargestellt wird.

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Glyphosat – gesammelte Infos

Glyphosat – gesammelte Infos zu dem umstrittenen Gift

…und im Anschluss noch ein paar aktuelle Links zu Infos rund um die ebenfalls verheerend wirkenden, neuen Pestizide: Neonicotinoide

Glyphosat erhitzt seit Jahren die Gemüter.
“Das Ackergift gilt als hoch gefährlich für Mensch, Tier und Natur” – zumindest, wenn man öffentlich zugänglichen, unabhängigen Studien glaubt.

“Das Ackergift ist harmlos”– wenn man den unter Verschluss gehaltenen, zahllosen Studien glaubt, die seitens der das Gift produzierenden Industrie in Auftrag gegeben wurden.

Unumstritten ist auf jeden Fall eines:
Glyphosat tötet absolut jede Pflanze, mit der es in Berührung kommt und die nicht durch Genmanipulationen gegen das Ackergift resistent gemacht wurde.
Daraus folgt, dass absolut alle Wildkräuter im landwirtschaftlichen Umfeld vernichtet werden.

Unumstritten ist auch, dass Insekten Wildkräuter zum Leben brauchen.
Und bewiesen ist ebenfalls, dass mit dem dramatischen Rückgang der Wildpflanzenwelt auch unser Insektenbestand um 75 % eingebrochen ist.

Der dramatische Rückgang unserer heimischen Wildvögel bis zu 50% wird unter anderem auch direkt mit dem gravierenden Nahrungsmangel (Insekten) in Verbindung gebracht.

Weit über eine Million Euröpäer haben sich in zahllosen Petitionen für ein Verbot des schwer umtrittenen Gifts ausgesprochen – nicht nur aus Sorge, um die Natur, sondern auch aus Sorge um die eigene Gesundheit und der unserer Kinder.

Viele EU Länder haben auf das Votum ihrer Bürger gehört und gegen eine erneute Verlängerung der Zulassung gestimmt.

Deutschland hat sich immer wieder enthalten, da sich bei den regierenden Koalitionspartnern das CSU geführte Landwirtschaftsministerium mit Christian Schmidt (für Glyphosat) und das SPD geführte Umweltministerium mit Barbara Hendriks (gegen Glyphosat) uneins waren und damit eine Enthaltung die logische Schlussfolgerung war.
Diese Enthaltung war das Zünglein an der Waage, was eine Zulassungsverlängerung verhinderte.

Am 27.11.2017 – da war der schwarze Montag
-für die Demokratie
-für unsere Umwelt
-für die Gesundheit

Christian Schmidt stimmte im Alleingang für die Zulassungsverlängerung von Glyphosat für weitere 5 Jahre!
Gegen die Mehrheit der Bevölkerung, gegen die Stimme des Bundesumweltministeriums.
Bereits im Sommer diesen Jahres hat Schmidt deutlich gemacht, wieviel er auf die Meinung der Bürger oder anderer Politiker gibt.

Zitat aus einem Beitrag von RT News vom 24.6.2017:
….Die Gesundheitsbedenken anderer Politiker sowie weiter Teile der europäischen Bevölkerung tat Schmidt als emotionale Stimmung ab……
Zitat Ende.

Am Montag hat er gezeigt, dass das keine hohlen Worte waren, was er da von sich gab.

Am 28.11.2017 titelt der WDR in der Presselounge:
Recherche von WDR, NDR und Süddt. Zeitung
Glyphosat: Alleingang offenbar von langer Hand geplant

Am 29.11.2017 in der Tagesschau
Schmidts Alleingang war offensichtlich vorbereitet
Immer mehr kommt ans Tageslicht.
Nun bestätigt Seehofer, dass er eingeweiht war.
Was wird noch alles ans Tageslicht kommen?
Völlig abgesehen davon, was für Auswirkungen die Entscheidung für Glyphosat in der Zukunft auf Mensch, Tier und Natur noch haben wird, ist die Tatsache, dass unsere Politiker jetzt anfangen, die Demokratie völlig unverfroren sogar öffentlich und auch noch stolz komplett auszuhebeln, ein gewaltiger Skandal.
Wohin soll das alles führen?

am 29.11.2017
verlinkt ein Freund einen Bericht der
Osnabrücker Zeitung vom 28.6.2017

Bauerntag – Merkel spricht sich für Glyphosateinsatz aus
…und auch Angela Merkel hat den Landwirten bereits im Sommer zumindest zugesichert, dass die Bundesregierung sich dafür einsetzen werde, damit die Landwirte Glyphosat dort, “wo es notwendig” sei, weiter einsetzen können.
Da stellt sich mir die Frage:
wusste auch sie, was geplant war?
Gibt es deswegen keinerlei weitere Konsequenzen für Schmidt, außer einer Rüge?

Offensichtlich ist es einigen Politikern absolut egal, was die Bevölkerung, für die sie eigentlich tätig sein sollten, will.
Was ist das für eine Demokratie, wo der Minister zwar in kürzester Zeit eine Bräunungsgrenze für Pommes am Imbiss um die Ecke durchsetzt – zum Schutz der Volksgesundheit – aber wo es um grossindustrielle Interessen geht, da ignoriert er nicht nur die Volksgesundheit, sondern den Volkswillen, unseren gesamten Naturschutz und die Stimmen des Koalitionspartners gleich mit.

Am 7.12.2017 titelt Spiegel online
Bundesregierung hilft bei Geheimhaltung von Glyphosat Studien

Was bedeutet das?

WOFÜR hat unser Landwirtschaftsminister im Alleingang  mit seiner Partei (oder doch mit noch mehr Rückendeckung?) die Zulassung abgesegnet – gegen die Stimmen des Volkes und gegen die Stimme des Koalitionspartners?
IN WESSEN INTERESSE wird da seitens unserer führenden Politiker die Gesundheit unseres Volkes und die Existenz unserer Natur aufs Spiel gesetzt?
WER VERKAUFT uns da an wen wofür?

Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil:

In einer geschlossenen FB-Gruppe wurde ein Blogbeitrag auf WordPress von Mona Lisa aus dem Jahre 2016 zum Thema Glyphosat verlinkt, den ich außerordentlich gut fand.

Er fasst all das, “was man schon mal irgendwo gehört oder gesehen hat” wunderbar zusammen und erklärt vor allem auch für mich als wissenschaftlichen Laien nachvollziehbar, was es mit den Gefahren auf sich hat.
Einen aktuellen Beitrag von derselben Autorin habe ich dort dann ebenfalls noch ausgegraben.

Und wenn man die zwei zuvor verlinkten Blogbeiträge aufmerksam gelesen hat, dann ist dieser Arte Beitrag vom 1.4.2015 fast selbsterklärend.

Und hier geht es nicht um kranke und behinderte Menschen irgendwo in fernen Ländern – hier geht es um schwer kranke, missgebildete  und tote Nutztiere und um massiv erkrankte Landwirte in Norddeutschland.

Es fällt mir schwer zu glauben, dass das alles dem Landwirtschaftsminister und seiner CSU unbekannt ist.
Wie abgebrüht muss man sein, wenn man so etwas ignoriert?
Und selbst, wenn nur der Verdacht im Raum stände und der endgültige, nicht widerlegbare Beweis fehlt – solange ein Gift auch nur in Verdacht steht, derartige Auswirkungen zu haben, so lange darf man es keine Sekunde länger im Einsatz lassen, bis das Gegenteil zweifelsfrei bewiesen wurde.

Neonicotinoide

im Windschatten der Glyphosatdiskussionen sind die relativ neuen Generationen an Pestiziden, die Neonicotinoide in der Öffentlichkeit fast untergegangen.
Und dabei sind sie für uns und unsere Umwelt nicht minder gefährlich, als Glyphosat.
Deutschlandfunk Nova 30.11.2017
Insektizid macht Vögel orientierungslos

Welt-Agrarbericht 4.12.2017
Studie:
Insektizide lassen Zugvögel Orientierung und Gewicht verlieren

Es wird allerhöchste Zeit, dass wir uns generell mit der Frage befassen, ob wir als Gesellschaft mit dieser Form der Landwirtschaft weiter leben wollen oder ob es ein generelles Umdenken geben soll und die industrielle Landwirtschaft schlichtweg abgeschafft wird.

