Archiv der Kategorie: Tier- und Naturschutz

Rund um Umwelt-, Tier- und Naturschutz

Beiträge rund um Umwelt-, Tier- und Naturschutz

Immer wieder gibt es aktuelle Beiträge rund um Umwelt-, Tier- und Naturschutz, die zu hitzigen Diskussionen in der Öffentlichkeit führen.
Viele dieser Diskussionen berühren mich zutiefst und oft verstehe ich nicht, warum man nicht Lösungen sucht, die ein Nebeneinander – optimalerweise sogar zum gegenseitigen Nutzen – von Natur und Zivilisation erlauben sondern stattdessen nur eine Antwort kennt:

“Was stört muss weg”
vertreiben, abschießen, vergiften, vernichten, ausrotten…

Wir erobern das Weltall, wir kommunizieren drahtlos um die ganze Welt, wir manipulieren Gene und machen kleinste Teilchen sichtbar, wir schaffen künstliche Intelligenz und und und….
….aber wir sollen nicht in der Lage sein, andere Antworten als die der Vernichtung zu finden?

In diesen Beiträgen lasse ich meinen Gedanken zu jenen Themen freien Lauf:

Glyphosat – gesammelte Infos

Der Wolf ist zurück

 

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Der Wolf ist zurück

Der Wolf ist zurück

Der Wolf ist zurück – und was hat das mit Feuerdorn zu tun?
Immer häufiger hören wir von gerissenen Schafen und gesichteten Tieren in der Nähe von Dörfern, aber auch von gerissenem Niederwild.
Mit jedem gerissenen Tier wird der Ruf nach Abschuss der Tiere lauter.
Die Landwirte fürchten um ihr Nutzvieh – die Politik verordnet Elektrozäune, Herdenschutzunde und bietet Entschädigungszahlungen für jedes gerissene Tier.

Allein: der Wolf überwindet auch Elektrozäune immer wieder.
z.B.:  Süddt. Zeitung 5.10.2017
Dieser Hund beschützt Schafe vor dem Wolf

Einige Jäger, leider die “Lautesten”,  fordern ohnehin schon längst den Abschuss des Wolfes, weil sie ihn als Konkurrenz sehen.
Andere sehen das Thema differenzierter und haben nicht prinzipiell etwas gegen die Anwesenheit des Wolfes.
Interessante und sehr umfangreiche Ausführungen dazu habe ich bei der Zeitschrift “Wild und Hund” gefunden.
Hier wird in einem Beitrag von 2016 auch genauer auf die Frage wenn er da ist” eingegangen.

Immer heftiger und immer vielstimmiger wird aber der Ruf sogar nach Totoalausrottung von vielen (nicht allen) betroffenen Landwirten und Politikern in bestimmten Regionen Deutschlands angesichts der steigenden Nutztierrisse.

Daß Elektrozäune zum Schutz der Herden nur wenig praktikabel sind, hat sich bereits gezeigt und mehrere Gründe:

  • Zum einen lassen sich die gigantischen Flächen kaum wirtschaftlich realisierbar einzäunen und freigeschnitten/gewartet halten, so dass der Strom wirklich keine Ableitungen erfährt.
  • Zum anderen überwindet der Wolf wie man lesen kann, immer wieder auch die Elektrozäune.
  • Auch ein einzelner Herdenschutzhund wird kaum ohne zusätzliche Unterstützung anderer Schutzmechanismen eine riesige Schafherde gegen einen oder gar mehrere Wölfe verteidigen können.

Andererseits haben wir definitiv beim jagdbaren Wild vielerorts Überbesätze, die unsere Wälder oft nachhaltig schädigen.
Fast nirgendswo sind Aufforstungen noch ohne Wildschutzzäune möglich, da die jungen Pflanzen innerhalb kürzester Zeit verbissen werden.

Nun frage ich mich, warum geht der Wolf an die Schafe, wenn es doch genügend Wild in den Wäldern gibt?
Die Antwort erscheint mir einfach:
Es ist schlicht deutlich leichter – und damit auch energiesparender für den Wolf – sich an die trägeren und sogar noch eingegatterten Schafe zu machen, als ein frei im Wald lebendes, schreckhaftes und sehr wendiges Reh oder ein sehr wehrhaftes Wildschwein zu erlegen.

