Impressionen aus dem Alltag der Wildvogelrettung

Hier werde ich sporadisch
Impressionen aus dem Zöglings-Alltag posten

18.12.2023
Kopie meines FB Eintrages (19 Fotos und Videos auf der Seite)

…und ein letztes Zöglingsupdate in diesem Jahr 😊
Zuallererst tausend Dank an all unsere lieben Unterstützer:

Danke an Oksana, Anna, Eva und Carolin sowie eine Spenderin, die anonym bleiben möchte für Eure großzügigen Spenden per Paypal.

Danke auch an Dr. Botti, die bei Frieda wohnt und darauf bestanden hat, die Oktoberrechnung zu übernehmen und last, not least Danke an die FB Gruppe Nymphensittich-Fans – total verrückt, die einen wunderschönen Nymphensittich Kalender gestaltet hat um aus den Erlösen ein Tierschutzprojekt zu unterstützen.

Völlig unerwartet für mich wurde meine Wildvogel-Rettung da mit einer Spende in Höhe von 286,10 € bedacht 😊

Durch Eure Spenden sind damit 779,95 Euro zusammengekommen.

Damit konnte ich den offenen Rest in Höhe von 543,11 aus dem letzten update abdecken und sogar bereits einen Teil der Novemberrechnung begleichen.

Jetzt sind von der Novemberrechnung nur noch 155,05 offen 😊Danke Euch allen, dass Ihr uns so treue Unterstützer seid 😊

Im Überwinterungszimmer sind dieses Jahr 14 Rauchschwalben und zur Zeit ein Goldhähnchen, ein Stieglitz und Nachts eine Kohlmeise

Hier geht es im Vergleich zur Sommersaison jetzt sehr ruhig zu.Die Überwinterungsschwalben verlieren nach wie vor täglich alte Federn und ersetzen sie nach und nach durch wunderschöne neue Federn 😊Ansonsten ist bei den Schwalben alles im grünen Bereich: sie sind topfit, jagen zufrieden zwitschernd ihre Fliegen und es gab glücklicherweise bisher keinerlei Schwächeleien 😊So darf es bleiben!

Am 17.11. zog dann noch Abends ein kleines Goldhähnchen im Überwinterungszimmer ein.Es wurde vor einer Terassentür gefunden und war übel zugerichtet (evtl. Katze?)Ein Flügel stand aufgrund eines Bruches im Gelenk fürchterlich ab – die Kleine war natürlich nicht flugfähig.
Der Bruch wurde getapt, aber die Aussichten, dass die Kleine wieder flugfähig wird waren gegen Null.
Ungeachtet des unbrauchbaren Flügels flitzte die Kleine aber fröhlich den ganzen Tag durchs Vogelzimmer, erkletterte auch die höchsten Sitzplätze bei den Schwalben und war guter Dinge.
Im Gartencenter habe ich die letzten Salatkräutertöpfe aufgekauft, die mit Blattläusen und anderen Bewohnern befallen waren.
Goldi hat die Pflanzen in „Null Komma Nichts“ mit wahrer Begeisterung von sämtlichen Mitbewohnern befreit 😊
Die Nächte verbrachte sie im Vogelzimmer in einer Softbox, damit sie vor Zausel sicher war.

Zausel kommt ja nach wie vor jeden Abend nach Hause und übernachtet im Vogelzimmer.
Die Schwalben sind im Vogelzimmer okay – aber andere Mitbewohner duldet Zausel so gar nicht.
Sie hätte Goldi sofort erwischt und umgebracht.
Nach 8 Tagen haben wir das Tape bei Goldi entfernt – und der Flügel stand sofort wieder so ab wie zuvor – ich ging nicht davon aus, dass Goldi jemals wird fliegen können.

Umso größer war meine Überraschung, als Goldi einige Tage später tatsächlich durchs Vogelzimmer flog!!!!
Anfangs noch etwas unbeholfen, aber innerhalb weniger Tage flog sie so perfekt, dass sie nicht mehr einzufangen war.
Nun wollte sie auch abends nicht mehr in die Box.
Also mussten wir es drauf ankommen lassen:

Zausel erblickte Goldi unter der Sonne und bekam den „Killerblick“
Dann jagte sie auf Goldi zu, die aber unglaublich flink davonflog.
Fast eine Stunde versuchte Zausel, Goldi zu erwischen. Vergebens. Goldi war viel zu flink und deutlich geschickter im Ausweichmanöver fliegen, als Zausel.
Gegen Goldi ist Zausel wie ein Elefant im Porzellanladen 😊
Nachdem Zausel begriffen hatte, dass sie chancenlos ist, hat sie ihre Jagd auf Goldi aufgegeben und ist in ihrer Häkelhöhle verschwunden…. und Goldi besaß tatsächlich dann die Frechheit, zum Eingang der Höhle zu fliegen und Zausel auch noch zu provozieren!
Zausel schoss raus, aber Goldi war natürlich gleich wieder weg.
2 x hat Goldi Zausel provoziert – danach war Ruhe.
Seither sind die Grenzen abgesteckt und sie ignorieren einander gekonnt
😊

Goldi

Eigentlich ist Goldi wieder fit für die Freiheit.
Aber da Goldi sich pudelwohl fühlt, ihren Schlafplatz unter der Wärmeplatte und ihren Sonnenplatz unter dem Spot liebt, habe ich beschlossen, dass sie bis zum Frühjahr bleiben darf (es sei denn, sie will früher raus), denn hier ist es mit Eis und Schnee wirklich furchtbar kalt und ungemütlich zur Zeit.