Sofort, wenn man das fordert, kommen die Argumente hoch, man könne ohne industrielle Produktion  die Weltbevölkerung nicht ernähren.
Stimmt das wirklich?
Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung:

Valentin Thurn hat dazu einen hervorragenden Dokumentarfilm gemacht, der meines Wissens bereits 2015 in die Kinos kam.
Gestern Nacht lief er auf BR und es lohnt sich, diesen Film zu schauen!

Und dass es offensichtlich auch ohne intensive Bewirtschaftung mit  der damit verbundenen Vernichtung der Arten geht, sogar besser zu gehen scheint, das hat wohl das Jena Experiment ganz eindrucksvoll in einer Langzeitstudie gezeigt:

IDW – Informationsdienst Wissenschaft 28.11.2017

Jena Experiment: Artenverlust zerstört Ökosysteme

und hier die IDW Pressemitteilung vom 29.11.2017
zum Jena Experiment mit link zum Interview

 

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Wildvogelhilfe: Aktuelles

Aktuelles aus der Wildvogelhilfe

28.4.2020
Hilfe es “regnet” Spatzenküken

6.1.2020
Australien brennt! – Wildtiere brauchen unsere Hilfe

21.8.2019
Auf meiner Facebookseite haben wir dieses Jahr angefangen, Fälle plötzlich verstorbener Meisenbruten zu sammeln, da diese auffallend häufig vorkamen.
Dies ist die Zusammenstellung der dieses Jahr bei mir gemeldeten Fälle:
Plötzliche Todesfälle bei kompletten Meisenbruten 2019

9.1.2019
Infovideo
Szenen aus der privaten Wildvogelrettung

31.12.2018
Silvester – Bitte helft den Wildtieren!

7.7.2018
Das sollte jeder bedenken, bevor er sich zu diesen Gartenhelfern entschließt

8.3.2018
Phytopharma hat jetzt die grüne Mineralerde auch in einer 250g Dose speziell für den Kleintierbereich im Shop.

Weitere Themen “rund um Umwelt-Tier und Naturschutz

Erledigte Infos:

  • 20.4.2018 Notruf Wildvogelrettung nicht besetzt
  • 29.12.2017 Silvester fordert viele Wildtieropfer
  • 21.11.2017 Dank an Fa. Gardinen Breuss
  • 26.10.2017 suche Mitfahrgelegenheit K-HH  für Schwalben
  • 6.10.2017  die 3 Wellensittichküken
  • 24.9.2017 Feldsperling Pipi in A sucht Gesellschaft
  • 18.9.2017 Haussperling Fussel sucht Gesellschaft
  • 18.9.2017 Rauchschwalbe Trixie sucht Gesellschaft
  • 11.9.2017
    Vogeltaxi gesucht
  • 18.8.2017
    Rabenkrähe bei Lübeck/SH sucht Auswilderungsgesellschaft
  • 21.6.2017
  • sengende Hitze -Küken springen aus Nistkästen!
  • tödliche Fallen mitten in Deutschland – Finger weg!
  • 20.6.2017
  • Schwalbenküken ist nicht mit den anderen ausgeflogen
  • Schwalbenküken aus Nest gefallen
  • 31.5.2017
  • Immer wieder falsches Futter
  • nacktes, frisch geschlüpftes Küken gefunden
  • 28.4.2017:
  • Nisthilfen aus Metall und Kunststoff
  • Kunstnester für Mehl- und Rauchschwalben
  • Tödliche Falle: Pferdehaar und Angelsehne

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20.4.2018
Achtung:
Freitag, 20.4. – Sonntag 22.4.
ist Wildvogel-Rettung.de
telefonisch nicht erreichbar!

Bitte wenden Sie sich per e-mail an:
Nadja Koch, Private Wildvogelhilfe
nkocht@googlemail.com

oder per PN über Facebook:
https://www.facebook.com/KochWildvogelhilfe/

29.12.2017
Silvester
Die Knallerei fordert viele Opfer unter den Wildtieren

Die “Private Wildvogelhilfe Koch” hat folgenden Erste-Hilfe-Text bei Facebook eingestellt:
Haltet die Augen auf, wenn ihr in, davor oder nach der Silvesternacht, orientierungslose oder verletzte Vögel/Tiere findet, sichert sie bitte.

Wie solltet ihr euch verhalten, in so einem Fall, kurz erklärt:
Wenn das Vögelchen nur unter Schock/Anflugtrauma steht, bitte einen kleinen Karton 📦 vorbereiten mit Luftlöchern (die Löcher von innen nach außen stechen – weniger Verletzungsgefahr). Danach aus einem Handtuch/Küchenrolle einen Ring formen. Den Vogel in diesen Ring setzen und in einen ruhigen, nicht zu warmen Raum bringen.
Karton schließen.
Toll wäre, wenn in diesem Raum zur Beruhigung ruhige Musik läuft, klassische mögen alle Tiere, da es beruhigt oder Naturaufnahmen. Den Tipp mit Naturaufnahmen gab mir mal meine Päppelkollegin Kirstin für die Aufzucht und ist hier auch anwendbar.
Traumatisierte Vögelchen können, natürlich nur im hellen, nach 4 – 6 Stunden wieder am Fundort raus gelassen werden.

Ihr könnt den Tieren zusätzlich helfen, wenn ihr schon vor dem Feuerwerk, euer Haus/Wohnung außen hell erleuchtet. Das hat den Zweck, wenn sie im dunklen aufgeschreckt werden, das sie wenigstens sehen, wohin sie fliegen und um die Lichtblitze der Böller abzumildern.

Verletzte Tiere/Vögel gehören in erfahrene Hände, Tierärzte oder Päppler. Hierzu gibt es zwei Gruppen auf Facebook:
Wildvogelhilfe-Notfälle und Wildtier-Notfälle, dort sind wir Päppler deutschlandweit vernetzt.

Danke im Namen der Tiere für eure Aufmerksamkeit und Hilfe.

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21.11.2017
Ich bedanke mich bei der Elmshorner Firma Gardinen Breuss für die großzügige Spende bei der realisation meines “Flugtunnels” für die Überwinterungsschwalben vom Gehege in den benachbarten Raum

Überwinterungsgehege – “Flugtunnel”

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Überwinterungsgehege – “Flugtunnel”

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 26.10.2017
update:
Mitfahrgelegenheit gefunden 🙂
.

Suche Mitfahrgelegenheit für 3 Schwalben
von 52477 (Raum Aachen) nach 25335 Raa-Besenbek
(oder bis Hamburg)
Wer diese Strecke ohne Umwege zeitnah fährt und die 3 mitnehmen könnte, möge sich bitte bei mir melden:
info@wildvogel-rettung.de

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6.10.2017
die 3 Wellensittichküken, die ich im Schuhkarton vor meiner Tür fand und 24 Stunden notversorgte bis ich eine kompetente Päppelstelle fand, haben sich bei ihrer neuen Ziehmutter gut eingelebt.
Die Fotos, die ich über ihre Entwicklung erhalte, stelle ich hier ein.

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Feldsperling “Pipi” aus Österreeich sucht Gesellschaft

24.9.2017
update: Pipi hat Gesellschaft gefunden

.
Feldsperling  “Pipi” aus Österreich sucht dringend ebenfalls behinderte/n Kumpel/s.

Bei FB 
sucht er mit folgendem Text:
Ich bin ein leicht behinderter Feldsperling und suche dringend ebenfalls nicht auswilderungsfähige Sperlingsgesellschaft:
Ich wurde als Nestling hilflos gefunden und von meiner Familie mit viel Engagement aufgepäppelt. Da ich aufgrund meiner Vorgeschichte sehr brüchige Knochen hatte, kam es bei einem Tierarztbesuch zu einem gelenknahen Bruch.
Nun kann ich mein Bein nicht mehr benutzen. Allerdings habe ich gelernt, damit hervorragend umzugehen. Wenn ich Pause mache, liege ich zwar auf meinem Bauch, aber ich kann dafür hervorragend fliegen und alles machen, was ein Sperling so den lieben langen Tag macht.