Es erscheint mir nur logisch, dass der Wolf den bequemeren Weg wählt, an  seine Nahrung zu kommen – machen wir Menschen ja auch nicht anders – sonst gäbe es wohl keine Fertigprodukte und kein Fastfood.
Und da diese bequemere Beute sich häufig in der Nähe von menschlichen Behausungen befinden, zieht es den eigentlich sehr scheuen Wolf ebenfalls zwangsläufig dorthin, wo er dann in Dorfesnähe gesichtet wird.

Es ist, wie mit den Wildvögeln:
solange ich ihnen in meinem Garten vor der Haustür eine Nahrungsquelle auf dem Silbertablett serviere, solange überwinden die Vögel ihre Scheu und kommen dort fressen, bevor sie unter erheblich größerem Energieaufwand in der freien Natur nach Futter suchen.

Aus diesen Feststellungen ergibt sich für mich eine Frage:
Wie kann ich es dem Wolf unbequemer machen, an die Nutztiere zu kommen, als an das Wild in den Wäldern?

und ich frage mich weiter:
Wie haben unsere Vorfahren es geschafft, ihr Nutzvieh, welches von der Weide ernährt wurde und nicht ganzjährig in Ställe eingepfercht wurde,  immerhin so zu schützen, dass der damals bei uns noch überall selbstverständlich und deutlich vielzähliger verbreitete Wolf sowie der ebenfalls verbreitete Bär die Nutztiere unserer Ahnen nicht längst ausrotten konnten?
Und das, obwohl es nicht mal Metall oder Strom für Zäune gab?

Meine Recherchen führten mich zu einer überraschen simplen Antwort:
Wallhecken  – lebende Zäune – im Norden “Knicks” genannt

Wäre es nicht eine ganz simple Lösung, die zudem auch noch unserem anderen, viel, viel drückenderen Problem,

  • Lebensräume für Insekten, Vögel, Amphibien etc. wurden so weit zurück gedrängt, dass wir bereits ein großflächiges und bedrohliches  Artensterben bei all diesen Tieren beobachten

zu Leibe rückt, unsere Nutzviehbestände mit “lebenden Zäunen” zu schützen?

“Lebende Zäune”, Knicks, die ca 8 – 10 Meter breit um die Nutztierflächen angelegt werden und undurchdringlich dicht mit standortheimischen Dornenbüschen besetzt sind, machen es nicht nur dem Wolf und dem wildernden Hund nahezu unmöglich, auf jeden Fall aber deutlich aufwändiger, als die Jagd nach Wild, in so ein Gatter einzudringen.
 Sie bieten auch gleich all den oben genannten Tierarten den so dringend benötigten Lebensraum, der ihnen in unserer intensiv  landwirtschaftlich genutzten Landschaft längst verloren gegangen ist.
Setzt man dann noch einen Herdenschutzhund mit in das Gatter, so kann dieser seine Aufgabe sicher auch leichter bewältigen, als in absolut ungeschützter, freier Landschaft.
Dass die Nutztiere dadurch gleich noch einen natürlichen WInd-, Wetter und Sonnenschutz erhalten, der Boden vor Erosion geschützt wird, der Wasserhaushalt der Böden verbessert würde,
Überschwemmungen nicht so verheerende Schäden anrichten, wie auf völlig freien, durchgehend verdichteten Flächen wären da noch erfreuliche Nebeneffekte.

Ist es nicht deutlich billiger und vor allem für alle Beteiligten vorteilhafter, den Landwirten die hierfür benötigten 10 Meter als Land quasi abzukaufen, mit dem entsprechenden Knick zu bepflanzen und dem Landwirt dann kostenfrei gegen Pflege desselben als lebenden Zaun zur Verfügung zu stellen?
Statt jedes gerissene Schaf zu entschädigen, ständig neue Zäune zu subventionieren, separat für den Naturschutz derartige Lebensräume auf entsprechend auszuweisenden Schutzflächen (die ja auch erworben werden müssen) in die freie Landschaft zu setzen und selbst pflegen zu müssen, und alljährlich zunehmend die Folgen unserer gigantischen Niederschläge zu beseitigen?

Und offensichtlich sind auch bei weitem nicht alle Schafzüchter so besorgt wegen des Wolfes, wie es in den Medien gerne dargestellt wird.

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Glyphosat – gesammelte Infos

Glyphosat – gesammelte Infos zu dem umstrittenen Gift

…und im Anschluss noch ein paar aktuelle Links zu Infos rund um die ebenfalls verheerend wirkenden, neuen Pestizide: Neonicotinoide

Glyphosat erhitzt seit Jahren die Gemüter.
“Das Ackergift gilt als hoch gefährlich für Mensch, Tier und Natur” – zumindest, wenn man öffentlich zugänglichen, unabhängigen Studien glaubt.