Gestern kam dann noch ein kleiner Stieglitz, der vermutlich ein Anflugtrauma hatte.
Die Finderin hat ihn von der Straße gesammelt – flugunfähig.
Ich vermute, er hat eine heftige Prellung, die einfach ausheilen muss – gebrochen ist zum Glück nichts.
Nachdem der Stigi die letzte Nacht zum Kennenlernen des Raums in der Softbox verbracht hat, darf er seit heute Morgen ebenfalls durchs Vogelzimmer marschieren.
Er ist bereits fleißig kletternd unterwegs – wie Goldi am Anfang auch.

Mal schauen, wie Zausel den Neuzugang heute Abend aufnimmt und ob Stigi nachts wieder in die Box muss oder ob Zausel ihn in Ruhe lässt.

Eine kleine Feldlerche sollte eigentlich gestern auch noch kommen.
Aber sie ist leider kurz, bevor die Finderin losfahren wollte zu mir, verstorben.

So, das wars erstmal wieder von hier.
Bei den Fotos findet Ihr dann noch ein paar Texte 😊

Euch allen nochmal DANKE für Eure Unterstüzung, besinnliche Feiertage und einen entspannten Jahreswechsel.

Wir wünschen Euch für das neue Jahr:
Zufriedenheit, Gesundheit und einen optimistischen Blick in die Zukunft 😊

25.1.2020
Kopie meines Facebook Eintrages :
Und jetzt mal wieder zurück zu unseren Wildtieren – ein neues Update aus dem Schwalbenzimmer 🙂
Zunächst einmal einen riesen Dank an Jürgen J.und Conrad H. für die großzügige Unterstützung nach dem letzten update.
Außerdem an Uschi Westhoff, die uns wieder mit einem Anteil aus ihren Flohmarkterlösen zu Gunsten der Wildtiere bedacht hat 🙂

Die Fußgänger genießen die “Sonnenbank”

Im Überwintererzimmer finde ich jetzt täglich überall Federn und so langsam sehen immer mehr Schwalben wieder aus, wie Schwalben aussehen sollten 🙂
Mit zunehmendem Gefiederwechsel werden die Schwalben auch immer aktiver und die Streitereien werden lautstärker.
Angesichts der milden Temperaturen draußen, haben wir zeitweise schon richtige Schwärme von kleinsten Insekten an Lampen und Fenstern.
Nächste Woche soll es noch milder werden – dann werde ich evtl. Abends schon mal eine Stunde das Fenster zur Voliere auf machen, wenn es draußen dunkel und drinnen noch erleuchtet ist.
So können die Schwalben dann bereits erste Naturinsekten jagen 🙂

Wenn es mit dem Wetter so weiter geht, rechne ich sogar damit, dass die Schwalben aus Afrika früher zurück kommen werden.
Meine benehmen sich jedenfalls schon so, als ob der Sommer nicht mehr weit ist……
Sogar erste Balzträller habe ich bei den fliegenden Rauchschwalben schon vernommen.

Die “Flieger” sitzen unter der Wärmeplatte auf Fliegen an

Weniger erfreulich – aber ja nicht unerwartet – war dann die Post von den Stadtwerken.
Meine Nachzahlung hat es in sich: 1.361,08 € !
Ich habe mir mal die Zahlen der letzten Jahre vorgenommen und festgestellt, dass die Wildvogelpäppelei in den letzten 3 Jahren mit den steigenden Zöglingszahlen im Sommer, aber vor allem den massiv gestiegenen Zahlen der Überwinterer mittlerweile insgesamt 6616 kwH verbraucht.
Das sind allein für die Wildvogelhilfe rund 2000 Euro Mehrkosten beim Strom.
Ich habe die Aufstellung mal fotografiert und rangehängt – das ist schon ganz schön beeindruckend…..
Ja, ja – die Schwalben sind schon ganz schöne Luxusgeschöpfe…. aber wenn ich dann im Schwalbenzimmer sitze, das lautstarke Geplapper höre und ihre fröhliche Unbeschwertheit spüre, dann wüsste ich nicht, wo das Geld besser angelegt wäre – ich freue mich schon so sehr auf den Tag, an dem sie zum ersten Mal frei über dem Hof am Himmel kreisen werden!

Wer meine Überwinterer und mich auch weiterhin unterstützen möchte, findet hier alle relevanten Infos.

Kopie Ende

…und hier ein paar aktuelle Videos:

1.8.2020
Im Überwinterungszimmer der Schwalben herrscht beste Stimmung.

Dieses Jahr überwintere ich über 30 Schwalben aus ganz Deutschland – soviel, wie nie zuvor -, die aus unterschiedlichen Gründen Gefiederschäden davon getragen haben, was ihnen die Reise nach Afrika unmöglich machte.

Es ist schon eine echte Herausforderung, so viele empfindliche Insektenfresser erfolgreich durch den WInter zu bringen.

Neben einer auf die Bedürfnisse der Schwalben abgestimmten Beleuchtung und Beheizung benötigen die Schwalben auch spezielle Nahrung:
Sie dürfen ausschließlich frischtote Insekten – vor allem Heimchen und brauchen täglich lebende Fluginsekten.
Dafür habe ich immer Stubenfliegen, Soldatenfliegen, Terflys und Drosophilas im Angebot.

Nur, wenn alle Parameter absolut stimmig sind, werden die kleinen Zöglinge ein gesundes, intaktes Gefieder nachschieben und somit im kommenden Sommer endlich auswilderungsfähig sein.

Die Schwalben sind mitten in der Mauser und bald können dann hoffentlich die meisten von ihnen endlich mit neuen Federn fliegen 🙂

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