Weil ich so lebensfroh bin und auch mit meiner Behinderung gerne ein möglichst artgerechtes Leben führen möchte, hat meine Familie beschlossen, mir Partner zu suchen. Zur Zeit lebe ich noch bei meiner Familie in Wien im Wohnzimmer, was komplett für all meine Bedürfnisse auf den Kopf gestellt wurde.
Sowie ich aber Sperlingsgesellschaft habe und wir klar kommen, will meine Familie mir in der Steiermark im Garten eine riesige Voliere bauen, wo ich mit meinen Freunden ein „fast“ freies Sperlingsleben führen kann.
Meine Familie ist wirklich super nett – aber es sind eben Menschen – sie können einen Sperlingspartner einfach nicht ersetzen.

Ein oder mehrere Sperlingspartner sollten ebenfalls aus welchem Grund auch immer, nicht auswilderungsfähig, aber so fit sein, dass sie ein Leben in einer naturnahen Voliere mit minimalem Menschenkontakt (nur zum Füttern und sauber machen) leben könnten. Meine Familie wäre bereit, bis nach Bayern zu fahren, um eventuelle Freunde für mich dort abzuholen.
Bitte meldet Euch per PN, wenn Ihr meine neuen Mitbewohner werden wollt
Kopie Ende
Interessenten, die kein FB haben,  können sich auch gerne über diese Seite melden – ich leite das dann weiter.

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Rauchschwalbe “Trixie”

18.9.2017
update: Gesellschaft gefunden – jetzt fehlt nur noch der Transport

Rauchschwalbe “Trixie” – zur Zeit flugunfähig – sucht dringend ebenfalls flugunfähige oder eingeschränkt flugfähige Rauchschwalbe als Überwinterungsgesellschaft.
Nähere Infos zu Unterbringung und Verpflegung im “Schwalbenhotel Schimmelhof” auf Anfrage

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18.9.2017
hier sucht eine Blaumeise bei Berlin Gesellschaft.

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Haussperling “Fussel”

18.9.2017
update: Fussel hat Gesellschaft gefunden
.
Haussperling “Fussel”, flugunfähig, sucht dringend einen ebenfalls flugunfähigen, aber fitten Kumpel, da sein Kumpel verstorben ist. Nähere Infos auf Anfrage

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11.9.2017
Vogeltaxi gesucht!
Wer fährt die Strecke Berlin / HH oder sogar weiter auf der A23
ohne grössere Unterbrechungen?
Eine kleine Mehlschwalbe möchte dringend in ihr Überwinterungshotel bei mir:
von 16928 Pritzwalk nach 25335 Raa Besenbek
Möglich wäre Übergabe Autobahnabfahrt Pritzwalk/Nord Meyenburg und Übernahme in Hamburg oder jede beliebige Autobahnabfahrt an der A23 (Heide Husum) bis Elmshorn.
Gerne auch direkt nach 25335 Raa Besenbek mit Kaffee und Kuchen als Dankeschön.

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  • 18.8.2017
    Rabenkrähe bei Lübeck / Schleswig Holstein sucht dringend Auswilderungsgesellschaft

    Rabenkrähe “Dussel”….

    „Dussel“ wurde vor ca 4,5 Wochen als flugunfähiger Ästling  am Fuß verletzt gefunden und von seinen Findern mit Liebe und Sorgfalt aufgepäppelt und gesund gepflegt.

    Nun ist er langsam bereit für die Auswilderung.
    Da die Finder auch nach intensiver Suche keine adäquate Auswilderungsstelle ohne Aufnahmestop gefunden haben, haben sie sich entschlossen, den Bau einer eigenen Auswilderungsvoliere in Auftrag zu geben.
    Diese wird in zwei Wochen fertig gestellt sein.

    …sucht Auswilderungsgesellschaft

    Der Kleine würde sich freuen, wenn er nach Fertigstellung dort nicht alleine einziehen muss.
    Nähere Infos zur Ernährung, dem Umgang und der Auswilderung geben wir gerne bei Interesse.
    Auch eine vorherige Besichtigung ist nach Absprache möglich.
    Begleitende Beratung bei Fütterung, Haltung und Auswilderung erfolgt/e durch mich.
    Wer eine etwa gleichaltrige Krähe zur Auswilderung abgeben würde, melde sich bitte bei mir über info@wildvogel-rettung.de

  • __________________________________________________________

21.6.2017
sengende Hitze im Süden Deutschlands grillt haufenweise Nestlinge in ihren Nestern.
In ihrer Not springen sie raus und liegen hilflos auf dem Boden.
Bitte helft den Vögeln wo immer es geht:

  • Wo möglich helle Geschirrtücher nass (nicht triefend) auf die Nistkästen hängen, so dass die Einfluglöcher frei bleiben und gelegentlich mit einem Wäschesprüher nachbefeuchten.
    Die Verdunstung senkt die Temperatur im Nistkasten um einige Grad.
  • Nester, die der prallen Sonne ausgesetzt sind wo möglich mt einem Sonnenschirm o.ä. abschatten.
  • Unter Schwalbennester weich gepolsterte Behälter stellen, damit die Schwalben weich fallen, wenn sie wegen der Hitze unter dem Dach runter springen.

    Wenn ein Vogel gesprungen ist, diesen bitte ins Haus nehmen.
  • Den Vogel in einem Karton mit einem zum Nest geformten Handtuch unterbringen – Luftlöcher nicht vergessen.
  • Bitte kein Wasser oder Futter rein stellen.
  • Abends, wenn es wieder etwas kühler geworden ist, kann das Küken zurück ins Nest gesetzt werden.
  • Dabei bitte gleich kontrollieren, ob alle anderen im Nest noch leben – sonst tote Vögel entfernen.

Meisen, Spatzen, Schwalben, Rotschwänzen, Bachstelzen, Amseln und andere Insektenfressern  kann man ein paar frisch geklatschte Fliegen, die in Wasser getaucht und auf Küchenpapier abgetupft werden, verabreichen. 
Bitte nichts anderes füttern, bitte kein Wasser eingeben!

Bei Grünfink, Bluthänfling, Gierlitz, Stieglitz und Gimpel
bitte kein Futter verabreichen – sie vertragen keine Insekten.


Zwecks Bestimmung und/oder Beratung wenden Sie sich bitte umgehend an die Facebookgruppe Wildvogelhilfe-Notfälle. 

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21.6.2017
Finger weg – tödliche Fallen mitten in Deutschland
ohne Worte!!!!
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20.6.2017
Notruf: alle Schwalben sind aus dem Nest ausgeflogen, nur eines blieb sitzen. Am ersten Tag bettelte es und wurde gefüttert, am zweiten Tag flatterte es im Nest rum, flog aber nicht aus und bettelte nicht mehr.
Mein Verdacht: das Küken hängt fest.
Die Finder sind zum Nest hochgeklettert und haben, da das Küken fest hing, das gesamte Nest mitsamt Küken runter geholt.
Das Küken hatte ein bein vollständig in einem Pferdeschwefhaar verwickelt. Mit Hilfe einer Lupe und viel, viel Geduld konnte das Schweifhaar vorsichtig entfernt werden. Nun wird der Vogel über Nacht behalten, morgen früh mit Fliegen aufgefüttert und dann eine Rückführung versucht.
Das Küken wäre ohne aufmerksame Helfer elendlich in dem Nest verhungert.

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20.6.2017
Schwalbenküken aus dem Nest gefallen
im Moment häufen sich bei mir die Notrufe, weil vor allem Rauchschwalbenküken am Boden gefunden werden.
In fast allen Fällen stellen sich Schwalbenlausfliegen als Ursache heraus. Bitte unbedingt zügig den Vogel davon befreien und versuchen, nicht nur das Küken an die ELtern zurück zu geben, sondern auch die restliche Brut zu retten.
Wie das geht steht hier.

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31.5.2017
Immer wieder falsches Futter!
Immer wieder werde ich im Moment mit der Situation konfrontiert, dass Finder ihre Findlinge mit getrockneten oder frischen Mehlwürmern, sogenanntem “Handaufzuchtfutter” aus den Zoohandlungen und Futterhäusern oder getrockneten Insekten füttern.
Sie bekommen den Rat von einzelnen Tierärzten, Tierheimen, Auffangstationen, in Internetforen, im Zoohandel und es steht oft auch direkt auf den Produktverpackungen, dass das Futter für die Wildvogelaufzucht geeignet sein soll. 
Das stimmt schlicht nicht!
Vögel, die mit solchen Futtern aufgezogen werden, entwickeln im besten Fall Gefiederschäden, was schon schlimm genug ist.
Auf jeden Fall sind Entwicklungsstörungen unausweichlich.
Lassen Sie sich bitte nicht zu diesen Futtermitteln überreden.
Hier finden sie alles rund um korrekte Fütterung.