“Das Ackergift ist harmlos”– wenn man den unter Verschluss gehaltenen, zahllosen Studien glaubt, die seitens der das Gift produzierenden Industrie in Auftrag gegeben wurden.

Unumstritten ist auf jeden Fall eines:
Glyphosat tötet absolut jede Pflanze, mit der es in Berührung kommt und die nicht durch Genmanipulationen gegen das Ackergift resistent gemacht wurde.
Daraus folgt, dass absolut alle Wildkräuter im landwirtschaftlichen Umfeld vernichtet werden.

Unumstritten ist auch, dass Insekten Wildkräuter zum Leben brauchen.
Und bewiesen ist ebenfalls, dass mit dem dramatischen Rückgang der Wildpflanzenwelt auch unser Insektenbestand um 75 % eingebrochen ist.

Der dramatische Rückgang unserer heimischen Wildvögel bis zu 50% wird unter anderem auch direkt mit dem gravierenden Nahrungsmangel (Insekten) in Verbindung gebracht.

Weit über eine Million Euröpäer haben sich in zahllosen Petitionen für ein Verbot des schwer umtrittenen Gifts ausgesprochen – nicht nur aus Sorge, um die Natur, sondern auch aus Sorge um die eigene Gesundheit und der unserer Kinder.

Viele EU Länder haben auf das Votum ihrer Bürger gehört und gegen eine erneute Verlängerung der Zulassung gestimmt.

Deutschland hat sich immer wieder enthalten, da sich bei den regierenden Koalitionspartnern das CSU geführte Landwirtschaftsministerium mit Christian Schmidt (für Glyphosat) und das SPD geführte Umweltministerium mit Barbara Hendriks (gegen Glyphosat) uneins waren und damit eine Enthaltung die logische Schlussfolgerung war.
Diese Enthaltung war das Zünglein an der Waage, was eine Zulassungsverlängerung verhinderte.

Am 27.11.2017 – da war der schwarze Montag
-für die Demokratie
-für unsere Umwelt
-für die Gesundheit

Christian Schmidt stimmte im Alleingang für die Zulassungsverlängerung von Glyphosat für weitere 5 Jahre!
Gegen die Mehrheit der Bevölkerung, gegen die Stimme des Bundesumweltministeriums.
Bereits im Sommer diesen Jahres hat Schmidt deutlich gemacht, wieviel er auf die Meinung der Bürger oder anderer Politiker gibt.

Zitat aus einem Beitrag von RT News vom 24.6.2017:
….Die Gesundheitsbedenken anderer Politiker sowie weiter Teile der europäischen Bevölkerung tat Schmidt als emotionale Stimmung ab……
Zitat Ende.

Am Montag hat er gezeigt, dass das keine hohlen Worte waren, was er da von sich gab.

Am 28.11.2017 titelt der WDR in der Presselounge:
Recherche von WDR, NDR und Süddt. Zeitung
Glyphosat: Alleingang offenbar von langer Hand geplant

Am 29.11.2017 in der Tagesschau
Schmidts Alleingang war offensichtlich vorbereitet
Immer mehr kommt ans Tageslicht.
Nun bestätigt Seehofer, dass er eingeweiht war.
Was wird noch alles ans Tageslicht kommen?
Völlig abgesehen davon, was für Auswirkungen die Entscheidung für Glyphosat in der Zukunft auf Mensch, Tier und Natur noch haben wird, ist die Tatsache, dass unsere Politiker jetzt anfangen, die Demokratie völlig unverfroren sogar öffentlich und auch noch stolz komplett auszuhebeln, ein gewaltiger Skandal.
Wohin soll das alles führen?

am 29.11.2017
verlinkt ein Freund einen Bericht der
Osnabrücker Zeitung vom 28.6.2017

Bauerntag – Merkel spricht sich für Glyphosateinsatz aus
…und auch Angela Merkel hat den Landwirten bereits im Sommer zumindest zugesichert, dass die Bundesregierung sich dafür einsetzen werde, damit die Landwirte Glyphosat dort, “wo es notwendig” sei, weiter einsetzen können.
Da stellt sich mir die Frage:
wusste auch sie, was geplant war?
Gibt es deswegen keinerlei weitere Konsequenzen für Schmidt, außer einer Rüge?