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31.5.2017
Nacktes, frisch geschlüpftes Küken gefunden
Zur Zeit erreichen mich täglich Anrufe, wo relativ frisch geschlüpfte, noch blinde Vogelküken ausserhalb ihrer Nistkästen am Boden gefunden werden.
Häufig handelt es sich um Meisen- oder Sperlingsküken – nur vereinzelt auch mal grössere Singvögel wie Amsel- oder Starenküken.

In den meisten Fällen handelt es sich um Opfer von Nesträubern (z.B. Katzen, andere Singvögel, Eichhörnchen), die die Nester plündern und die Jungtiere aus irgendeinem Grund beim Abtransport verlieren.
Manche Vögel (z.B. Feldsperlinge) räubern auch einfach das Nest aus, werfen die Küken “vor die Tür”, damit sie selbst das Nest beziehen können.
Oft haben diese Küken kleine Hautverletzungen im Rückenbereich oder Prellungen.
Ein Zurücksetzen ist in den meisten Fällen nicht sinnvoll.
Diese  kleinen Küken brauchen sofort einen ruhigen, dunklen, warmen Ort (25 – 28 Grad).
Gerade bei diesen meist wenige Stunden alten Küken kann man sehr viel falsch machen.
Darum sollte man zunächst die Unterbringung regeln und zunächst kein Futter und Wasser geben (die Küken können die ersten 24 Stunden ihres Lebens ohne Futter auskommen, da sie von ihrem mitgebrachten Dottersack leben).
Während das Küken sich aufwärmt, haben Sie zeit, sich in Ruhe die Erstversorgung durchzulesen, um dann eine korrekte Erstversorgung vorzunehmen.
Wenn Sie den Kleinen dann selbst weiter aufpäppeln wollen, wird dieses Kapitel wichtig: Selber päppeln.

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28.4.2017
Nisthilfen aus Metall und Kunststoff
ich sehe im Handel zunehmend bunte “Designervogelhäuser” aus Metall und manchmal auch aus Kunststoff.
So schmückend sie aussehen mögen – sie sind für Vögel ungeeignet.
Metall kühlt schnell aus oder überhitzt und Kunststoff dünstet Giftstoffe aus – besonders bei Kontakt mit Kot und Co.
Beide Materialien sind zudem nicht atmungsaktiv und bilden Schwitzwasser, was im Nistkasten zu Schimmelpilzbildung und als Folge zu massiven Schädigungen der Atemwege führt.
Für Nistkästen eignen sich am Besten Naturmaterialien, die atmungsaktiv sind und temperaturausgleichend wirken.
z.B. Holz, Stein/Beton etc.

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28.4.2017
Schwalben – Kunstnester
Für Rauchschwalben eignen sich ideal Halbschalen – sie werden unter der Decke in Gebäuden (Schuppen, Ställe, Carports etc.) angebracht.
Rauchschwalben bevorzugen es, “drinnen” zu brüten.
Die Nester sollten etwas grössere Abstände zueinander haben – Rauchschwalben mögen es nicht zu nahe.
In Gebäuden (z.B. Ställe) wo es sehr viele Fliegen gibt, brüten die Rauchschwalben deutlich enger beieinander.
Je weniger Insekten in dem Gebäude vorkommen, desto streitsüchtiger verteidigen die Paare “ihr” Gebäude und die Abstände der Nester zueinander sind deutlich grösser.

Mehlschwalbennester werden außen am Gebäude sehr hoch direkt unter dem Dachüberstand (z.B. Giebel) angebracht.
Mehlschwalben sind deutlich geselliger als Rauchschwalben und sie brüten gerne in kleinen Kolonien.
Es macht Sinn, drei oder vier Nester nebeneinander anzubieten.
Bei den im Handel angebotenen Mehschwalbennestern ist mir bei meinen Handaufzuchten mal Folgendes aufgefallen:
Diese Nester haben ein sehr enges Einflugloch.
Wenn die Küken ziemlich gut genährt sind, wird es sehr eng und die rauhe Kante beschädigt das Gefieder.
Ich würde von diesem Modell abraten.

(ich habe eines dieser Nester als Aufzuchtnest und das Einflugloch durch aufschneiden der Dachpatte vergrößert.
Ohne diese Vergrößerung wäre es sehr, sehr eng geworden)
Piepsi IMG_4905.JPG

Für besser halte ich die halbfertigen Anbaunester für Mehlschwalben. Die Schwalben bauen das Nest innerhalb weniger Stunden zu Ende und können dort dann auch später ihr Ausflugloch beliebig vergrössern.
Außerdem beschädigt die selbst gebaute Lehmkante das Gefieder nicht.

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28.4.2017
Tödliche Fallen:
Langhaare von Pferden und Angelsehnen
mit dem Frühling kommen nicht nur die Wildvögel in Nestbaustimmung, auch wir Pferdehalter machen “Grossputz” am Pferd, Teichbesitzer erneuern ihren Reiherschutz und Angler gehen wieder verstärkt ihrem Hobby nach.
So manches ausgerissene Langhaar der Pferde und so manches abgerissene Stück Angelsehne verirren sich in die freie Landschaft –  in für Wildvögel erreichbare Bereiche.
Die Singvögel sammeln die Angelsehnen und Langhaare mit wahrer Leidenschaft ein und verbauen sie in ihren Nestern.

Leider mit fatalen Folgen:
Nicht selten verheddern sie sich in diesen fast unzerreißbaren Materialien und so manches Küken hat bereits den Tod gefunden, weil es beim Füttern den Anfang eines Langhaares oder einer Angelsehne mit abgeschluckt und sich dann dran aufgehängt hat.
Zwei Schwalbenküken habe ich in den letzten Jahren nur noch tot unter dem Nest an dem abgeschluckten Faden hängend abschneiden können.
Diese Kohlmeise, die vor einigen Tagen aus ihrem Nistkasten kam und in einem verbauten Pferdehaar hing, hatte mehr Glück – ich konnte sie noch rechtzeitig befreien:


Bitte sammeln Sie Langhaare von Pferden, Angelsehnen und andere Schnüre immer ein und entsorgen sie für Vögel unerreichbar im Müll.

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Schwalbenbrut ist verwaist – Eltern sind weggezogen

Ihre Schwalbenbrut ist verwaist?

Es ist August/September und Sie haben den Verdacht, dass die Eltern Ihrer Schwalben auf den Zug gegangen sind und ihre Brut verlassen haben?

Nein, um diese Jahreszeit ziehen die Eltern von noch bestehenden Bruten nicht weg.
Ist es bereits Mitte/Ende Oktober oder Anfang November, wäre es denkbar – dann rufen Sie bitte umgehend bei mir an – ansonsten ziehen nur die Jungvögel aus der ersten Brut und Schwalbenpaare, die keine Brut mehr haben so früh los.

Schwalben genau wie viele andere Singvögel entfernen sich bei Schlechtwetterphasen, wo es keine Nahrung zu finden gibt vom Nest und verhalten sich absolut ruhig – sie sind praktisch unsichtbar.

Das hat einen guten Grund:
Immer, wenn die Küken ihre Eltern wahrnehmen, fangen sie lautstark an zu betteln.
Dieses Betteln verbraucht sehr viel Energie.
Da nicht absehbar ist, wann es wieder Nahrung gibt, sorgen die Eltern dafür, dass die Küken absolut keine Energie verschwenden, indem sie sich nicht zeigen.
Die Küken verfallen in eine “Hungerstarre”.

Theoretisch können sie so bis zu 10 Tage überleben.
Praktisch treten aber erste Entwicklungsschäden nach ca 5-6 Tagen ein.

Außerdem können durch die verzögerte Entwicklung der Küken die Parasiten im Nest leicht die Oberhand gewinnen und saugen die Küken praktisch bei lebendigem Leibe aus, was sie weiter schwächt und nicht selten tötet.
Dagegen lässt sich vorbeugend etwas tun.

Es lässt sich kein pauschaler Rat aus der Ferne geben, was man machen soll – man muss allerdings bevor man handelt eine generelle Entscheidung treffen:

  • – entweder lässt man die Brut komplett in Ruhe und stört gar nicht, damit keine Energie verschwendet wird
  • – oder man kontrolliert auf Parasiten, behandelt diese falls vorhanden und füttert die Küken zu, bis die Eltern wieder erscheinen.

Im ersten Fall sollte man über die Entnahme und Abgabe in eine Pflegestelle spätestens nach 3-5 Tagen (abhängig von der Wettervorhersage) nachdenken, falls die Eltern bis dahin nicht wieder aufgetaucht sind

Im 2. Fall sollte eine Pflegestelle  nach ca. einer Woche in Erwägung gezogen werden.

Entscheidet man sich, eine Parasitenkontrolle durchzuführen und zuzufüttern, nimmt man einen Eimer mit Küchenpapier, klettert zum Nest hoch, holt alle Küken raus und untersucht sie am Boden genauestens auf Parasitenbefall.

Schwalbenlausfliegen sind die Killer Nr 1.
Sie sehen aus wie Stubenfliegen in platter und mit 6 Beinen.
Sie leben versteckt im Gefieder und kommen nur, wenn man das Gefieder durchsucht und sie stört zum Vorschein – verschwinden aber genau so blitzschnell wieder im Gefieder, wie sie gekommen sind.
Sie scheucht man auf und streicht sie am Besten draußen, wenn sie zum Vorschein kommen, ab, bevor sie wieder verschwinden.

Außerdem sind die Küken oft mit Milben befallen.
Diese sieht man kaum, denn sie sind klein wie ein Staubkorn.
Um sie zu behandeln, nimmt man reines 100% iges Kieselgur gegen Parasiten OHNE weitere Wirkstoffe!!! und stäubt die Küken damit bis auf die Haut rundum ein.
Nur Augen und Schnabel/Nase müssen unbedingt geschützt werden.

überdachte Unterbringung

Anschließend setzt man die Kleinen in eine Müslischale mit Küchenpapier, die man mit Handtuch oder Karton überdacht

Dann werden sie mit Heimchen aufgefüttert (bitte absolut nichts anderes außer Heimchen und frisch geklatschten Fliegen, Mücken, Schnaken, Motten)
Heimchen gibt es lebend im Zoohandel (bitte darauf achten, dass keine Toten in den Dosen sind, diese vertragen die Schwalben nicht).
Die Heimchen werden durch einfrieren abgetötet und dann portionsweise entnommen, die langen SPRUNGBEINE ENTFERNEN, mit kochendem Wasser abtauen, mit kaltem abschrecken, auf ein Küchenpapier legen, damit überschüssiges Wasser abgesaugt wird und dann mit dem Kopf zuerst verfüttern.

Die Heimchen dürfen weder stinken, noch darf der Bauch dunkel verfärbt sein – in beiden Fällen sind sie schlecht.
Der Bauch eines verfütterbaren Heimchens ist hellbeige.

Sollten die Küken in ihrem überdachten Nest nicht betteln, kann man ihnen zusätzlich das Bettelgeschrei der Schwalbenart von Youtube abspielen.
(Rauchschwalben haben eine braune Kehle und nisten in Gebäuden, Mehlschwalben haben eine weisse Kehle und nisten außen an Gebäuden unter Dachüberständen).

Nachdem die Küken gefüttert wurden, können sie

  • – wenn sie keine Parasiten hatten, in ihr altes Nest zurück gesetzt werden (dieses vorsorglich auch noch mal mit Kieselgur einstäuben)
  • – wenn sie Parasiten hatten, in einem Ersatznest, was man in Rufweite des alten Nestes aber mit grösserem Abstand (damit die Parasiten nicht gleich überwandern) unter der Decke anbringen und die Kleinen dort hineinsetzen.

Dieses Procedere habe ich auch hier noch mal genau erklärt:
https://www.wildvogel-rettung.de/kuekenrueckgabe-an-die-el…/

Bis die Eltern wieder auftauchen, füttern Sie die Küken von der Leiter aus 2-3 x täglich mit Heimchen zu (Morgens, (Mittags) Abends) – mehr nicht.

Bitte geben Sie den Küken KEIN extra Wasser ein.
Ihr Flüssigkeitsbedarf ist über die Futtertiere vollständig gedeckt.

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Wildvogelfütterung durchs Jahr

Wildvogelfütterung durchs ganze Jahr wird immer populärer, um unsere Wildvögel zu unterstützen.

Vielerorts ist eine Unterstützung unserer Singvögel auch notwendig, da die großflächige Vernichtung von Flora und Fauna unseren Vögeln nicht mehr genügend Nahrung liefert.

Doch was ich beobachte, ist keine maßvolle und für die Vögel wirklich sinnvolle Unterstützung, sondern massenhaftes Verteilen falscher Futter zur falschen Zeit – mit fatalen Folgen!

Liebe Leute,
lasst doch bitte, bitte die Sommerfütterung von Fettfuttern wie Knödeln, Pasten, gefetteten Flocken, Nüssen und Sonnenblumenkernen und was sonst noch alles so am Markt ist jetzt
im Sommer – es gibt bessere Futtermittel für die Sommerfütterung!

Gerade Spatzen und Meisen füttern das Zeug häufig auch an ihre Brut, wenn hinreichend Insekten herumkriechen.
Einfach, weil es bequemer ist vom Knödel zum Kasten und zurück.

ein vielfältiger, insektenfreundlicher Garten ist die beste Vogelfütterung

Wenn Ihr etwas machen wollt, sorgt für ein insektenfreundliches Umfeld (viel Totholz, Blühpflanzen, Efeu, Miniteich oder Tümpel etc.) und wenn ihr zusätzliches Futter anbieten wollt, dann richtet Euch bitte mit Eurem Angebot nach der Natur:

Was Vögel im Sommer natürlich vorfinden, wenn die Vegetation vorhanden ist, sind Sämereien von heimischen Wildkräutern und Gräsern. z.B. Brennesselsamen, Birkensamen, die verschiedenen Grassamen, Hirtentäschelsamen, Klee-, Nachtkerze-, Sauerampfer-, Schafgarbensamen, Vogelmiere-, Wicken-, Wegerich- und Wiesenknopfsamen etc.

Die Sonnenblume stellt ihre Kerne erst im Herbst bereit – damit die Vögel sich ihren “Winterspeck” anfressen können

Fette Samen und Saaten, die erst im Herbst kommen, wie z.B. Sonnenblumenkerne, Nüsse und Co. gehören nicht in die Sommerfütterung.
Sie dienen in der Natur zum Auffüllen der Fettspeicher, damit die Wildtiere den von Natur aus nahrungsarmen Winter überstehen können oder bei vielen Zugvogelarten, damit sie sich im Herbst die Fettreserven anlegen können, die sie für den tausende Kilometer langen Langstreckenflug benötigen, der oft ohne oder nur mit sehr geringer Nahrungsaufnahme einher geht.

Auch, wenn man manchmal aus scheinbar kompetentem Munde so Dinge hört wie:
“die Vögel benötigen Fett, um die Flugmuskulatur aufzubauen”
Das ist blanker Unsinn.
Kein Hochleistungssportler käme jemals auf die Idee, Pflanzenfette wie Kokos oder Palmfett oder tierische Fette aus Schlachtabfällen als primäres Nahrungsmittel aufzunehmen, um seine Muskulatur aufzubauen – er ernährt sich in erster Linie von hochwertigsten Proteinen.
Und hochwertige Proteine finden unsere Wildvögel für ihre Brut – bis auf ganz wenige Ausnahmen, die diese aus Sämereien beziehen – ausschließlich aus frischen/frisch toten (KEINE getrockneten) Insekten.

Was übermäßige Fettaufnahme zu einer Jahreszeit, wo dieses Fett gar nicht für z.B. Hungerperioden, Wärmeproduktion und/oder Langstreckenflug verbraucht wird, anrichtet, wird auf dieser australischen Seite einer Vogelklinik sehr schön beschrieben.
Es handelt sich hier zwar um das Blut eines bei uns als Ziervogel gehaltenen, dort aber als Wildvogel heimischen Tieres und das Prinzip ist bei unseren Gartenvögeln dasselbe.

Auch getrocknete Insekten – egal, ob eingeweicht oder nicht – sind KEIN geeignetes Angebot für unsere Wildvögel – weder im Sommer, noch im Winter.
Getrocknete Mehlwürmer beispielsweise, haben durch den Trocknungsprozess einen viel höheren Fett-und vor allem Salzgehalt, als ihre lebenden oder tiefgekühlten Artgenossen.