Offensichtlich ist es einigen Politikern absolut egal, was die Bevölkerung, für die sie eigentlich tätig sein sollten, will.
Was ist das für eine Demokratie, wo der Minister zwar in kürzester Zeit eine Bräunungsgrenze für Pommes am Imbiss um die Ecke durchsetzt – zum Schutz der Volksgesundheit – aber wo es um grossindustrielle Interessen geht, da ignoriert er nicht nur die Volksgesundheit, sondern den Volkswillen, unseren gesamten Naturschutz und die Stimmen des Koalitionspartners gleich mit.

Am 7.12.2017 titelt Spiegel online
Bundesregierung hilft bei Geheimhaltung von Glyphosat Studien

Was bedeutet das?

WOFÜR hat unser Landwirtschaftsminister im Alleingang  mit seiner Partei (oder doch mit noch mehr Rückendeckung?) die Zulassung abgesegnet – gegen die Stimmen des Volkes und gegen die Stimme des Koalitionspartners?
IN WESSEN INTERESSE wird da seitens unserer führenden Politiker die Gesundheit unseres Volkes und die Existenz unserer Natur aufs Spiel gesetzt?
WER VERKAUFT uns da an wen wofür?

Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil:

In einer geschlossenen FB-Gruppe wurde ein Blogbeitrag auf WordPress von Mona Lisa aus dem Jahre 2016 zum Thema Glyphosat verlinkt, den ich außerordentlich gut fand.

Er fasst all das, “was man schon mal irgendwo gehört oder gesehen hat” wunderbar zusammen und erklärt vor allem auch für mich als wissenschaftlichen Laien nachvollziehbar, was es mit den Gefahren auf sich hat.
Einen aktuellen Beitrag von derselben Autorin habe ich dort dann ebenfalls noch ausgegraben.

Und wenn man die zwei zuvor verlinkten Blogbeiträge aufmerksam gelesen hat, dann ist dieser Arte Beitrag vom 1.4.2015 fast selbsterklärend.

Und hier geht es nicht um kranke und behinderte Menschen irgendwo in fernen Ländern – hier geht es um schwer kranke, missgebildete  und tote Nutztiere und um massiv erkrankte Landwirte in Norddeutschland.

Es fällt mir schwer zu glauben, dass das alles dem Landwirtschaftsminister und seiner CSU unbekannt ist.
Wie abgebrüht muss man sein, wenn man so etwas ignoriert?
Und selbst, wenn nur der Verdacht im Raum stände und der endgültige, nicht widerlegbare Beweis fehlt – solange ein Gift auch nur in Verdacht steht, derartige Auswirkungen zu haben, so lange darf man es keine Sekunde länger im Einsatz lassen, bis das Gegenteil zweifelsfrei bewiesen wurde.

Neonicotinoide

im Windschatten der Glyphosatdiskussionen sind die relativ neuen Generationen an Pestiziden, die Neonicotinoide in der Öffentlichkeit fast untergegangen.
Und dabei sind sie für uns und unsere Umwelt nicht minder gefährlich, als Glyphosat.
Deutschlandfunk Nova 30.11.2017
Insektizid macht Vögel orientierungslos

Welt-Agrarbericht 4.12.2017
Studie:
Insektizide lassen Zugvögel Orientierung und Gewicht verlieren

Es wird allerhöchste Zeit, dass wir uns generell mit der Frage befassen, ob wir als Gesellschaft mit dieser Form der Landwirtschaft weiter leben wollen oder ob es ein generelles Umdenken geben soll und die industrielle Landwirtschaft schlichtweg abgeschafft wird.

Sofort, wenn man das fordert, kommen die Argumente hoch, man könne ohne industrielle Produktion  die Weltbevölkerung nicht ernähren.
Stimmt das wirklich?
Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung:

Valentin Thurn hat dazu einen hervorragenden Dokumentarfilm gemacht, der meines Wissens bereits 2015 in die Kinos kam.
Gestern Nacht lief er auf BR und es lohnt sich, diesen Film zu schauen!

Und dass es offensichtlich auch ohne intensive Bewirtschaftung mit  der damit verbundenen Vernichtung der Arten geht, sogar besser zu gehen scheint, das hat wohl das Jena Experiment ganz eindrucksvoll in einer Langzeitstudie gezeigt:

IDW – Informationsdienst Wissenschaft 28.11.2017

Jena Experiment: Artenverlust zerstört Ökosysteme

und hier die IDW Pressemitteilung vom 29.11.2017
zum Jena Experiment mit link zum Interview

 

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