Außerdem führt Gefriertrocknung ohne Zusatz von Produktionshilfsstoffen wie PEG offenbar zu Veränderungen der Bindungsmuster der Proteine, was diese schädigen kann und nicht durch Einweichen reversibel ist. Die Auswirkungen, die das auf die Entwicklung der Nestlinge haben kann, sind bisher m.W. nicht erforscht.

Insofern:
Insektenangebot ist super – aber besser lebend oder aus dem Tiefkühlfach aufgetaut.

Außerdem höchst beliebt sind bei ganz vielen Gartenvogelarten viele heimische Früchte aus unserer Frischobstauswahl.
Besonders beliebt sind bei mir:
Kirschen, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren und Co.

Und wer es nicht glaubt, dass die Vogeleltern die Knödel und Nüsse auch an ihre Nestlinge verfüttern:

Quer durch Deutschland berichten die Pflegestellen und Stationen jedes Jahr häufiger von fürchterlich unter Koliken leidenden Vogelküken, deren Bäuche vollgestopft sind mit Sonnenblumenkernen und Knödelfett.
Sehr viele versterben elendlich an Darmverschluss, weil sie die dicken Brocken nicht wieder ausscheiden können.
Diejenigen, die es überleben, entwickeln immer häufiger gravierende Schäden an Beinen (Rachitis), Gefieder und inneren Organen durch die eklatante Fehlernährung.

2019 Spatzenküken – an Darmverschluß elendlich krepiert, da mit Sonnenblumenkernen von den Eltern gefüttert

Ich selbst habe zahlreiche Spatzenküken in diesem Jahr (2019) bekommen, von denen viele elendlich krepierten – und die, die es schafften, waren schwer geschädigt.
Dies ist ein Spatzen-Nackedei von vielen, der dieses Jahr zu mir kam und in meiner Hand elendlich an Verstopfungskolik krepierte – er war vollgestopft mit Knödelmasse und Nüssen – er kam aus einem wilden Naturgarten, der eigentlich geeignete Nahrung genug bot für die Spatzeneltern – aber er bot auch Vogelfutterstellen mit Knödeln und allem, was der Futtermarkt so hergab.

Spatz mit verkrüppelten Beinen (Rachitis) aufgrund von Fehlernährung durch die Eltern mit Knödelmasse

Dies ist ein Spatz, der es zwar geschafft hat, obwohl auch er als Nackedei kam und den Darm voll hatte mit Futter von einer Futterstelle (das glücklicherweise unverdaut als stinkender Kot über zwei Tage abging) – aber um welchen Preis?
Seine Gliedmaßen sind verformt – man nennt es Rachitis, eine Folge der Fehlernährung.
Er wird niemals auswilderungsfähig sein.

Eine Feldstudie aus Berlin hat darüber hinaus weitere massive Beeinträchtigungen bei den Vögeln als Folge der Fettfütterung im Sommer festgestellt.

Gerne bringen Befürworter der intensiven Fettfütterung rund ums Jahr auch den Geo-Bericht einer Studie aus ENgland als Argument für diese Form der Fütterung an.
Bei dieser Studie handelt es sich um eine reine Auswertung von Zahlen, die durch private Vogelzählungen in Gärten mit Futterstellen über rund 40 Jahre stattfanden.

Dieselbe Autorin (Plummer) beschreibt mit anderen Kollegen 2013 eine Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass z.B. bei Blaumeisen eine Fett(knödel)fütterung im Winter unter anderem zu beeinträchtigter Eierproduktion in der darauf folgenden Brutperiode führte
und hier ging es “nur” um WInterfütterung….

EIne sehr aktuelle Studie (veröffentlicht im Februar 2019) beschäftigt sich mit der übermäßigen Aufnahme von Sonnenblumenkernen und stellt eine signifikante Verminderung der Spermaqualität fest.

Zitat: …Our results indicate that the sperm quality of finches may be negatively affected by a high intake of sunflower seeds, adding to a growing body of research showing that supplementary feeding may have detrimental side effects for urban animals. This is particularly relevant for the greenfinch, which is currently affected by disease and population declines. Zitat Ende

Übersetzung mit Google-Übersetzer: Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Spermienqualität von Finken durch eine hohe Aufnahme von Sonnenblumenkernen negativ beeinflusst werden kann, was zu einer wachsenden Zahl von Untersuchungen beiträgt, die zeigen, dass eine zusätzliche Fütterung schädliche Nebenwirkungen für städtische Tiere haben kann. Dies gilt insbesondere für den Grünfink, der derzeit von Krankheiten und Bevölkerungsrückgängen betroffen ist.Übersetzung Ende

Fettfutter (dazu gehören neben Knödel und Co auch Sonnenblumenkerne und Nüsse sowie geölte Rosinen) gehören in den Herbst und Winter – darum stellt sie die Natur auch erst im Herbst bereit.
Eine Tatsache, die die Futterindustrie nicht gerne hört und mit allen Instrumenten des Marketings versucht, dagegen zu halten.
Immerhin ist gerade der Vogelfuttermarkt für Fettfutter ein milliardenschweren Geschäft, was sich besonders dadurch auszeichnet, dass die Zutaten und damit die Herstellung sehr günstig zu haben und als Endprodukt richtig schön teuer (im Verhältnis zur Herstellung) zu verkaufen sind.

Mit anderen Worten: eine super Spanne!
Hochwertige Sämereien bieten diese Spanne lange nicht, denn sie sind in der Beschaffung deutlich teurer als Schlachtabfälle, Palm- und Kokosfette.

Darüber hinaus macht eine Fütterung der Vögel nur da Sinn, wo ich Ihnen auch geeignete Lebensstätten in Form von z.B. dichten Büschen und Hecken biete, die nicht mitten in der Brutsaison kurzgeschoren werden , so dass die dort drin befindlichen Nester der Heckenschere zum Opfer fallen.

Wenn ich den Wildvögeln keine Lebensräume biete, dann sollte ich sie tunlichst auch nicht durch Fütterung anlocken.

Das häufig auf diese Ausführungen vorgebrachte Argument:
“Sommerfütterung muss sein – oder sollen die Vögel etwa verhungern? ”
dem stimme ich voll zu.
ABER:
Sommerfütterung mit falschem, weil schädlichem Futter ist wie “Feuer mit Öl bekämpfen zu wollen” – die Vögel kommen vom Regen in die Traufe.
Also bitte, warum nicht den Vögeln wenn, dann geeignetes Futter bereit stellen, was ihnen ihr Überleben nicht noch schwerer macht, als es ohnehin schon ist.
Zumal wir geeignete Alternativen haben!

Last not least noch ein kleiner Nachtrag:
oft höre ich von Leuten, die ihre Sommerfütterung auf Sämereien umgestellt haben, dass die Vögel die “aber nicht mögen”, sondern die Sämereien einfach liegen lassen, während sie über die Knödel immer förmlich hergefallen sind.
Ja, das stimmt.
Dort, wo die Vögel doch genügend natürliches Futter in Form gerade reifer, frischer Sämereien und lebender Insekten finden, dort werden sie unsere getrockneten Sämereien liegen lassen.
An Fettfutter hingegen gehen sie trotzdem sofort ran – das ist wie die Schokolade, die bei uns “immer rein passt”, auch, wenn wir direkt daneben massenweise gesündere Kost in Form von frischem Gemüse z.B. zur Verfügung hätten.

Häufig werde ich auch gefragt, wo man denn solche fertigen Sämereienmischungen ohne Sonnenblumenkerne, Nüsse und gefettete Flocken her bekommt.
In vielen Futtermärkten und Onlineshops werden reine Sämereienmischungen meist unter dem Namen “Waldvogelfutter” oder “Zeisigfutter” angeboten.
Die Zusammensetzung sollte man aber immer kontrollieren:
Manchmal werden auch in diese Mischungen Sonnenblumenkerne, gefettete Flocken oder Nussbruch rein geschummelt.

Und auch Geschmacks-, Farb- und Konservierungsstoffe, Zucker oder Honig sowie Vitamin und Mineralzusätze haben in KEINEM Futtermittel für Wildtiere irgendetwas zu suchen.
Bieten Futtermittelanbieter Einzelkomponenten (Sämereien, Beeren etc. ) an, sollte man idealerweise recherchieren, welche Pflanzen um die Jahreszeit, wo gefüttert wird, auch aussamen und die bestellen.
Das sind beispielsweise Gräser aller Art, Wildkräuter (“Unkräuter”) aller Art etc.


Für eine sinnvolle und gesunde Ergänzungsfütterung im Sommer.

Zur Info:
gerne dürfen sich Anbieter zwecks Verlinkung hier melden, falls sie in ihrem Wildvogelfutterangebot eine poder mehrere geeignete Sommerfuttermischungen nach den oben beschriebenen Kriterien anbieten und vollständig deklariert haben.

Hier bekommt man zum Beispiel geeignete Futtermittel zur Sommerfütterung:

Bei Birds and More bekommt man Einzelsaaten alphabetisch sortiert oder man schaut sich mal bei den Mischungen für kleinere Ziervögel um wobei man bei den Fertigmischungen genau die Zusammensetzung durchlesen und ausschließen sollte, dass man eine Mischung erwischt, in der auch Sonnenblumenkerne oder andere fette Kerne und Samen enthalten sind.

Bei Zoo-Papp gibt es bei den Wildvogelfuttern eine Sommermischung.
Die anderen dort angebotenen Saatmischungen und Fettfutter kann ich für den Sommer nicht empfehlen.
Außerdem gibt es hier lebendige und tiefgekühlte Insekten, die zur Wildvogelfütterung und für die Handaufzucht geeignet sind.
Die dort ebenfalls im Sortiment befindlichen getrockneten Insekten würde ich für die Wildvogelfütterung weder im Sommer noch im Winter empfehlen.

Bei Fauna Topics gibt es tiefgekühlte Futterinsekten, die sowohl für die Wildvogelfütterung, als auch für die Handaufzucht (Heimchen, Wachsmottenlarven etc.) geeignet sind, in bester Qualität.

Von dem Hersteller “Rudloff” gibt es in deren onlineshop jetzt neu eine eigene Kategorie für Saatenmischungen zur Brutzeit.
Diese Mischungen sind fast alle geeignet, da sie ausschließlich aus kleinen Sämereien ohne große oder fette Kerne zusammengesetzt sind.

(Nicht geeignet auf dieser verlinkten Seite ist lediglich das erstgenannte “Aufzuchtfutter mit Wildsamen”)
Diese Marke findet man bei relativ vielen Futterhändlern und in gut und qualitativ hochwertig sortierten Garten- udn Baumärkten im Sortiment.

Und hier eine Kopie meines Beitrages,
den ich am 9.5.2020 in

meiner Facebookchronik gepostet habe:

Textkopie:

Ich habe es soooo satt!!!!

Heute werde ich Euch mit schrecklichen Fotos konfrontieren und Euch bitten, das zu verbreiten.
…….

…….
Ich habe vor genau 3 Stunden 2 Meisenküken aus Hamburg gebracht bekommen. Am Boden gefunden.
Mehrere Geschwister aus der Brut lagen bereits tot am Boden.

Das eine Küken hat noch gebettelt und gefressen – aber sein Kot sieht nicht sooo gut aus.
Ich fürchte, auch dieses Küken wurde mit Futterstellenfutter gefüttert – aber ich hoffe, da noch Kot durch geht, dass es sich erholen kann.

Das Geschwister verweigerte jegliches Futter und hatte einen furchtbar aufgequollenen Bauch.
Das Abtasten ließ mich schon Schlimmes vermuten, denn es waren harte Bestandteile zu fühlen.
Ich hatte die Hoffnung, dass diese Futterbestandteile vielleicht noch abgehen, wenn das Küken sehr feuchtwarm (“Saunaklima”) untergebracht ist.
Manchmal hilft es, solche zu großen Futterbrocken, die den Darmausgang versperren, doch noch abgehen zu lassen.

In diesem Fall half es nicht.
Nach einer Stunde ist das kleine Seelchen gestorben.
Und ich habe gemacht, was ich sonst nicht mache – um mit Fotos dokumentieren zu können, was für großes Elend diese verfluchte Werbung für Sommerfütterung mit Kernen und Nüssen und Co. bewirk
t:

Ich habe das tote Küken aufgeschnitten.
Was ich vorfand hat sogar mich entsetzt:
Nicht der Darm war voll mit Sonnenblumenkernstückchen und Erdnussbruch!
Bereits im Muskelmagen waren diese Futter massenweise hängen geblieben und hatten ihn verstopft.

Der Darm war bereits gefüllt mit einer nach Verwesung stinkenden, dunklen Flüssigkeit – das Küken muss bereits sehr, sehr lange Höllenqualen gelitten haben, weil das Futter aus dem Magen nicht mehr weiter wandern konnte!

In einem Foto sieht man das frisch verstorbene Küken – der Bauch sah bereits bei Ankunft so prall aus.
Die anderen Fotos zeigen den Mageninhalt: Sonnenblumenkern- und Erdnussstückchen und die Flüssigkeit auf dem Küchenpapier ist die stinkende Suppe, die aus dem Darm kam.

Wer weiss, dass Meisenküken nur und ausschließlich mit frischen Insekten von den Eltern gefüttert werden sollten, kann sich denken, wie fatal das hier ist.
Vogelküken können bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen KEINE vegetarische Kost und keine Knödelfette verdauen und verwerten!

Die Brutsaison hat gerade erst begonnen – allein bei mir ist dies bereits das 4. Meisenküken neben 7 Spatzenküken, die dieses Jahr gebracht wurden und es wegen Sonnenblumkern- und Erdnussbruchverstopfung nicht geschafft haben.

Bitte hört endlich auf, diese von den Herstellern nur aus reiner Profitgier als Sommerfutter angebotenen Futtermittel auszustreuen!

Kopie Ende

Aufgrund der diesem Post folgenden Geschehnisse auf Facebook
sah ich mich gezwungen, dort einen weiteren post “in eigener Sache” zu schreiben.

Kopie:

In eigener Sache!

eigentlich wollte ich gar nicht drauf eingehen, aber da jetzt in gewissen Kreisen dazu aufgerufen wurde, mich zu “melden”, muss ich zumindest damit rechnen, ggf. vorübergehend gesperrt zu werden.

Sollte das passieren, freue ich mich auf die AUszeit, wo ich mich ganz meinen Zöglingen widmen kann.
Ihr erreicht mich aber jederzeit weiter über meine Homepage.

Grund der Aufregung ist mein Post vom 9. Mai, wo ich, zugegeben diesmal mit drastischen Bildern, auf die großen Probleme aufmerksam mache, die wir in den Pflegestationen seit 3 Jahren stetig zunehmend beobachten und ständig versuchen zu kommunizieren wie groß die Schäden sind, die die sommerliche Fütterung von Fettprodukten bei Nestlingen verursacht.

Die unerwartet hohe Reichweite dieses Posts veranlasste eine Gruppe von Personen, eine “Stellungnahme” und diverse andere Posts zu verbreiten, in denen Unwahrheiten, Halbwarheiten, falsche Zitate und Unterstellungen mit dem Ziel, mich zu diffamieren formuliert wurden.

Jeder, der nicht einfach blind diese AUssagen übernimmt, sondern sich die Mühe macht, sowohl den Text meines Posts als auch meine Homepage und besonders die im Post verlinkte Seite selbst zu lesen, wird schnell feststellen, dass die Aussagen über mich nicht haltbar sind.

Ich glaube, in der Schule hätte man dieses Verhalten als “Mobbing” bezeichnet.

1.
Ich habe nirgendwo behauptet, man solle die Sommerfütterung einstellen.
Ich betone im Gegensatz, dass Sommerfütterung mancherorts angepasst an die lokale Situation vor Ort mit für die Saison angepassten Futtermitteln (Sämereien, lebende oder tiefgekühlte Insekten und frisches Obst) sinnvoll und erforderlich sein kann.

2.
Ich habe nirgends – weder in meinem post, noch in irgendeiner Gruppe jemals dazu aufgerufen, die Ersteller jener Stellungnahme anzuzeigen.
Diese Feststellung kam von anderen FB-usern, die mich kennen und mir angesichts der infamen Unterstellungen ein solches Vorgehen nahelegten.
Da diese Art der Kommunikation, wie sie in der “Stellungnahme” stattfindet unter meinem Niveau ist, bin ich darauf weder eingegangen, noch sehe ich mich gemüßigt, meine Zeit darauf zu verschwenden, dagegen etwas zu unternehmen.

3.
Mir wird Tierquälerei, die Erteilung gefährlicher Ratschläge bzgl. Parasitenbekämpfung bei den Vögeln und Aufforderung zu gesetzeswidrigen Handlungen vorgeworfen.
Wer wissen will, ob das stimmt, sollte sich meine Homepage am Besten einfach selbst durchlesen und sich nicht auf die AUssagen anderer verlassen.

4.
Mir völlig unbekannte Menschen maßen sich an, meine Qualifikation, mein Tun und meine Erfahrung zu beurteilen und zu bewerten, ohne mich, meine Vita oder meine Tätigkeiten überhaupt zu kennen.
In den Kommentaren meines Originalpostes vom 9. Mai wurde ich diesbezüglich 2 x von Kommentatoren befragt und habe die Fragen ausführlich beantwortet.
Es kann sich also auch da jeder gerne selbst belesen, wie meine diesbezüglichen Vorkenntnisse aussehen.

5.
Man kommuniziert, ich sei mittlerweile aus den meisten Wildvogelgruppen rausgeflogen oder dort gesperrt worden.
Ich wüsste nicht, welche das sein sollten.
Jene Gruppen, in denen ich bin und war, in denen bin ich nach wie vor udn jene Gruppen, die mich vermutlich sperren würden, weil ich kritische Fragen stelle oder kontroverse ANsichten habe, in die bin ich nie eingetreten und werde es sicher auch nicht versuchen.

Ich schlage vor, dass diejenigen, die mich in den letzten Tagen unhöflich, impertinent und/oder beleidigend per PN oder e-mail angeschrieben haben, sich einfach mal die Mühe machen soltlen, statt einer fremdverfassten Stellungnahme ungeprüft zu glauben, selbst zu lesen, was ich geschrieben habe.

Manchmal hilft das ungemein, Mißverständnissen vorzubeugen.

Den wahnsinnig vielen Menschen, die mir freundlich, sachlich, kritisch oder zustimmend und/oder mit Fragen geschrieben haben, Danke ich für ihr Interesse an einer respektvollen, offenen und sachlichen Kommunikation zum Wohle unserer Wildvögel.

Kopie ENde

Am 15.6.2020 habe ich folgenden Post bei Facebook veröffentlicht:

Am 9. Mai habe ich hier einen Post zur Schädlichkeit der Fütterung von Fettfutter bei unseren Wildvögel im Sommer gepostet.
https://www.facebook.com/Kiri.Zoll/posts/687812728646233

Dieser Post zog weite Kreise.

Nun erreichte mich eine e-mail, die ich hier mit freundlicher Genehmigung der Urheberin Claudia S. zitieren möchte:

Hallo Frau Zoller,

vor einiger Zeit bin ich auf Ihrer Homepage gelandet und ich möchte mich zunächst einmal bedanken für die Arbeit, die Sie in diese Seite stecken.

Leider ist der Anlass, aus dem ich heute schreibe, ein trauriger.
Da Sie aber selbst auf Ihrer Seite ausführlich darüber schreiben und dafür u.s. auch Gegenwind erhalten haben, ist es mir ein Bedüfnis, Ihnen kurz von meinen eigenen Erfahrungen berichten.

Es geht um das Thema “Ganzjahresfütterung”.
Sie zeigen auf Ihrer Homepage Bilder von Erdnüssen und Sonnenblumenkernen, die Sie aus dem Verdauungstrakt verendeter Nestlinge gezogen haben.
Leider habe ich heute Nachmittag exakt die gleichen Bilder machen müssen.
Es hat uns eine Menge Überwindung gekostet, aber letztendlich war es richtig, denn nur so konnte der Verdacht bestätigt werden.
Vorab: Bereits die erste Kohlmeisenbrut in diesem Jahr ist verendet, weil Nachbarn eine Sommerfütterstelle für Krähen und Elstern in der Nähe meines Kohlmeisen-Nistkastens eingerichtet haben. Sie verfüttern kiloweise Nudeln und Brot. Die o.g. Vögel haben dann verständlicherweise ihre Futterstelle verteidigt und die Kohlmeisen konnten ihre Nestlinge nicht mehr ausreichend füttern, so dass diese verhungern mussten.
Danach haben die Kohlmeisen in einem anderen Nistksten in meinem Garten eine Zweitbrut begonnen. Da dieser Nistkasten mit Kamera ausgestattet ist, kann ich die tägliche Entwicklung nachverfolgen.
Aus 7 Eiern sind 7 Küken geschlüpft, davon eines allerdings erst 4 Tage nach den anderen, so dass dieses noch taggleich verstarb. Das ist natürlich.
Alle anderen 6 entwickelten sich bis vorgestern hervorragend, beide Eltern haben in engem Rhythmus gefüttert, überwiegend Raupen und Falter.
Kurzfristig flogen die Meisen aber auch im 30-Sekunden-Takt in einen Nachbargarten, um irgendetwas Undefinierbares zu verfüttern. Vielleicht war es das, man weiß es nicht.

Gestern Morgen verstarben zwei Nestlinge, am Nachmittag ein weiterer, die anderen drei wurden immer ruhiger, sperrten nicht mehr und ließen sich auch durch das Weibchen z.T. nicht mehr zum Sperren bewegen. Die Bewegungen wurden langsamer, teilweise eher zuckend. Heute Nachmittag verstarben zwei weitere. Wir habe die toten Nestlinge entfernt, damit kein Madenbefall auftritt. Der letzte Nestling, heute 14 Tage alt, wird weiter von beiden Elternteilen versorgt, er frisst auch wieder, ist aber viel zu ruhig, sodass ich mit einem Versterben rechne.
In Anbetracht der bisherigen Erfahrungen und auch ermutgt durch Ihren Artikel haben wir uns ein Herz gefasst und den Magen eines der Küken geöffnet. Die Bäuche waren schon von außen hart. Der Mageninhalt sieht genauso aus wie bei Ihnen. In einem einzigen Nestling haben wir allein 13 Stücke Nussbruch gefunden, zusammen mit allerlei anderem, das ich nicht identifizieren kann. Die Stücke haben eine Größe von bis zu 5 mm.
Ich habe keinen Facebook-Account, daher möchte ich Sie auf diesem Wege bestärken, weiter gegen diese unsägliche Sommerfütterung Stellung zu beziehen. Sie sind mit Ihren Erfahrungen nicht allein.
Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass ich die Nistkästen in meinem Garten künftig im Frühjahr geschlossen halten werde. So tut man den Vögeln keinen Gefallen. Schade, denn in meinem Garten gibt es genug Raupen, um viele Nestlinge durchzubringen.

Freundliche Grüße

Claudia S.

Zitat Ende

Am 17.4.2021 postete Katharina Greiff unter meinem Facebookpost von 2020 einen aktuellen Erfahrungsbericht.

Mit ihrer Genehmigung veröffentliche ich hier eine Kopie ihres Textes und ihrer Fotos.

Zitat:
Katharina Greiff Hallo, bei uns ist es auch passier. Es ist schrecklich… Durch meine Recherche im Internet bin ich auf deine Seite gekommen. Folgende Fotos möchte ich gerne mit Dir teilen. Unsere Meisen Familie hat offenbar auch das Vogelhäuschen der Nachbarin attraktiv gefunden und sieben kleine Meisen sind von gestern auf heute verendet. Sie waren sehr, sehr laut in den letzten Tagen so dass ich eigentlich vermutet hatte dass sie kurz vor dem Abflug sind wahrscheinlich nur weil sie so gelitten haben.Da seit heute morgen totenstille herrschte habe ich nachgesehen und festgestellt dass der gesamte Wurf tot war. Ich habe die Küken ausgebreitet und sie mir anzusehen und mir fielen sofort die dicken Magen auf (ohne dein Beitrag zu kennen). Ich hatte direkt das Gefühl, dass das der Grund sein muss… Ich habe zwei Küken geöffnet.Meine Tochter hat es auch direkt erkannt und sagte das sind ja lauter Erdnüsse.🙁Wir sind untröstlich, mit der Nachbarin habe ich aber direkt gesprochen.Deine Posts haben meine These bestätigt.”
Zitat Ende

…und hier die dazugehörigen Fotos:

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